Laboe

liegt am Ostufer der Kieler Förde in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde ist ein Wohn- und Urlaubsort. Laboe schmückt sich mit dem Slogan „Die Sonnenseite der Kieler Förde“. Seit dem Jahr 1875 darf sich Laboe „Ostseebad“ nennen.

Um 1226 wurde Laboe als Rundangerdorf angelegt. Bei dieser Siedlungsform werden Bauernhäuser kreisförmig um einen inneren Platz mit Dorfteich gebaut.

Laboe hat mehrere Ortsteile. Wesentlich ist das Ober- und Unterdorf. Im Unterdorf findet man die Verwaltung, zahlreiche Geschäfte sowie viele Hotels und den Hafen. Im Oberdorf hat Laboe sein altes, dörfliches Zentrum bewahrt. Es ist deshalb in seiner Grundstruktur als Anlage eines Runddorfes fast erhalten.

Das Marine Ehrenmal

mit einer Höhe von 85 Metern konnten wir schon von weitem sehen. Das Ehrenmal wurde zum Gedächtnis an die, im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine errichtet.

Die Widmung des Ehrenmals bei der Grundsteinlegung 1927 spiegelt deutlich die Hoffnung auf Rache wider. Die Niederlage der Deutschen im Krieg sowie die Bedingungen des Versailler Vertrages sollten nicht hingenommen werden. Die Devise lautete: “ Für deutsche Seemanns Ehr – Für Deutschlands schwimmende Wehr – Für beider Wiederkehr“.

Der Geist der Revanche, den diese Widmung in sich trägt, wurde bei der feierlichen Eröffnung des Ehrenmals 1936 durch die Nationalsozialisten aufgegriffen und für die NS-Ideologie vereinnahmt.

Rückgabe des Ehrenmals

Mit der der Rückgabe des Ehrenmals 1954 an den Deutschen Marinebund erhielt der Turm eine neue Widmung. Sie steht im Sinne der Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern und soll Respekt gegenüber anderen Nationen zum Ausdruck bringen. Diese lautet: „Dem Gedenken aller toten deutschen Seefahrer beider Weltkriege und unserer toten Gegner“.

1966 fand erneut eine Umwidmung statt und heisst jetzt: „Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen, Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren“.

Kriegsschiffe vieler Nationen bezeugen beim Passieren des Ehrenmals ihre Ehrerweisung. Die Schiffe der Deutschen Marine mit der Ehrerweisung „Front“.

Gedenkstätte

Neben dem Turm gehört eine unterirdisch angelegte Gedenkstätte und eine Historische Halle zur Anlage. In der historischen Halle befindet sich heute eine Ausstellung zur deutschen Marinegeschichte bis in die Gegenwart, mit vielen Marine-Exponaten und Schiffsmodellen. In der 7000 Quadratmeter großen, mit Sandstein aus der Weser belegten Freifläche, ist die

Schiffsschraube des Kreuzers Prinz Eugen zu sehen, der seine Besatzung unversehrt durch den Zweiten Weltkrieg gebracht hat.

Das U-Boot 995

U 995, fotografiert vom Marine-Ehrenmal Laboe

ist ein deutsches U-Boot der ehemaligen Kriegsmarine vom Typ VII C/41. Es wurde im September 1943 in den Dienst gestellt. Im Zweiten Weltkrieg absolvierte es neun Feindfahrten. Nach dem Krieg wurde es im Besitz der norwegischen Marine als Test- und Ausbildungsboot Kaura genutzt. 1965 erfolgte die Rückgabe an Deutschland.

Seit dem 13. März 1972 liegt das U-Boot als Museumsschiff am Fuße des Marine-Ehrenmals in Laboe. Der Deutsche Marinebund

ist Betreiber des Technischen Museums U 995.

Der Deutsche Marinebund

ist der Dachverband von 300 örtlichen Vereinen. In Clubs und Marinekameradschaften sind aktive und ehemalige Angehörige der Marine organisiert.

Der Marinebund hat sich zur Aufgabe gemacht, das maritime Bewusstsein in Deutschland zu fördern. Er ist politisch und weltanschaulich unabhängig.

Wir müssen weiter. Halt! Brauchen wir noch ein Andenken? Eigentlich nicht.

Machen wir zur Erinnerung lieber ein Foto von der Ostsee.

Vor unserer Weiterfahrt müssen wir erst an dem schön angelegten Kreisverkehr mit einem VW Golf vorbei.