Beilngries

liegt mitten im Naturpark Altmühltal direkt am Main-Donau-Kanal in der Altmühl-Jura Region. Der anerkannte Erholungsort gehört zum oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Am Südrand von Beilngries fließt die Altmühl, die Sulz fließt durch die Stadt und der Main-Donau-Kanal verläuft nördlich der Stadt.

Geschichte von Beilngries

Urkundlich erwähnt wird der Ort unter „Bilingriez“ erstmals im Jahr 1007. Beilngries gehörte ursprünglich zum Bistum Bamberg. Vermutlich durch einen Tausch kam der Ort zum Bistum Eichstätt. Der Bischof und spätere Papst Viktor II. beantragte im Jahr 1053 beim Kaiser Heinrich III. das Markt- und Zollrecht für Beilngries.

Im Mittelalter wurde um die Stadt eine Mauer gebaut. Der Mauerring konnte die Zerstörung im Bauernkrieg verhindern. Einige Teile der Stadtmauer sind noch heute zu sehen.

Ab 1407 wurden zwölf Türme gebaut, neun sind noch erhalten. Sie befinden sich alle im Inneren Graben. Im Badturm wohnte die Hebamme, im Seelennonnenturm die Totenfrau und im Bettelvogtturm der Mann, der auf die Bettler ein „wachsames“ Auge hatte.

Badturm

Seelennonnenturm
Bettelvogtturm

Im Roßturm war die Unterkunft des Pferdehirten.

Der Strohbauerturm hat seinen Namen vom Strohbauernhof, einem der drei „Meierhöfe“. Der Meierhof ist ein Bauernhof, in dem einmal der Verwalter (Meier) einer Landwirtschaft gelebt hat, die zu einer adeligen oder geistlichen Grundherrschaft gehörte.

Dann gibt es noch den Flurer-, Mauer-, Sauhüter- , Bürger- und Wasserschöpferturm. Der Wasserschöpferbrunnen ist nahe beim Wasserschöpferhaus. Der Wasserschöpfer war für die Wasserversorgung des Brauhauses verantwortlich und damit ein sehr wichtiger Mann in Beilngries.

Hexenverfolgung

Frauen aus Beilngries blieben bei der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt nicht verschont. Mindestens zwei „Hexen“ wurden um 1620 angeklagt und zumTode verurteilt.

Beilngries wird „bayrisch“

1633 ergab sich Beilngries kampflos den Truppen von Bernhard von Weimar. Der letzte Eichstätter Fürstbischof dankte 1802 ab. Beilngries wurde unter bayerischer Verwaltung Sitz eines Landgerichts. Aus dem Landgericht ging 1862 das Bezirksamt und 1939 der Landkreis Beilngries hervor.

Stadtpfarrkirche St. Walburga

Die neubarocke katholische Stadtpfarrkirche St. Walburga wird im Ort „Bilingriez“ erstmals 1305 erwähnt. Seinerzeit wurde der Turm der Kirche als Lehen vergeben. Dieser Turm, der Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde, steht noch heute als nördlicher Kirchturm, der im 16. Jahrhundert erhöht wurde. Er ist der älteste Teil der Pfarrkirche und das älteste Bauwerk der Stadt. Die Kirche, wie sie heute zu sehen ist, wurde nach dem Abriss der Vorgängerkirche zwischen 1912 und 1913 neu errichtet. Sie erhielt einen zweiten Turm. Beide Türme sind 50 Meter hoch und mit buntglasierten Ziegeln bedeckt. Stattliche 295.000 Goldmark kostete seinerzeit der Neubau.

Aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts stammt die Madonnenfigur auf dem neuen Brunnen vor der Pfarrkirche.

Die katholische Frauenkirche

ist ein Rokokobau aus dem Jahr 1753. Die Saalkirche wurde nach den Plänen des fürstbichöflichen Hofbaudirektors erbaut. Grundlage war ein Vorgängerbau aus dem Jahr 1678 aus dem noch die Sakristei stammt.

Das Franziskanerkloster mit Klosterkirche

war eine Stiftung eines Berchinger Bürgers, der dafür die Erlaubnis des Eichstätter Fürstbischofs Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen hatte. 1723 kamen vier Franziskaner nach Beilngries, die zuerst in einem neu gebauten Haus bei einem Lederer (Gerber) wohnten. Im gleichen Jahr wurde der Grundstein für ein Hospitium (Herberge) gelegt. Der Bau mußte jedoch aufgrund einer Drohung des Eichstätter Domkapitels eingestellt werden. Der Streit landete vor dem hohen päpstlichen Gericht, der Rota in Rom. Die Franziskaner erreichten die Versöhnung und erhielten 1736 nochmals die Erlaubnis zum Bau des Klosters, in dem bis zur Säkularisation 1802 vier bis fünf Priester wohnten.

