Dietfurt

an der Altmühl, ist eine Stadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Der zweiteilige Name setzt sich aus „Diet“-Volk und „Furt“ ein flache Stelle im Fluß, an der man den Fluß durchqueren konnte. Somit ist Dietfurt die „Furt des Volkes“.

Dietfurt wird als 7-Täler-Stadt bezeichnet. Die Stadt liegt im Tal der Weißen Laber, der Wissinger Laber, im Mühlbacher Tal, im Unteren und Oberen Altmühltal, im Ottmariner Tal und im Böhmerbrunnen Tal. Der Erholungsort gehört zum Naturpark Altmühltal.

Die Stadt ist 30 Kilometer von Ingolstadt und 40 Kilometer von Regensburg entfernt. Zu Dietfurt gehören 37 Gemeindeteile. Ein Gemeindeteil kann eine Einöde, ein Kirchdorf, ein Weiler, ein Pfarrdorf oder ein Dorf sein.

Von der Eiszeit bis zu den Römern

Durch Höhlenfunde im Gebiet um Dietfurt wurden Spuren einer Besiedlung bereits während der Eiszeit nachgewiesen. In der Jungsteinzeit vor 4000 Jahren gründeten Bauern ein Dorf bei Griesstätten. Aus der Glockenbecherkultur um 2000 v. Chr. stammen Gräber im nördlichen Donautal. Bei der Kanalschleuse Dietfurt konnte durch umfangreiche Grabungen belegt werden, daß eine Besiedlung vom Jahr 1800 v. Chr. bis um 400 v. Chr. am Eingang vom Ottmaringer Tal bestand. Während der Urnenfelderkultur in der Bronzezeit, von 1250 bis 750 v. Chr., war hier eine der größten Siedlungen von Nordbayern.

In der Hallstattzeit von 750-500 v. Chr. führte eine Handelsstraße durch den Dietfurter Talkessel. Es entstand eine Siedlung aus drei befestigten Bauernhöfen. Auch ein Friedhof mit 125 Gräbern gehörte zur Siedlung. Eine hölzerne Grabkammer mit Grabbeigaben aus dieser Zeit ist im Museum Hollerhaus in Originalgröße rekonstruiert.

Auch in der Latènezeit von 500-15 v. Chr. bestand die seit Jahrhunderten bewohnte Siedlung weiter. Auf dem, in der Nähe befindlichen Wolfsberg, wurde durch einen Wall eine Befestigung angelegt. Schlackenfunde am Fuß des Hallenhausener Berges beweisen, daß hier Eisenerz geschmolzen wurde.

Dietfurt im Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dietfurt 1144. Bis zum Jahr 1304 gehörte der Ort zu den Grafen Grögling-Hirschberger. Als diese ausgestorben waren, ging das damals als „Markt“ bezeichnete Dietfurt an die Wittelsbacher.

Zusammen mit der Burg Wildenstein bildete der Ort den Mittelpunkt des Bayerischen Gerichts Dietfurt. Vermutlich durch die Tatsache, daß Dietfurt der Grenzort des Herzogtums Bayern zum Fürstbistum Eichstätt war, wurde Dietfurt bereits 1416 zur Stadt erhoben.

Blütezeit von Dietfurt

Die Stadt lag an der Haupthandelsroute von Nürnberg nach Regensburg. Durch die günstige Route, die auch Karl der Große nutzte, kam die mittelalterliche Stadt zu Aufschwung und Blüte. Mittelpunkt des Straßenmarktes war das um 1479 entstandene Rathaus. Heute ist im Gebäude die Stadtverwaltung, die Tourist-Information, die Forstdienststelle und eine Ausstellung zum Chinesenfasching.

Zerstörungen in Dietfurt

Im Dreißigjährigen Krieg besetzten schwedische Kompanien Dietfurt und brachten Leid, Hunger und Tod über Dietfurt. Die gesamte Stadt wurde ausgeplündert. Nach den Schweden kam das kaiserlich-bayerische Kriegsvolk und richtete weiteren Schaden an. Im spanischen Erbfolgekrieg 1703 griffen die Kaiserlichen die Stadt an und plünderten sie erneut aus. Viele Häuser gingen dabei in Flammen auf.

Der Chinesenbrunnen

befindet sich vor dem Rathaus. Er wurde wurde 1962 erbaut. Der Brunnen soll zum Ausdruck bringen, daß sich die Dietfurter mit dem Spitznamen „Chinesen“ nicht nur längst abgefunden haben, sondern auch stolz auf ihn sind.

