Tag 50 – 54: Polen

Tag 50

ist Reisetag. Wir verlassen Litauen und machen uns auf den Weg nach

Polen

zum Camping Seeblick in Ruska Wies-Mragowo, ein Ort der polnischen Woidwodschaft Ermland Masuren. Erneut kämpfen wir mit Städtenamen. Es fällt uns schwer sie zu lesen, geschweige denn zu sprechen.

Die Fahrt ist sehr schön. Es scheint die Sonne und am blauen Himmel sind zum Greifen nahe wunderschöne, weisse Wolken.

Wir kommen vorbei an Feldern, verschieden farbig blühenden Wiesen und nur wenigen kleinen Wäldern.

Ganz begeistert sind wir von den vielen Störchen und Storchennestern. In einem Feld, das ein Bauer gerade gemäht hat, konnten wir ganz viele sehen, die ihr Futter aus dem Feld pickten.

Das Storchennest im Bauernhof.

Auf unserem persönlichen, kulturellen Programm stand noch der Besuch der Wolfsschanze im Dorf Wilczy Sczaniec. Wolfsschanze war der Tarnname für  ein militärisches Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht und eines der Führerhauptquartiere während des Zweiten Weltkrieges.

Die Wolfsschanze lag in einem dichten Wald unter nichtbrennbaren Tarnnetzen. Sie bestand aus 40 Wohn,-Wirtschafts- und Verwaltungs-gebäuden sowie 7 massiven und 40 leichten Stahlbeton-Bunker, die alle 1945 von der Wehrmacht gesprengt worden sind.

Hier gilt „Betreten verboten“

Die Decken der massiven Stahlbunker waren 6 bis 8 Meter dick.

An Mimi sieht man wie gigantisch dick die Mauern waren.

Doch die Natur holt sich alles zurück. Die 57 ha der Wolfsschanze sind jetzt ein wichtiges Biotop.

Für 18.30 Uhr hatten wir uns zu einem Grillabend angemeldet. Schade,  das sehr rustikal servierte Essen (vergleichbar einer Jugendherberge) passte so überhaupt nicht zum dafür verlangten Preis.

High light des abends war die Rede von Annette, die in Gedichtform unsere gesamte Reise sehr lustig verpackt, vorgetragen hat. Ganz nett war auch, dass wir von Ria und Marinus, mangels Auftauchen eines Elchs auf unserem Reiseweg, einen Untersetzer aus Holz mit einem ausgestanzten Elch erhielten. Lothar und Bruno mit Heinz spendierten dann noch je eine Flasche Kräuterschnaps, so dass es ein sehr netter „feucht-fröhlicher“ Abend wurde.

Tag 51

ist wieder ein „Jeder macht was er will Tag“ das heisst für uns, wir schlafen richtig aus und zwar gleich bis 11.00 Uhr. Verpasst haben wir nichts, denn es hat geregnet. Kaum aufgestanden, kommt auch schon die Sonne raus.

Ist es hier nicht wunderschön?

Wir geniessen den Tag mit faulenzen, lesen  und sonnenbaden.

Bis heisst: auf zur Routenbesprechung denn morgen ist

Tag 52

Reisetag nach Toruń.

Heinz beschliesst, dass wir von der Route abweichen und einen Abstecher nach Ilawa machen. Ilawa liegt in der polnischen Woidwodschaft Ermland-Masuren und hiess früher Deutsch-Eylau in Westpreussen. Deutsch-Eylau ist der Geburtsort seines Vaters.

Bei schönem Wetter ist die Fahrt durch die Ermland-Masuren sehr abwechslungsreich. Wir kommen vorbei an vielen kleinen und großen Seen,

gepflegten Häusern, oft mit einem großen bunten Blumengarten und wieder an Orten mit für uns unaussprechlichen Namen.

In Ilawa machen wir einen Spaziergang zum Rathaus

der katholischen Pfarrkirche, die Maria gewidmet und im Stil der Backsteingotik

errichtet wurde und dem Bahnhof. Wir stellten fest, dass Ilawa eine moderne Stadt mit nur wenigen alten Häusern ist.

Hier ist eines der wenigen älteren Häuser mit einem schön angelegtem Rasen.

Das Zentrum vom Wassersport-Tourismus ist der Geserichsee

und Heinz meinte:

das wäre eigentlich auch eine schöne Heimat.

Jetzt geht aber auf nach Toruń. Um wieder auf die Route gemäß Routenbuch zu kommen, mussten wir sehr schlechte Straßen, eher Wege fahren. Eine Achterbahnfahrt ist gemütlicher. Es ist verwunderlich, dass unser Geschirr noch heil ist.

Um 18.00 Uhr sind wir am Camping Nr. 33 Tramp (nicht  zu verwechseln mit Trump) in Toruń angekommen. Toruń ist eine der beiden Hauptstädte der polnischen Woiwodschaft Kujawien Pommern. Es war noch schön warm, so dass dann ein letztes gemütliches Beisammensein am Campingplatz versammelten.

