Insel Rügen

ist über zwei Brücken zu erreichen. Die

neue Rügenbrücke, eine Hochbrücke über den Ziegeldamm, mit 3 Fahrspuren. Sie ist nur für Fahrzeuge gebaut und Deutschlands größte Schrägseilbrücke.

Die zweite Brücke ist der Rügendamm. Er hat zwei Fahrspuren, Radweg, Fussweg und eine Eisenbahnstrecke.

Schaut man von der Brücke runter, sieht man die kleine

Insel Dänholm zwischen Rügen und Stralsund und ist über den alten Rügendamm und die Ziegelgrabenbrücke erreichbar. Sie Insel ist durch einen künstlich angelegten Hafen in einen größeren und einen kleineren Teil getrennt. Dänholm wurde lange Zeit militärisch genutzt und gilt als die Geburtsstätte der Preußischen Marine. Heute befindet sich auf Dänholm das Marinemuseum, das Hauptzollamt Stralsund und eine Außenstelle des Meeresmuseums Stralsund, das Nautineum.

Rügen ist mit 926 km² die flächengrößte Insel von Deutschland und liegt im Norden von Mecklenburg-Vorpommern. Mit rund 77.000 Einwohnern ist sie auch die bevölkerungsreichste deutsche Insel.

Durch die Eiszeit ist Rügen sehr hügel- und wasserreich. Die Küste ist durch zahlreiche Meeresbuchten und Lagunen (Bodden und Wieke) sowie vorspringende Halbinseln und Landspitzen stark gegliedert. Durch die weissen Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund und den gewaltigen Buchenbestand gehört Rügen zum Unesco Weltnaturerbe.

Wir fahren zuerst auf der B 96 der Insel Süd-Rügen in Richtung Samtes, Bergen und dann Binz-Prora, da wir einen Stellplatz in der Wohnmobiloase Prora reserviert haben.

Im Restaurant „Holla die Waldfee“ gibt es regionale und gutbürgerliche Küche die man durchaus empfehlen kann. Im Hofladen kann man ab 8.00 Uhr Brötchen kaufen und ganz wichtig: die Bushaltestelle ist direkt vor der Wohnmobil-Oase. Unsere erste Station ist

Prora

ein Ortsteil der Gemeinde Binz. Prora liegt an der Ostseeküste, der Prorer Wiek.

Das Gebäude wurde zwischen 1936 und 1939 von der Organisation „Kraft durch Freude“ gebaut. In dem KdF-Seebad sollten bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig ihren Urlaub verbringen können. Das Seebad konnte durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges jedoch nicht fertiggestellt werden.

Ursprünglich hatte der „Koloss von Prora“, der aus acht aneinandergereihten, baugleichen Blöcken bestand, eine Länge von 4,5 km. Zwischen 1945 und 1949 wurden 3 Blöcke zerstört, so dass nur noch 5 Blöcke auf einer Länge von 2,5 km erhalten sind.

1950 wurde Prora zur monumentalsten Kasernenanlage der DDR um- und ausgebaut und vier Jahrzehnte militärisch genutzt.

Im Dokumentationszentrum sollte man die Dauerausstellung „MACHTUrlaub“ besuchen. Die Ausstellung informiert über die Planung und Baugeschichte des „KdF-Seebades“ und zeichnet die Bedeutung Proras im Rahmen der Arbeit- und Sozialgeschichte während des Nationalsozialismus auf. In einer Ton- und Filmdokumentation aus dieser Zeit wird die Arbeits- und Lebenswelt im „Dritten Reich“ gezeigt.

Ab dem Jahr 2004 wurden einige Blöcke veräußert. 2013 wurde westlich des Seebad-Komplexes am historischen Forsthaus Prora das Naturerbe-Zentrum Rügen mit Aussichtsturm eröffnet. Seit dem 17. August 2018 hat Prora offiziell das Prädikat als „staatlich anerkannter Erholungsort“ .

Am nächsten Tag lassen wir den „Koloss von Prora“ links liegen und fahren mit den Bus zum Seebad Binz, dem größten Seebad auf Rügen. Die Seebrücke von

Binz

ist 3 Meter breit und 370 Meter lang. Sie wurde erst 1994 wieder aufgebaut.