Das Dietfurter Drachenbad

entstand 2008 auf dem Dietfurter Marktplatz in Terazzo Technik einer Steingusstechnik aus der Antike. Leider hat der Drachen kein „Wasser“ gespuckt.

Warum die Dietfurter den Spitznamen „Chinesen“

haben, erkläre ich nachfolgend:

Als der Fürstbischof von Eichstätt feststellte, daß die Dietfurter zu wenig Lehen und Abgaben leisteten, schickte er seinen Kämmerer, um im Ort einmal nach dem Rechten zu sehen. Die Dietfurter wussten jedoch, daß der Kämmerer in die Stadt kommen wollte und verschlossen ihre Stadttore. Verärgert berichtete der Kämmerer dem Bischof, daß ihm die Dietfurter wie „Chinesen“ vorkämen. Sie verschanzten sich hinter ihrer Mauer und hätten vom bischöflichen Kämmerer keine Notiz genommen.

Wie lange die Dietfurter schon „Chinesen“ genannt werden, ist nicht bekannt. In einem Artikel des Eichstätter Pastoralblattes von 1869 wird das Dietfurter Gebiet bereits als „Chinesenviertel“ genannt.

Im Jahr 1928 erinnerte eine Blaskapelle beim Faschingsumzug im Chinesenkostüm an den Spitznamen der Stadt. In den Kriegsjahren gab es keinen Faschingsumzug. Seit 1950 wird der „Unsinnige Donnerstag“ jedoch wieder mit einem Maskenzug gefeiert. Im Jahr 1954 wählte das „Volk“ seinen ersten Kaiser. Es wurde der Maler Egid Prock, der den Namen Kaiser MA-LER-GIE erhielt.

Der Chinesenfasching

findet am letzten Donnerstag der Faschingszeit statt. Bereits ab 2.00 Uhr morgens wird die gesamte Stadtbevölkerung von den „Maschkaras“ mit viel Lärm geweckt. Mittags wird auf einer Bühne in der Altstadt mit Musik der Fasching eingestimmt. Um „13.61 Uhr“ setzt sich der Maskenzug mit 50 Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen in Bewegung.

Am Faschingsdienstag geht der Chinesenfasching zu Ende. In den frühen Abendstunden zieht das „Klageweib“ durch die Straßen. Ab 19.00 Uhr findet ein Trauerzug statt, der von Mitgliedern des „Begräbnisvereins“ in weißer Kleidung veranstaltet wird. Den „Fasching“ fahren die Männer in einem Holzsarg von Wirtshaus zu Wirtshaus. Die Männer verkünden noch einige Schandtaten vom „Fasching“. Um 23.30 Uhr treffen sich die Narren auf der Scheippl-Bruck, um dem Fasching ein letztes Geleit zu geben. Der Begräbnisverein verbrennt abschließend am Chinesenbrunnen die Faschingspuppe.

Um 24.00 Uhr ist der Fasching beerdigt. Zu letzten Mal wird die „Chinesenhymne“ gesungen und vorbei ist es mit dem Chinesenfasching. Seinen Ausklang findet das Treiben bei einem Heringessen in der Gasthäusern von Dietfurt.

Außer dem Chinesenfasching findet in Dietfurt noch ein Bayrisch-chinesisches Sommerfest sowie QiGong- und Tai Chi Kurse statt. Zu den Veranstaltungen kommen auch Gäste aus China.

Die Chinadiplomaten

sind aus dem Dietfurter Fasching nicht wegzudenken. Sie treffen sich nur einmal im Jahr eine Woche vor dem „Unsinnigen Donnerstag“ im Gasthaus Toni Bräu. Der Wirtshaussaal wird in die „Katakombe“ verwandelt, in die nur Männer Einlass zur Diplomaten-Sitzung haben. Nur die Kellnerin wird „geduldet“.

Bereits 1956 hielt man in der Faschingszeit einen „Kappenabend“ ab. Es wurde um alles mögliche, auch über die Kommunalpolitik „diskutiert“. Um sich zu schützen, wenn das eine oder andere hart ausgesprochen wurde, nannten sie sich „Diplomaten“, da Diplomaten ja bekanntlich einen besonderen Schutz geniessen. Nachdem der Abend allen gefiel, wurde im Jahr 1957 die Tradition der Diplomaten-Sitzungen geboren. Rasch war beschlossen, daß nur Männer Zutritt bekommen. Auch eine Kleiderordnung wurde festgelegt. Jeder „Diplomat“ muß in Festtagskleidung mit Kopfbedeckung – Zylinder oder Melone – und einer Schärpe erscheinen. Wie es eben für Diplomenten üblich ist. Nach dem Motto „Ehre wem Ehre gebührt“ werden Orden verliehen. Anschließend fordert der Präsident seine Diplomaten auf, sich in der „Bütt“ die Sorgen und den Frust von der Seele zu reden.

