Erfurt

liegt am Südrand des Thüringer Beckens, an der Gera einem Zuflusses der Unstrut. Im Süden wird das Stadtgebiet von den Höhen des Steigerwaldes begrenzt. Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen.

Wir nehmen an einer Stadtbesichtigung teil. So verschaffen wir uns gebündelt Informationen über Erfurt. Der Stadtführer beginnt gleich mit der

Geschichte von Erfurt

Bereits im Jahr 742 gründete der Erzbischof Bonifatius von Mainz das Bistum Erfurt. Im Jahr 755 veranlasste er, dass Erfurt im Bistum Mainz eingegliedert wird. Somit gehörte die Bevölkerung der Stadt Erfurt über viele Jahrhunderte zum Bistum Mainz. Im 14. Jahrhundert waren in Erfurt mehr als 20 Pfarrkirchen sowie drei Stifte und über zehn Klöster. Es waren also sehr gläubige Bürger.

Erfurt und das Judentum

Die Alte Synagoge, deren Bau auf das Jahr 1094 zurückgeht, ist Zeugnis jüdischer Kultur in der Stadt. Sie zählt zu den ältesten Synagogen in Europa. Aus Steuerlisten und Urkunden ist zu erfahren, dass Erfurter Juden im Kreditwesen tätig waren. Ihre Geschäfte machten sie nicht nur regional mit Städten und Adligen. Sie hatten weit über das Land hinaus Geschäftsbeziehungen.

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Im Jahr 2007 entdeckte man eine Mikwe, ein jüdisches Ritualbad aus dem Mittelalter in einem Wohnhaus der Nähe der Krämerbrücke. Dieses Mikwe wurde erstmals im Jahr 1248. Es wird im Judentum als Tauchbad bezeichnet. Das Wasser diente nicht nur der Hygiene. Im Mikwe fand auch die Reinigung von ritueller Unreinheit durch Untertauchen statt. 

Im Jahr 1349 erreichte auch Erfurt die Welle der Judenverfolgungen mit dem Ausbruch der Pest in Südeuropa. Unter dem Vorwurf der Brunnenvergiftung und des dadurch verschuldeten Ausbruchs der Pest wurde im März 1349 die jüdische Gemeinde in Erfurt vollständig ausgelöscht. Es starben bis zu 900 Menschen. Ein Kaufmann baute im Anschluss die Alte Synagoge in ein Lagerhaus um.

Die Pest

Der „Schwarze Tod“, die Pest, wütet 1349 bis 1351 in Erfurt. Über 12.000 Bürger starben an dieser Seuche.  In den Jahren 1382 bis 1384 ist die Seuche erneut ausgebrochen.

Im 16. Jahrhundert erkannte man, dass sich die Ausbreitung der Pest durch konsequente Kontrolle der Reisenden an den Stadttoren eindämmen ließ. So konnte sich Erfurt durch ihre peniblen Kontrollen der Reisenden und das Verlangen von Gesundheitszeugnissen vor der Einschleppung der Pest in den Jahren 1664 bis 1666 schützen.

Jedoch war der Erfolg solcher Maßnahmen vielfach Glückssache. Infizierte Ratten kamen über Flüsse und Bäche in die Innenstadt. So kam es dennoch zur Ausbreitung der fürchterlichen Krankheit. In den Jahren 1682 und 1683 erlebte Erfurt die schlimmsten Jahre mit der Seuche. Über 9.000 Menschen sind den „Schwarzen Tor“ gestorben. Dies war aber die letzte Pest in Erfurt.

Die Alte Universität

Wir stehen vor dem Collegium Maius im „Lateinischen Viertel“. Die Universität wurde 1379 gegründet. Sie ist damit die älteste Universität in Deutschland. Dieses Gebäude war das Haupthaus der Alten Universität, die von 1392 bis 1816 hier untergebracht war.