Tag 53

Um 11.00 Uhr ist Treffen am Kopernikus-Denkmal

mit der sehr witzigen Stadtführerin in Toruń. Sie erzählt uns, dass Kopernikus in Torun geboren ist. In welchen Haus weiss so Recht niemand, da die Familie Kopernikus sehr reich war und im Besitz mehrerer Häuser in Toruń war.

Vorbei am Kopernikus-Denkmal stehen wir auch gleich vor dem altstädtischen Rathaus, dessen Bau im 13. Jahrhundert begonnen wurde und heute Sitz des Bezirksmuseums ist. Ältester Gebäudeteil ist der 1279 erbaute Turm. Das Gebäude ist das architektonische Vorbild des Berliner Rathauses.

Früher war im Untergeschoss einen Weinkeller, im Erdgeschoss die Verwaltung und das Gericht mit gleich anschliessendem „Vollzugsort“ der jeweiligen Strafe, wie z.B. Hand ab oder brandmarken (heute Tattoo, Anmerkung der Führerin). Die weiteren Stockwerke dienten der Verwaltung.

Der Richter und der Ratsherr im Innenhof des Rathauses

Wir besichtigen die Marienkirche,

sahen die Stadtmauer mit Mauerturm und gingen zum schiefen Turm.

Die Neigung beträgt 6 % beim Turm und man sagt, dass er mehr geneigt ist, als der schiefe Turm von Pisa.

Wir sehen eine schöne Parkanlage mit Blick auf die Weichsel und die Pilsudski-Brücke.

Danach haben wir erst den gotischen Speicher, der einem Adventskalender gleich kommt leider kein Foto) und dann den barocken Speicher gesehen.

Nicht fehlen durfte der Dom St. Johannes.

In der sehr belebten historischen Altstadt

gibt es viele Geschäfte die Thorner Lebkuchen oder Thorner Honigkuchen verkaufen. Die Herstellung geht auf eine Tradition aus dem 13. Jahrhundert zurück und ist in ganz Polen bekannt.

Zum Abschluss der Stadtführung standen wir dann erneut vor einem angeblichen Geburtshaus von Kopernikus.

Mit Ernst und Elisabeth gingen wir in ein schönes Restaurant und haben vorzüglich gegessen.

Um  18.30 Uhr wurden wir vom Reiseveranstalter acsi  zum Abschiedsessen, einem 4gängigen Menü, ins Hotel Gromada eingeladen. Es folgten noch Ansprachen von Erhard und Marinus. Nach 2 1/2 Stunden und diversen Verabschiedungen war die 42tägige Reise zu Ende.

Tag 54

ist der erste Tag, an dem wir wieder auf uns selbst gestellt sind und siehe da, trotzdem stehen wir beide schon um 7.30 Uhr auf. Die neue Selbständigkeit beginnen wir mit einem mittelmäßigen Frühstück auf dem Camping Nr. 33 Tramp in Toruń. Es gibt viel zu diskutieren – wohin fahren wir –  schauen wir in Polen noch was an – zieht es uns nach Prag – geht es in Richtung Heimat?

Gewonnen hat die Heimat. Unsere erste Station wird Frankfurt an der Oder sein. Wir entscheiden der neuen mautpflichtigen Autobahn zu fahren, die an schönen Landschaften vorbeiführt. 

Bemerkenswert sind die vielen breiten Wildübergänge.

In der Dammvorstadt Lebus an der Oder, im äußersten Westen von Polen legen wir noch einen Tankstopp ein. Noch über die Brücke dann sind wir wieder in

Deutschland in Frankfurt/Oder

und am Ende unserer großen Nordreise

Resümee unserer Tour

Die Reise war von acsi touren- und eventmäßig sehr gut organisiert, so dass wir unser Augenmerk voll und ganz auf die Sehenswürdigkeiten sowie die unterschiedlichen Landschaften richten konnten. Sehr angenehm war, dass von den Reiseleitern Marinus und Ria die gesamte Organisation auf den Campingplätzen abgedeckt wurde.

Erwähnenswert ist auch, dass die Reisetage nicht im Konvoi verliefen, sondern jeder für sich während der Fahrt das jeweilige Land und die durchwegs netten, hilfsbereiten Leute kennenlernen konnte (einzige Ausnahme: der Dieb in Stockholm).

In allen acht, von uns bereisten Ländern, konnte man gut essen. Auch der Einkauf von Lebensmitteln war überall problemlos. Wir konnten viele landestypische Spezialitäten probieren und unseren kulinarischen Horizont erheblich erweitern.

So, nun genug geschwärmt, es gibt natürlich auch negative Eindrücke. Das Reisen in einer Gruppe mit 35 Personen über 42 Tage ist nicht so unser Ding.

Anstrengend waren insbesondere die letzten Tage in Estland, Lettland, Litauen und Polen mit einer Mammut-Besichtigungstour. Das Gehörte und Gesehene konnte nicht mehr richtig aufgenommen werden.

Doch wie auch immer, wir haben an einer beeindruckenden Reise mit vielen Highlights teilgenommen, die wir alleine so nicht auf die Beine hätten stellen können.

Ende der Berichterstattung zur Nordreise

und auf zu neuen Reisen, über die wir natürlich wieder berichten