Riedenburg

die Stadt liegt im Landkreis Kelheim im Altmühltal. Riedenburg wird erstmals im Jahr 1112 unter dem Ortsnamen „Ritenburg“ erwähnt. Wir haben gelesen, dass es um den Luftkurort interessante Sehenswürdigkeiten gibt. Leider finden wegen Corona keine Stadtführungen statt. Eine Historische Stadtführung mit dem „Grafen von Riedenburg“ hätte uns gut gefallen. Die Nachtführung mit der „Hexe Gretel“ klingt auch interessant. Die nächtliche Stadtführung mit dem „Nachtwächter Gustl und seinem Gesindel“ findet auch nicht statt.

Gut, dass das Wetter super ist für eine Radtour. Rauf auf das Rad, dann schauen uns in der Umgebung selbst um.

Der Marktplatz

Wir beginnen mit der Besichtigung am Marktplatz. Der Marktplatz ist das Zentrum der historischen Altstadt. Das bedeutendste Gebäude am Platz ist das Alte Rathaus. Der Bau stammt aus dem Jahr 1731. Auf dem Dach sieht man ein nettes Glockentürmchen. Heute ist im Gebäude die Tourist-Information untergebracht. Über dem Eingang ist die Figur des Heiligen Josef zu sehen. Das Stadtwappen von Riedenburg ist am Eingang angebracht.

Der Marienbrunnen

Direkt vor dem alten Rathaus befindet sich der Marienbrunnen. Der Brunnen wurde im Jahr 1892 mit dem Bau der ersten öffentlichen Wasserversorgung errichtet. Er wurde der Patrona Bavariae Maria gewidmet. Die Patrone Bavaria ist die Schutzpatronin von Bayern.

Gasthof „Schwan“

Zum Besuch des Prinzregenten und späteren König Ludwig III. wurde 1906 am Hotel „Zum Schwan“ von der Brauerfamilie Riemhofer ein Balkon angebaut. Von diesem Balkon zeigte sich der Regent der Bevölkerung.

Das Gasthaus Zur Post

befindet sich am Marktplatz 3 in Riedenburg. Schon 1725 war „Die Post“ eine wichtige Einkehrstation der Postlinie München-Nürnberg. Die Pferde wurden im Hinterhaus versorgt. Der Kutscher und die Fahrgäste gingen in der „Tavern“ speisen. Nach einer langen Fahrt fanden sie in der Post einen Schlafplatz.

Minnesängerdenkmal

Wir überqueren den Marktplatz und die Uferstraße. Hier sehen wir eine lebensgroße Bronzestatue, das Minnesängerdenkmal.

Das Denkmal erinnert an den frühesten Minnesänger in Bayern, Graf Heinrich III. Die Minnesänger waren Komponisten und Dichter zugleich. Sie trugen ihre Verse und Lieder selbst vor. Minnesänger war seinerzeit ein allgemein anerkannter Berufsstand. Zu den bedeutendsten Minnesängern zählt Walther von der Vogelweide 1170-1230.

Wir überqueren mit dem Rad den Main-Donau-Kanal auf der Stabbogenbrücke.

Kaum sitzen wir im Sattel, heisst es: absteigen – fotografieren. Wir stehen vor dem

Kloster St. Anna.

Zum Kloster gehört eine Kirche und ein Park mit Brunnen. Das Kloster St. Anna wurde 1860 von einer Äbtissin, Klarissen-Chorfrauen und Laienschwestern gegründet. Sie hatten eine Genehmigung für eine Schule für klösterliche Lehrerinnen. Der Klarissenorden übernahm auch die örtliche Mädchenschule. Später wurde ein Internat eingerichtet. Heute ist das Kloster St. Anna eine Mädchenrealschule. Das Internat wurde aufgelöst.

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Die Klosterkirche St. Anna stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie war erst eine Wallfahrtskirche. Geweiht ist sie der heiligen Mutter Anna und den Vierzehn Nothelfern. Sie werden hier, wie auch bereits in Eichstätt geschrieben, besonders verehrt.

Riedenburger Brauhaus

Wir radeln vorbei am Riedenburger Brauhaus Michael Krieger. Es handelt sich bei dem Brauhaus um die erste Bio Brauerei in Bayern. Die Brauerei stellte 1994 die Produktion nach rein ökologischen Richtlinien komplett um. Seit 1997 wird das Riedenburger Bier nicht mehr filtriert. Es wird Natur belassen. Im Brauhaus werden die alten Getreidesorten Einkorn und Emmer verwendet. Nur wenige Brauereien brauen mit diesen Getreidesorten.