Der Reformator Martin Luther

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hat in der Alten Universität das Grundstudium der Sieben Freien Künste im Jahr 1505 erfolgreich abgeschlossen. Die Einschreibung aus dem Jahre 1501 ist vermutlich der älteste schriftliche Beleg aus dem Leben von Martin Luther. Danach studiert Luther im Augustiner Kloster Theologie. Er wird 1507 zum Diakon und im gleichen Jahr zum Priester geweiht. Er lebte bis 1511 im Augustiner Kloster. Martin Luther kam immer wieder nach Erfurt.

Druckerei

Nahe der Krämerbrücke, in der Michaelisstr. 48 steht das Haus „Zum schwarzen Horn“. Im Jahr 1499 Wolfgang Schenk in dem Gebäude eine Druckerei. Er war der erste Drucker in Deutschland, der Bücher mit griechischen Texten druckte. 

Hier wurden viele Flugschriften Luthers sowie sein erstes Gesangbuch gedruckt. 

Im Jahre 1536 hat der Nachfolger, Mathe Maler, die ersten beiden Rechenbücher von Adam Ries gedruckt. Ries lebte einige Jahre in Erfurt.

Die Hexenverfolgungen

In Erfurt haben von 1526 bis 1705 Hexenverfolgungen stattgefunden. Aus nicht vollständig erhaltenen Prozessakten wird entnommen werden, dass 20 Menschen der Prozeß gemacht wurde. 8 Menschen fanden nach ihrer Verurteilung den Tod. Eine 42 jährige Gänsehirtin hat man gefoltert, enthauptet und verbrannt. Es ist unvorstellbar, dass die 7jährige Tochter bei der Hinrichtung der Mutter zusehen musste. 

Die Blaufärberei

Im Mittelalter kam Erfurt durch das Blaufärbemittel Waid „dem blauen Gold“ zu Reichtum und Macht. Der Färberwaid ist eine zweijährige Pflanze, die aus der Familie der Kreuzblütengewächse stammt. Sie wurde im mittelthüringischen Raum angebaut.  Die Blätter der Färberwaid konnten mehrmals im Jahr geerntet werden. Sie wurden in den Wiesen getrocknet und unter dem Rad der Waidmühle zu Waidmus zerquetscht. Das Waidmus formte man zu Klößen und trocknete es auf den überdachten Waiddarren. Die Bauern brachten das Waid nach Erfurt. In der Stadt erfolgte dann der eigentliche Veredlungsprozess zum Blaufärbemittel. Das Waidmus wurde in Bottichen mit frischem, menschlichen Urin angesetzt. In der Sonne hat die Urin-Waid-Brühe zu gären begonnen und den Farbstoff Indigo aus den Blättern gelöst.

Abgesehen vom Gestank, soll Blaufärben eine angenehme Tätigkeit im Freien bei schönen Wetter gewesen sein. Es gab immer reichlich zu trinken. Wenn die Färbergesellen dann betrunken in der Sonne lagen, wusste jeder, heute wurde „blau gefärbt“. Die Färber waren „blau“ und „sie machten blau“. Wir haben nun auch eine Erklärung für den „blauen Montag“ und „stinkreich“. Im ehemaligen Waidspeicher ist heute ein Puppentheater untergebracht.

Das Haus zur Steinecke

ist um 1200 erbaut worden und gehört zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Das Gebäude hat um 1310 einem Apotheker gehört. 1484 wurde es verkauft und zu einem Universitätshospital für Studenten umgebaut. Das Hospital wurde bis Anfang des 19.Jahrhunderts genutzt. Danach war es eine Badeanstalt, Wohnungen, Büros und Werkstätten. Nach einer weiteren Renovierung hat die Augustiner Brauerei, eine der ältesten Brauereien Deutschlands, ein Restaurant mit Biergarten eröffnet.

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Der Dom St. Marien 

Wir laufen die Stufen, die zu den beiden Kirchen führen hinauf. Ich habe sie nicht gezählt, es waren nur viele.

Bei der Stadtführung erfahren wir von der Blamage, die bei einem Erweiterungsbau des Doms passiert sein soll.