Unter dem Motto „Heid-Red-I-Mi-Aus“ geht es in die Bütt. Mit dem Worten „Hier wird sich jetzt gleich zeigen, gehört ihr zu den Aktiven oder zu den Feigen“, fordert der Präsident seine Diplomaten zur Rede auf.

Ein Standes- und Bestattungsbeamter schlägt in der „Bütt“ im Jahr 2013 vor, einen Event-Friedhof zu gestalten und die Grabinschriften berufsbezogen zu formulieren: „Der Zahnarzt hinterläßt eine schmerzliche Lücke“, der Koch gibt den Löffel ab und die Putzfrau kehrt nie wieder.

Rund ums Wasser

Die Weiße Laber teilt sich in Dietfurt in die Stadtlaber und Außenlaber. Die Stadtlaber fließt an der Mauer des Franziskanerklosters entlang.

Das Wasser der Stadtlaber im historischen Stadtkern wurde früher zum Waschen, zur Brandbekämpfung und zum Bierbrauen genutzt. Verständlicherweise war das Entsorgen von Fäkalien an Brautagen strengstens verboten.

Die Stadtlaber floß früher außerhalb der Stadtmauern. Um auch in der Stadt Wasser zur Brandbekämpfung zu haben, wurde das „Feuerbächl“ angelegt.

Die kurze Werklaber kann man von der Brücke an der Hauptstraße sehen.

Am Wasserweg Nummer 1 in der Labergasse liegt der Dietfurter Barfußpark und eine Kneippanlage.

Die Schleuse Dietfurt

wurde von 1979 bis 1984 im Zuge vom Bau der Bundeswasserstraße errichtet. Hier befindet sich auch die Schiffsanlegestelle. Im neuen Pavillon der sich auf einem Hügel befindet, haben wir Rast gemacht und einen leckeren, hausgemachten Blaubeerstrudel gegessen.

Das Franziskanerkloster

konnte durch eine Grundstücksspende vom damaligen Bürgermeister 1660 gegründet werden. Im Jahr 1665 war es fertiggestellt und wurde von den Brüdern bezogen. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgelöst und bereits 1827 wieder errichtet.

Seit 1977 ist im Kloster das Dietfurter Meditationshaus St. Franziskus. Hier werden Anleitungen zur Zen-Meditation gegeben. Es gilt als ältestes „christliche Zen-Kloster“ im deutschsprachigen Raum.

Zum Meditationshaus St. Franziskus gehört ein Klostergarten. Der Garten wird seit mehr als 300 Jahre ökologisch bewirtschaftet. Im Hof der Kirche steht der Franziskusbrunnen.

Seit 1680 finden in der Klosterkirche St. Johannes jeden Donnerstag in der Fastenzeit die Ölbergspiele statt. Es kommen viele Menschen aus Nah und Fern nach Dietfurt, um an der Ölbergandacht teilzunehmen. Die Fenster der Kirche werden mit schwarzen Tüchern verhängt. In drei Szenen wird das Leben und Leiden von Jesu dargestellt.

In einem Seitenaltar befindet sich der Schrein der Heiligen Benigna.

Der Antoniusbrunnen

steht neben der Klosterkirche. Die Figur in der Grotte stellt den Franziskanerpriester Antonius von Padua dar. Aus Urkunden von 1570 ist ersichtlich, daß die Quelle als Lehnlachbrunnen bezeichnete wurde. Später stand hier ein Brunnenhaus, das noch bis ins 20. Jahrhundert die Stadt mit Wasser versorgte. Heute noch speist die Quelle den Chinesenbrunnen vor dem Rathaus.

Der „Verschönerungsverein“ von Dietfurt errichtete 1910 den Zierbrunnen. Dem Wasser aus dem Brunnen wird eine Heilkraft für die Augen zugeschrieben.