Kristallmuseum

In der Bergkristallstr. 1 in Riedenburg ist das Kristallmuseum. Hier können wir die größte Bergkristallgruppe der Welt bewundern. Sie wiegt 7,8 Tonnen. Gefunden wurde sie 1981 in West Arkansas/Amerika. Diese Bergkristallgruppe war der Grundstein des heutigen Kristallmuseums.

Faszinierend sind die Edelsteine und Silbererze. Der größte Smaragdkristall stammt aus den Hohen Tauern. Im Museum ist die weltgrößte Madagaskar-Turmalin-Sammlung ausgestellt. Man kann lesen, dass mit den schönen Steinen oft abenteuerliche Geschichten verbunden sind. Sie erzählen von Macht und Niederlagen. Auch Schicksale von Menschen und Völkern werden erwähnt.

Hildegard von Bingen befasste sich ebenfalls intensiv mit den Heilkräften von Edelsteinen. Für sie war nicht der Wert von Bedeutung. Hildegard von Bingen war von der großen geistigen Kraft der Steine überzeugt. Das Kristallmuseum ist im Guiness-Buch der Rekorde verzeichnet.

Ein kleines Souvenir aus dem Museumsladen gibt es natürlich auch.

Burgen

Die Rosenburg ist das Wahrzeichen von Riedenburg. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ihren Namen hat sie vom Wappen der Burggrafen „Ritenburg“. Die Burggrafen hatten Rosen in ihrem Wappen. Diese Rosen wurden von der Stadt Riedenburg in das Stadtwappen übernommen.

Auf der Rosenburg lädt heute ein Falkenhof zu einem Besuch ein. Es werden Flugvorführungen von Steinadler, Seeadler, Geier usw. angeboten. Im Burgmuseum vertieft man dann sein Wissen über die Falknerei.

Wanderer entscheiden sich vielleicht für eine Besichtigung der Burgruine Rabenstein. Die mittelalterliche Adelsburg liegt am steilen Berghang unterhalb des Schlosses Rosenburg. Interessant wäre vielleicht auch die Burg Tachenstein. Bei der Burg handelt es sich um die Ruine einer Spornburg. Wir entscheiden uns für den

Archäologiepark Altmühltal.

Wir fahren vorbei an der Fußgängerbrücke am Torhausplatz. Sie überspannt den Main-Donau-Kanal. Die neue Fußgängerbrücke wurde von 1986 bis 1988 gebaut. Es ist die erste, einseitig abgehängte Brücke mit gekrümmten Brückenträger. Die Vorgängerbrücke mußte beim Ausbau der Altmühl zum Main-Donau-Kanal weichen.

Wir radeln durch eine wunderschöne Landschaft. Sie führt uns zur Rekonstruktion des Spätkeltischen Stadttores an der Schleuse in Kelheim-Gronsdorf.

Der Nachbau basiert auf den Ergebnissen archäologischer Ausgrabungen an der äußeren Stadtmauer. Sie stammen aus den Jahren 1964 bis 1972. Sämtliche organischen Bestandteile der Keltenmauer sind im Laufe der Jahre verschwunden. Über manche Details kann man nur spekulieren. Aus diesem Grund wurde z.B. auf den Nachbau der Türen verzichtet.

Burg Prunn

Von weitem sehen wir die Burg Prunn. Die Höhenburg thront auf einer 120 m hohen, schroff abfallenden Felswand. Die Burg wurde erstmals 1037 urkundlich erwähnt. Besitzer der Burg war Wernherus de Prunne. Die Burg Prunn ist eine der schönsten und besterhaltenen Ritterburgen Bayerns.

Ein Geschichtsschreiber des Herzogs Albrechts V. von Bayern hat auf der Burg eine Pergamenthandschrift des Nibelungenliedes gefunden. Diese Handschrift befindet sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.

Hängebrücke

Wir stehen vor der ungewöhnlichen Hängebrückenkonstruktion kurz vor Essing. Sie überspannt den Main-Donau-Kanal. Wir lesen auf einer Tafel, dass die Brücke eine Länge von 193 m hat. Von den Einheimischen wird sie der „Tatzlwurm“ genannt. Es ist eine der längsten Holzbrücken Europas. Die Brücke verbindet beide Talseiten von Essing. Er ist das heimliche Wahrzeichen von Essing.

Zwischenzeitlich ist es sehr schwül, doch Radfahren macht noch Spass. Man muss halt mehr trinken. Wir fahren weiter nach Essing. Planen dort eine Brotzeit ein. Von einem Radler sind wir auch nicht abgeneigt.