Die erste Brücke entstand bereits 1902, war 560 Meter lang und sollte den per Schiff ankommenden Besuchern ein Umsteigen auf kleinere Boote ersparen. Die Brücke erhielt eine elektrische Beleuchtung. Der Strom wurde mit Hilfe einer Dampfmaschine in der Nähe des Binzer Kurhauses erzeugt. 1904 zerstörte ein Sturmhochwasser die Brücke. 1906 wurde sie erneut aufgebaut und erhielt den Namen Prinz Heinrich Brücke. Doch bereits 1912 brach die Brücke unter der Last der Besucher beim Anlegen eines Dampfers ein. 17 Menschen kamen damals ums Leben. Als Konsequenz aus diesem Unglück wurde 1913 die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft gegründet.

Von der Brücke aus hat man einen wunderbaren Blick auf das

das 1908 erbaute Kurhaus, eines der über 70 Baudenkmale mit einem einzigartigen Baustil und die

ca. 4 Kilometer lange Strandpromenade

mit Strandkörben und Badenden soweit das Auge reicht. Ob es stimmt, dass man vom Kurhaus aus den wunderschönen weissen Sandstrand sieht, wagen wir zu bezweifeln.

Gegenüber der Seebrücke beginnt die Hauptstraße von Binz. Wir überlegen, ob wir mit dem Bähnchen fahren, entscheiden uns aber für den Fussmarsch durch die Einkaufsmeile von Binz.

Gleich an der Ecke sehen wir

Blick in die Hauptstrasse aus Richtung Seebrücke

das Strandschloss, ein Luxushotel. Die meisten Gebäude in Binz haben eine weisse Fassade aus Holz. Der Kern der Häuser besteht aus Stein. Die mehrgeschossigen Bauten sind mit geschnitzten Blumen- oder Meeresmotiven verziert.

Dann haben wir dieses Geschäft entdeckt

in dem alles rund um den Sanddorn erhältlich ist. Rügen ist ein idealer Standort für Sanddorn, da es hier die meisten Sonnentage in Deutschland gibt. Das Klima verwöhnt Mensch und Sanddorn, der auf Rügen eine lange Tradition hat.
Verlassen haben wir den Laden mit Sanddornlimonade, Sanddornlikör und Sanddornschnaps, da wir alles bei der Verkostung als sehr gut befunden haben. Ab sofort leben wir sehr gesund, da der Sanddorn einen hohen Vitamingehalt hat, unser Immunsystem stärkt und über unseren Kreislauf brauchen wir uns auch keine Gedanken mehr machen.

Das Jagdschloss Granitz (nicht verwechseln mit Jagdschloss Kranitz auf Rügen) liegt inmitten einem etwa eintausend Hektar großen Waldgebiets das seit 1991 zum Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört.

Bildergebnis für jagdschloss granitz auf rügen

Von Binz aus ist das Schloss am schnellsten mit der Rügenschen Kleinbahn oder dem Jagdschlossexpress zu erreichen. Es wurde von 1837 bis 1846 mit vier Ecktürmen und einem Mittelturm im Stil der norditalienischen Renaissancekastelle im Auftrag von Wilhelm Malte I. zu Putbus erbaut. Im Zuge der ostdeutschen Bodenreform wurde die Familie Putbus enteignet. Heute ist das Schloss in staatlicher Hand und es befindet sich ein Museum darin.

Eine Attraktion auf Rügen ist eine Bahnfahrt mit der Rügenschen Kleinbahn auf dem Schmalspurbahnnetz. Das ursprünglich ausgedehnte Streckennetz wird nach mehreren Besitzerwechseln und Stilllegungen von Streckenteilen heute nur noch auf dem „Rasender Roland“ genannten Teil von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren befahren. Auf dieser 24,1 km langen Strecke verkehren Dampflokomotiven und Wagen, die teilweise fast 100 Jahre alt sind.

Mit dem Bus kommen wir zum

Bahnhof „Rasender Roland“

Warum heisst Schmalspurbahn denn so? Alles geht zurück in die 1960er Jahre. Die Insel seinerzeit oft von den Wismut-Kumpels (Bergarbeiter der Wismut AG, einem Produzenten für Uran) als Urlaubsort gewählt. Auf dem damals noch größeren Streckennetz fühlten sich die Passagiere sicher von A nach B gebracht und gaben der Bahn den Namen „Roland“: der Beschützende. Den Zusatz „rasend“ hat die Bahn eher ironisch erhalten. Fährt sie heute mit einer Geschwindigkeit von 30km/h über die Insel, war es zur damaligen Zeit viel langsamer.

Unsere Dampflock 99 1782-4, die 1953 gebaut wurde, ist schon eingefahren und so heisst es:

EINSTEIGEN BITTE!! in die teilweise schon über 100 Jahre alten Wagen.