Die Stadtpfarrkirche St. Ägidius

wird erstmals 1144 erwähnt. Vermutlich im Jahr 1400 wurde die Kirche durch einen gotischen Neubau ersetzt. Der 60 m hohe Turm aus dieser Zeit ist noch erhalten. Das heutige Kirchenschiff im Barockstil wurde 1730 vom Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli neu errichtet. Die letzte Renovierung war 1998.

Der Hochaltar stammt vom Eichstätter Altarbauer Johann Jakob Bochler aus dem Jahr 1737. Der Altar zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken in der Kirche. Die beiden Engel neben dem Tabernakel hat Ignaz Günther geschaffen. Er zählt zu den besten bayerischen Barockbildhauern.

Das Kulturhaus

ist ein Jurahaus aus dem Jahr 1715 und befindet sich in der Klostergasse. Das Gebäude war einst eine Tenne und ein Stallstadel. Später war hier eine Metzgerei. 2016 wurde das Gebäude grundlegend saniert. Heute findet man im Jurahaus die Stadtbücherei sowie Mehrzweckräume der Stadt Dietfurt.

Im Kulturhaus kann man an einem chinesischen Kochkurs teilnehmen, einen chinesischen Sprachkurs machen oder sich an einem chinesischen Spieleabend mit Majong vergnügen. 2021 findet eine Ausstellung mit dem Thema „Chinas Völker und Trachten“ statt.

Stadtmauer und Türme

Wie schon in Beilngries gibt es auch in Dietfurt eine Stadtmauer. Sie ist um 1450 auf Anordnung von Herzog Albrecht entstanden.

Von den einst zehn Wehrtürmen sind heute noch sechs erhalten.

Den Hollerturm

nannte man, wie aus Ratsportokollen von 1802 ersichtlich, auch Folterturm oder Fröllenturm. Wie der Name Folterturm entstand, läßt sich nicht feststellen, denn Dietfurt hatte nie das Recht zu foltern. Alle schweren Vergehen unterstanden dem kaiserlichen Landgericht Hirschberg. In Dietfurt wurden nur Gerichtstage abgehalten.

Der Turm ist heute im Besitz der Stadt Dietfurt. Das Haus neben dem Hollerturm steht den „Kunsttürmlern-Dietfurter Künstlern“ zur Verfügung.

Der Drachenbrunnen

steht an der Stadtmauer neben dem Hollerturm. Er wurde von einer Dietfurter Künstlerin entworfen. Man sollte jedoch acht geben, denn dieser Brunnen speit nicht Wasser sondern manchmal „Blut“.

Der Vogelfängerturm

in der Ringgasse stammt auch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Heute gehört der Turm der Stadt Dietfurt. Er galt lange als einsturzgefährdet und wurde deshalb von der Stadt saniert. Über viele Jahrhunderte wohnten im Turm Stadtknechte, die das Recht des „Vogelfangens“ hatten. Seit dem Brand der benachbarten Viertelmühle im Jahr 1925 wird der Turm nicht mehr genutzt.

Der Goggerturm

ist der höchste der Wehrmauertürme und eines der Wahrzeichen der Stadt. Seinen Namen erhielt der Turm von der Familie Gaukler, die bereits 1851 den Turm bewohnte. Er befindet sich heute im Eigentum der Stadt und ist vermietet.

Einst wurde der Turm als Bürgerturm bezeichnet. Er war städtisches Gefängnis in das Bürger für kurze Zeit wegen geringer Vergehen eingesperrt wurden. Hier landeten Bürger, die den Bäcker, Metzger, Müller oder Bierbrauer betrogen hatten. Auch bei Beleidigungen gegenüber dem Bürgermeister oder Stadtpfarrer mußte man hier seine Strafe absitzen.

Der Zinkturm

steht in der Ringgasse 43 und entstand ebenfalls im Zuge der Stadtbefestigung von Dietfurt. Er erhielt seinen Namen von den Bewohnern Zink. Der Turm wurde als Pulverturm genutzt. Bei Renovierungsarbeiten wurde die Jahreszahl 1460 gefunden. Er wird bewohnt.

Im Bettelvogtturm

wohnte der Bettelvogt. Er war städtischer Mitarbeiter und mußte sich um die zahlreichen Bettler in der Stadt kümmern.

Der Schauerturm

wir auch Modlturm genannt. Er wurde nach seinen ehemaligen Besitzern ernannt.

Der Schauerbrunnen

am Schauerturm ist ein Symbol der Stadtbrunnen, die im Laufe der Jahre aus der Stadt verschwunden sind. Er wurde 1990 aufgestellt und ist neben dem Drachenbrunnen der einzige Brunnen mit Trinkwasser in der Stadt.