Der Dom wurde bereits im 8. Jahrhundert gebaut und immer wieder erweitert. Bei dem Erweiterungsbau im Jahr 1330 wurde erst bei der Einweihungsfeier bemerkt, dass das Eingangsportal fehlte. Aufgrund des begrenzten Platzes am Domhügel mußte das Portal nordöstlich beim Dom angebaut werden. Die Einweihungsfeier verzögerte sich dadurch um viele Jahre.

Auch das nachfolgende Drama, das im Dom passiert sein soll, erzählt uns der Stadtführer. 

Im Jahr 1184 brachen während einer Ratsversammlung von Kaisers Heinrich VI. Teile der Dompropstei (der Verwaltungsbereich) zusammen. Etwa 60 der überwiegend adeligen Anwesenden wurden getötet. Sie sind durch zwei Stockwerke in die darunter liegende Toilettengrube gefallen. In den Fäkalien der Grube sind sie ertrunken oder erstickt. Darum spricht man vom „Erfurter Latrinensturz“. Waren die vielen Um- und Ausbauten die Ursache für den Einsturz? Wir haben es nicht erfahren. Wir wissen nur ganz genau, dass wir so nicht enden wollen.

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Schade, unsere Fotos, die wir im Dom gemacht haben, sind viel zu dunkel.

Die Severikirche

steht am Domberg gegenüber vom Dom St.Marien. Die beiden Kirchen sind das Wahrzeichen von Erfurt. Die römisch-katholische Severikirche gehört zu den bedeutendsten gotischen Bauten in Deutschland. In der Kirche liegen, in einem schön gestalteten Sarkophag, die Gebeine des Kirchenpatrons Severus. Wir waren spät dran und konnten die Kirche nicht näher besichtigen.

Die Krämerbrücke

Von der Krämerbrücke sind wir sehr beeindruckt. 

Sie ist mit 120 m die längste, mit 32 Fachwerkhäusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Schöne Geschäfte für Kunsthandwerk, Antiquitäten und Souvenirs reihen sich hier aneinander. Wir haben uns eine Zeichnung von der Krämerbrücke gekauft und Postkarten geschrieben.

Die Krämerbrücke stammt aus dem Jahr 1156. Sie war seinerzeit eine Holzbrücke. Schon damals stellten die Händler (Krämer) auf der linken und rechten Seite der Brücke ihre „Krambuden“ auf. Daher stammt der Name „Krämerbrücke“

 

An der Krämerbrücke gibt es ein nettes Café. Wir machen hier eine Kaffeepause. Die Torte dazu hat auch sehr gut geschmeckt. Gestärkt geht es wieder weiter.

Hier stehen wir auf einem kleinen Steg gegenüber der Krämerbrücke. Vom Steg aus können wir die nett dekorierten Häuser der Krämerbrücke von der Rückseite sehen.

Die Ägidenkirche

befindet sich als Brückenkopfkirche am Ende der Krämerbrücke. Besichtigen konnten wir sie nicht. Sie war abgeschlossen.

 

Am Dämmchen

Der Weg von der Schild- und Hütergasse führt auf dem „Dämmchen“ am Haus „Zu den kleinen Füchsen und roten Hirsch“ vorbei. Wie bei vielen Hausnamen in Erfurt wird auch hier deutlich, dass zwei Häuser zu einem Grundstück zusammengefasst wurden. Am Wasserlauf ist noch die Schöpfstelle und ein Waschplatz aus der „Guten alten Zeit“ übrig geblieben. Auf der Fussgängerbrücke überqueren wir die Gera. 

Dieses Stadtviertel wird  „Venedig von Erfurt“ genannt. Wir finden es auch sehr idyllisch. In Mitten der Stadt findet man hier absolute Ruhe.

Von hier gehen wir weiter zu den wunderschön restaurierten Renaissance- und Fachwerkhäusern. 