Das Kloster ist heute im Besitz der Stadt Beilngries. Zunächst war im ehemaligen Spital eine Knabenschule untergebracht. Heute befindet sich hier das Spielzeug- und Figurenmuseum „anno dazumal“. Es war Corona bedingt leider geschlossen. Die Beilngrieser Tafel ist hier auch zu finden.

Im Innenhof des Klosters ist an der Außenmauer des alten Schulhauses das „Mosaik der Eierspende“ von einem Berchinger Künstler angebracht. Darauf ist zu lesen: daß der Pfarrer Wolfgang Christoph Groß 1653 die „Eierspende“ einführte. Eine Legende besagt, daß sich Kinder immer am Montag nach dem Weißen Sonntag ein rohes Ei und eine Scheibe Brot abholen durften. Bezahlt wurde es aus dem Ertrag des Pfarrgartens. Dies sollte eine barmherzige Aktion in der Zeit von Hungersnot und Seuchen gewesen sein.

Die ehemalige Klosterkirche Trinitas

wurde entweiht und ist seit 1961 das Pfarr- und Jugendheim der katholischen Stadtpfarrei St. Walburga.

Die Kirche St. LuciaBühlkirche

befindet sich auf dem Friedhof von Beilngries und wurde erstmals 1191 erwähnt. Man nannte sie aufgrund ihrer Lage auch „Bühlkirche“. Sie war bis 1441 Pfarrkirche der Stadt. Von 1469 bis 1476 wurde die Kirche in gotischem Stil neu gebaut. Im Jahr 1740 baute man sie im Barockstil um. Die Kirche wird nur bei Beerdigungen geöffnet.

Sehenswerte Gebäude

An der Hauptstraße von Beilngries stehen Giebelhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Das Fürstbischöfliche Brauhaus

in der Bräuhausstraße gibt es seit 1450. Die Felsenkeller, die auch aus dieser Zeit stammen, wurden von Hand aus dem Felsen des Hirschbergs geschlagen. Im Keller wurde das Bier gelagert um es kühl zu halten. Heute ist im Felsenkeller das Beilngrieser Brauereimuseum. Seit 1980 ist die Brauerei geschlossen. Heute befindet eine Gaststätte im Gebäude.

Das Wirtshaus „Zur Mauth“

war das ehemalige Mauthhaus. Ein Wohnhaus mit einem Anbau von Vieh- und Schweineställen, Stadel und Hofraum. Im Jahr 1888 kaufte es der Brauereibesitzer Franz-Xaver Schattenhofer von seinem Bruder, dem Gastwirt Matthias Schattenhofer. Im gleichen Jahr erhielten sie die Konzession für den Bierausschank. Um auch Branntwein ausschenken zu dürfen, mußten sie innerhalb von 14 Tagen ein Pissoir errichten.

Der Gasthof Stern

stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es ist das älteste Wirtshaus in Beilngries. Das Wirtshaus hat eines der längsten Jura-Dächer im Altmühltal. 1968 hat die Augustiner Brauerei das Gebäude übernommen und saniert. Sehr beachtlich ist, daß das Gewicht der Jura Platten von ca. 120 Tonnen vom 1471 erbauten Dachstuhl noch heute getragen wird.

Der Gasthof „Walthierer“ der „Millipp“

ist eine Metzgerei, ein Gasthof und ein Romantik Hotel. Das Fachwerkhaus in der Altstadt von Beilngries wurde 1458 erbaut. Es blickt auf eine lange Tradition und Geschichte zurück. Die Familie Walthierer erkaufte sich im 15. Jahrhundert das Bürgerrecht. Als sich die Familie im Laufe der Zeit verzweigte und um die Nachkommen unterscheiden zu können, erhielt jede Familie einen Hausnamen. Vor über 500 Jahren war der Besitzer vom Gebäude Miller Philipp. So entstand für das Haus die Bezeichnung „Millipp“.