Gebäude mit Geschichte

In Dietfurt stehen noch einige Häuser, die im Kern bereits mehrere hundert Jahre alt sind. Die meisten sind renoviert und farbenfroh gestrichen. Natürlich gibt es auch Ausreisser.

Wagnerei Museum Zacherl

Der Wagner war ein Holzhandwerker (Stellmacher). Er arbeitete mit dem Schmied zusammen und war in jedem Dorf unentbehrlich. Seine Hauptarbeit war die Herstellung von Wagen und Fuhrwerken. Daneben stellte er auch Stiele, Rechen, Leitern, Schubkarren und Schlitten her.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die gummibereiften Räder und Wagen aufgekommen und der Beruf des Wagners fast ausgestorben.

Das Anwesen sanierte man von 2009 bis 2011 aufwändig und es entstand das „Wagnerei-Museum“. Im Erdgeschoß befindet sich die Wagnerwerkstätte, die im Zustand von 1920/30 erhalten werden konnte. Die Bandsäge, Hobelmaschine und Radmaschine sind voll funktionsfähig. Die Werkstatt der Wagnerei wird als „lebendes Museum“ noch heute für Reparatur und Nachbauarbeiten genutzt. Im Obergeschoss erhält man einen Einblick in die Wohn- und Arbeitswelt einer Handwerkerfamilie vor 100 Jahren.

Die Frauenkirche

oder die Kirche „Unserer lieben Frau“ wurde urkundlich 1454 erwähnt. Ein Ritter Martin I. aus dem Adelsgeschlecht der Wildensteiner hat die Kirche gestiftet. Die Wildensteiner hatten ihre Stammburg im Ortsteil Dietfurt-Wildenstein. 1748 wurde die Frauenkirche barockisiert. Der Turm, in dem kleine Glocken aus dem 15. und 18. Jahrhundert hängen, stammt aus dem Jahr 1744.

Besonders schön ist der Hochaltar. Hier thront Maria auf Wolken. Die rechte Hand hat sie um das Christkind gelegt, das auf der blauen Kugel des Weltalls steht. An der Kanzel aus dem Jahr 1702 sind die vier Evangelisten symbolisch angebracht.

Die Sebaldkirche

am Friedhof ist eine Stiftung des reichen Pfarrherrn Sebald Forchhammer, der 1676 in Dietfurt geboren wurde. Die Kirche wurde aus seinen eigenen Mitteln erbaut. Der Stifter war fast erblindet und konnte deshalb nicht mehr schreiben und lesen. Bereits während der Bauzeit der Kirche erlangte er sein Augenlicht wieder.

Das ehemalige Frauenkloster Maria Stern

der Franziskanerinnen befindet sich im Premerzhofer Weg. Ordensfrauen von Maria Stern waren ab 1897 in der Schule und im Kindergarten tätig. Im Jahr 1997 wurde das Kloster aufgelöst. Die drei Ordensschwestern, die hier noch lebten, sind 2000 in das Kloster Maria Stern nach Augsburg gezogen.

Heute ist in dem schönen Gebäude das Stadtarchiv. Mehrere Räume werden von verschiedenen Gruppen als Übungsräume genutzt. An die Ordensschwestern erinnert im Neubaugebiet von Dietfurt der Maria-Stern-Ring.

Das Altmühltaler Mühlenmuseum

Die Mühle wurde erstmals 1467 als Regnathmühle erwähnt. Sie ist die letzte noch laufende Mühle im Altmühltal.

Die Mühle wird auf vier Etagen nur durch die Wasserkraft der Weißen Laber mit 53 Lederriemen angetrieben. Die Wasserturbine ist 90 Jahre alt und verrichtet noch heute ihren Dienst. Bis 1980 wurde die Mühle, die den technischen Stand von 1906 hat, noch gewerblich genutzt.

Mit dem Wasserrad und einem Gleichstromgenerator wurde ab 1897 in der Mühle der erste elektrische Strom für Dietfurt erzeugt. Auch das Dietfurter Franziskanerkloster wurde an das Stromnetz 1897 angeschlossen. Es war das erste Kloster in Bayern mit elektrischem Strom. Erst zwei Jahre nach Dietfurt erhielt die Landeshauptstadt München elektrisches Licht. Bis 1950 versorgte die Regnathmühle die Stadt Dietfurt mit Strom.