Schön restaurierte Gebäude

Wir sehen das Rathaus. Es wurde zwischen 1870 und 1875 am Fischmarkt erbaut.

Gehen vorbei am Gildehaus. Es befindet sich auch am Fischmarkt. Das Bürgerhaus wurde im Jahr 1892 errichtet. An der Fassade sehen wir Darstellungen der vier Haupttugenden: Gerechtigkeit, Klugheit, Mut und Mäßigung. Wir kommen zum Ergebnis, dass wir Zwei alle Haupttugenden haben. Wer glaubt’s?

Weiter gehen weiter zum Haus „Zum breiten Herd. Es befindet sich ebenfalls am Fischmarkt. Das Gebäude wurde 1584 errichtet. Es war das Vorbild beim Bau des Gildehauses. Es ist einer der prachtvollsten Renaissancebauten in Erfurt.

Die Häuser am Fischmarkt sind ebenfalls schön restauriert.

Das Kunstmuseum – Angermuseum

Das stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es war ein Pack- und Waagehof. Es gehört durch die reich verzierte Prunkfassade zu den schönsten Bauwerken in der Altstadt.

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Dieses Gebäude hat den Namen „Haus am Stockfisch“. Der Waidhändler Ziegler ließ es im Jahr 1607 als Wohn- und Geschäftshaus bauen. Stockfische, getrocknete Meeresfische, waren im Mittelalter ein begehrtes Handelsgut. Das „Haus zum Stockfisch“ gehört zu den wenigen Gebäuden, die noch ein originales Hauszeichen (einen Fisch und ein Wappen) besitzen. Heute ist hier das Stadtmuseum untergebracht.

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Wir stehen vor dem „Haus zum Sonneborn“. Es stammt aus dem Jahr 1536. Der Name „Zum Sonneborn” verweist auf einen Brunnen oder eine Quelle. An der Stelle des ehemaligen Brunnens steht ein stählernes Kunstwerk. Es soll ein geschmiedetes Brunnenhaus darstellen. Heute ist im Gebäude das Standesamt und Hochzeitshaus.  Das Portal ist sehr schön. Wer möchte hier nicht wohnen?

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In der Waagegasse stehen dreigeschossige  Speichergebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert. In den Fachwerkhäusern wurden Waren gelagert, die im Erfurter Gebiet verkauft werden mussten. Die Einfahrten der Speicher sind so gebaut, dass die mehrspannigen Fuhrwerke ohne Schwierigkeiten einfahren konnten.

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Eine Brauerei

In diesem Gebäude wurde einst Bier gebraut. Man sieht es an den Löchern auf der rechten Seite vom Eingangstor. In die Löcher wurde Getreide gesteckt. So konnte jeder sehen, wann das Bier fertig gebraut war.

Das Steinhaus

in der Erfurter Altstadt befindet sich in der engsten Gasse der Stadt. Im Steinhaus ist ein Restaurant mit Biergarten. Das Haus gehört zur Engelsburg, einem historischen Gebäudekomplex. Die Engelsburg ist ein studentisch organisiertes Kulturzentrum. Im Keller der Engelsburg finden Konzerte statt. Das Café „DuckDich“ dient u.a. für Lesungen.

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Jetzt sind wir hungrig. Wir entscheiden uns für dieses Lokal, denn hier werden die Speisen am offenen Feuer zubereitet. 

Eine „Kuh“  als Schirmständer haben wir noch nie gesehen.

Den alten Herd finden wir toll.

Es hat uns sehr gut geschmeckt. Satt sind wir auch geworden. Deshalb kaufen wir heute im Geschäft für „gute Lebensmittel“ nicht ein. Wir holen dafür Morgen unser „gutes Frühstück“ hier.

Wir verabschieden uns am wasserspeienden Brunnen, der vor dem Puppentheater „Waidspeicher“ steht, von den Erfurter „Bremer Stadtmusikanten“.

Jetzt bin ich am überlegen, nehme ich die beiden mit

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oder diesen kleinen Mann. Nett sind alle drei.

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