Das Haus wird nun schon in der 15. Generation von der Familie Walthierer-Celler geführt. Es trägt das Siegel „Zu Gast im Denkmal“. Dieses Siegel erhalten nur Häuser im Naturpark Altmühltal, die historisch wertvoll sind und die Historie zum Erlebnis wird. Dieses Siegel tragen auch verschiedene Hotels, Ferienwohnungen und weitere Restaurants sowie viele Museen und Infostellen, die in geschichtsträchtigen Gebäuden untergebracht sind.

Im ehemaligen Fürstbischöflichen Rentamt

ist jetzt der Donaukurier. Es stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Im ehemaligen Fürstbischöflichen Getreidespeicher

befindet sich heute das „Haus des Gastes“. Das Haus ist im 15. Jahrhundert entstanden. Der Getreidespeicher mit städtischer Brotbank wird als „Getreidekasten“ bezeichnet und hatte im Erdgeschoss einen Kramladen. Im ersten Stock wurden zwei Räume als Ratsstuben an die Stadt verpachtet. Das Gebäude wurde 1975 entkernt und saniert.

Das Rathaus

war ehemals ein Fürstbischöfliches Oberamtsgebäude und wurde zwischen 1740 und 1742 errichtet. Es war bis 1802 der Sitz des fürstbischöflichen Oberamtsmannes. Anschließend war darin das Landgericht, Bezirksamt und das Landratsamt Beilngries. Im Jahr 1972 hat die Stadtverwaltung Beilngries das Gebäude bezogen.

Das Kaiserbeckhaus

stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das prächtige Gebäude läßt vermuten, daß es sich um einen gutsituierten Bauherrn gehandelt haben muss. Die reichen Bürger von Beilngries verschafften sich mit ihren Häusern Anerkennung in der Stadt. Auch der „Kaiserbeck“ trägt das Siegel „Zu Gast im Denkmal“.

Der Besitzer vom nachfolgenden Haus hat Mut zur Farbe. Das Untergeschoss ist vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, das Obergeschoss mit den Zinnenaufsätzen stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Am Portal zur Hofeinfahrt steht das Jahr 1528 mit einem Kreuzigungsrelief.

In der Gösselthalmühle,

einer ehemaligen Hofanlage und Mühle befindet sich heute die Betriebszentrale des Ludwig-Main-Donaukanals. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Die Hauskapelle wurde 1835 vom damaligen Hausbesitzer errichtet. Seit 2017 ist in dem Gebäude das Informations- und Besucherzentrum „Erlebniswelt Wasserstraße“.

Die Besucher können an verschiedenen Stationen Themen rund um die Schifffahrt und Wasserstraße erfahren und entdecken. Die Ausstellung ist für Alt und Jung geeignet.

Der Yachthafen

befindet sich am Main-Donau-Kanal.

Flugplatz

In Beilngries gibt es einen Flugplatz. Hier kann man auf Anfrage bei einem Piloten mit fliegen oder auch den Segelflugschein machen.

Nachdem wir beim Start eines Segelfliegers und der Landung von einem Doppeldecker zugeschaut haben, geht es mit dem Fahrrad weiter zum

Der Golfplatz

Altmühlgolf in Beilngries läßt angeblich „Golferherzen“ höher schlagen. Der 9-Loch-Golfplatz liegt idyllisch auf einem 41 Hektar großen Gelände im Ottmaringer Tal und ist nur zehn Gehminutenvom Zentrum entfernt.

Ortsteil Kottenwörth von Beilngries.

Hier haben wir die katholische Pfarrkirche St. Vitus angeschaut. Der barocke Kirchenbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. An der gleichen Stelle stand im Mittelalter eine Wehrkirche. Wegen der Türme wird die Kirche auch als „kleiner Dom im Altmühltal“ bezeichnet.

Die Siedlung Kottenwörth wurde im 9. Jahrhundert angelegt und hatte eine Kirche aus Holz. Im 12. Jahrhundert wurde die erste Kirche in Stein gebaut. Von diesem Kirchenbau sind noch Mauerreste in den beiden Türmen der Fassade zu sehen. Um 1250 wurde der Turm im Westen und um 1310 der Turm im Osten und das Langhaus errichtet.

Die Kirche und der Friedhof sind von einer teilweise bis zu vier Meter hohen Mauer umgeben. Daraus kann geschlossen werden, daß es sich um eine Wehrkirche gehandelt hat und in Kriegszeiten der Bevölkerung als Zuflucht diente.

Im Jahr 1891 wurden bei Renovierungsarbeiten in der Vituskapelle übertünchte Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert entdeckt und bis 1895 wieder freigelegt. 

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