Das Museum kann ohne Anmeldung jederzeit besucht werden. Zu bestimmten Zeiten kann man die Mühle im laufenden Betrieb besichtigen.

Erlebnisdorf Alcmona

Aus archäologischen Ausgrabungen kann nachgewiesen werden, daß in der Gegend um Dietfurt im Naturpark Altmühltal vorgeschichtliche Siedlungen der Stein,-Bronze- und Eisenzeit existierten. Nachdem immer mehr historische Funde auftauchten, wurde im Jahr 2000 ein Förderverein ins Leben gerufen. Der Verein machte sich zur Aufgabe das „Erlebnisdorf Alcmona“ detailgetreu aufzubauen. Der Verein pflegt das keltische Leben und möchte die Geschichte der Allgemeinheit näher bringen.

Im Kirchdorf Ottmaring

einem Stadtteil von Dietfurt, waren wir auf dem Campingplatz, da es uns am Campingplatz Naturama in Beilngries überhaupt nicht gefallen hat. Der Platz in Ottmaring liegt nur wenige Meter vom Ufer des Main-Donau-Kanal entfernt. Von hier erreicht man auf einem schönen Radweg die nur wenige Kilometer entfernte Stadt Beilngries oder Dietfurt.

Der kleine Ort Ottmaring entstand bereits im Zuge der Landnahme durch die Bajuwaren im 6.-9. Jahrhundert. Im Mittelalter gab es in Ottmaring eine frühgotische Kirche, einen kleinen Landadelssitz und ein Schloß. Einige Grabsteine des einstigen Landadels sind in der Friedhofsmauer eingelassen.

Die katholische Kirche St. Ottmar

hat einen Turm aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und ein barockes Langhaus. Um 1516 wurde die Kirche verändert. Dies kann man aus Wandmalereien, die während einer Renovierung 1921 entdeckt wurden, schließen. Die Malereien zeigen das Letzte Abendmahl, das Leiden und die Auferstehung Christi. Im Jahr 1854 wurde die Kirche erweitert und erhielt eine geschwungene Empore.

Auch das Pfarrdorf Mühlbach

ist ein Ortsteil von Dietfurt. Das Gebiet gehört zum frühen Siedlungsraum der Germanen. Im Mittelalter war hier ein Schloß der Grafen von Grögling-Hirschberg. Der Graf legte in seinem Testament die territorialen Grenzen in der Gegend für viele Jahrhunderte fest. Damit kam Mühlbach mit Dietfurt zum Herzogtum Bayern.

Der Ludwig-Donau-Main-Kanal, der 1835 erbaut wurde, führte an Mühlbach vorbei. Es gab eine Ladestelle für den Güterumschlag. 1950 wurde der Ludwigskanal aufgelassen und 1990 beim Bau des Main-Donau-Kanals überbaut. Ein kleiner Abschnitt und die Schleuse 12 sind erhalten geblieben.

das Schleusenwärterhäuschen

Die Kirche Maria Heimsuchung

ist eine alte Pfarrei, die im Mittelalter zum Kloster Altmühlmünster gehörte. Die Pfarrkirche, wie sie heute zu sehen ist, wurde 1722 erbaut. Sie gehörte den Grafen von Hirschberg.

Die Kirche wurde der Heiligen Maria geweiht. Hinter dem Hochaltar ist eine gotische Kapelle mit zahlreichen Fresken aus dieser Zeit. Der Hochaltar stammt aus der Zeit des barocken Kirchenbaus im 18. Jahrhundert.

Auf dem Kirchplatz

neben dem Mühlbach ist ein „Öffentlicher Bücherschrank“. Das ist doch eine tolle Idee.

Beim Jurahaus-Ensemble Obermühle

am Obermühlenweg handelt es sich um insgesamt vier Gebäude. Den Wohn- und Mühltrakt, den Steinstadel, den ehemaligen Sägemühlstadel und das Bauhaus. Auch dazu gehört der Quellteich mit seinen vier Wehren und das eiserne Wasserrad sowie eine hölzerne Brücke über das Wehr.

Im Mühltrakt kann man noch die historische Mechanik des Wasserrades und einen Teil der Mühlenausstattung sehen. Im Stein- und Sägemühlstadel kann die Ausstellung „Stein-Wasser-Höhle“ besucht werden. Im vorderen Raum des Sagemühlstadels sieht man das Wasserrad, die Wehre des Quellflusses und einige archäologische Funde. Der Eintritt beträgt nur € 3,00.

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