Wir fahren durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet

und bekommen durch den Dampf unserer Lok, der sich in den Bäumen festhält, diese tollen Bilder

Es war eine sehr schöne Zugfahrt, der wir am nächsten Tag eine Bootsfahrt

zu den Kreidefelsen folgen lassen, sie beginnt im Fährhafen von

Sassnitz

Im Hafen liegt das von der Volkswerft Stralsund umgebaute

Museums U-Boot OTUS, das in Großbritannien gebaut und 1963 in den Dienst gestellt wurde, vor Anker.

Vom Fährhafen Sassnitz

gibt es Fährlinien nach Schweden, Dänemark, Litauen und Russland. Mit einem Güterumschlag von etwa fünf Millionen Tonnen pro Jahr ist der Fährhafen Sassnitz der drittgrößte deutsche Ostseehafen. Mit einem Ausflugsboot wollen wir zum

Kreidefelsen

Wir schippern wir um den

Leuchtturm in Richtung Kreideküste

dem Wahrzeichen der Insel Rügen im Jasmunder Nationalpark.

Die Kreidefelsen entstanden vor mehr als 70 Millionen Jahren nicht durch Gletscher sondern durch Ablagerungen verstorbener Kleinstlebewesen wie Muscheln, Schalentiere und Plankton. Langsam – auch wieder nach mehreren Millionen Jahren – wurden die Kreideschichten an die Oberfläche gedrückt. Sie überstanden 3 Eiszeiten und bildeten dann, wo einst noch ein Meer war die Kreideküste von Rügen.

Das ist der berühmteste Kreidefels

der sagenumwobene Königsstuhl. Zum einen heisst es, dass im Jahr 1715 der schwedische König Karl XII von dieser Stelle ein Seegefecht gegen die Dänen geführt haben soll, bei dem er so ermüdete, daß er sich einen Stuhl bringen ließ.

Eine weitere Sage ist, dass derjenige König wurde, der von der Seeseite den Kreidefelsen erklimmen konnte und sich auf den oben aufgestellten Stuhl setzte.

An Bord unseres Schiffes genießen wir noch

einen leckeren heissen Sanddorn mit viel Sahne und schon müssen wir wieder von Bord.

Ein weiteres Highlight unseres Rügenaufenthalts war der Besuch des Sandskulpturen-Festivals in Binz. Thema im Jahr 2015 war Film und Fernsehen.

Das Sandskulpturen-Festival hat eine Fläche von 5.600 Quadratmetern und ist die größte überdachte Skulpturenschau weltweit. Wir haben natürlich noch viel mehr Fotos, doch sie alle in den Blog zu stellen, würde den Rahmen sprengen, doch das Sandmännchen darf nicht fehlen

Der Abschluss unsers Aufenthalts in Rügen ist der Besuch des Störtebeker Festspiels am Ufer des Großen Jasmunder Boddens in

Ralswiek

Die seit 1959 bespielte Naturbühne ist Deutschlands erfolgreichste Freilichtbühne. Sie ist nach dem Freibeuter und Piraten des 14. Jahrhunderts, Klaus Störtebeker, benannt. Zu sehen sind über 150 Mitwirkende, 30 Pferde, Falken und vier Koggen.

Wir waren im August 2015 bei dem Festspiel mit dem Titel „Aller Welt Feind“.

Das Stück spielt vom Jahr 1397, als von Rostock bis Riga, von Lübeck bis Nowgorod jeder gegen jeden kämpft und erzählt die Geschichte als vor Nowgorod das Gold des Nordens, der Bernstein, vom machtbesessenen Großfürsten Wassili, in großen Mengen der Erde abgerungen wird. Die Arbeiter des Fürsten lebten schlecht und so verkauften sie heimlich etwas Bernstein um sich ihr armseliges Leben aufzubessern.

An dieser Stelle beginnt die Aufführung mit den Deutschen Ordensrittern, dem Großfürst und den Seeräubern. Wir erleben eine spannende Geschichte voller Intrigen auf einem überwältigendem Bühnenbild.

das Bühnenbild links eine Hafenstadt an der Ostsee

das Bühnenbild rechts Nowgorod

Wie gebannt haben wir die Aufführung verfolgt und sind tief beeindruckt von der Abwechslung aus Action, Historie, Liebe, Leid, Kanonendonner und atemberaubenden Stunts. Es sind Adler geflogen und Pferde über die Bühne galoppiert (eins sogar mit einem brennenden Reiter auf dem Rücken). Am Ende brennen die Koggen bei einer Seeschlacht auf dem Großen Jasmunder Bodden und es findet ein Feuerwerk statt.

So, wie wir auf die Insel gekommen sind,

verlassen wir sie wieder – über die Rügenbrücke

von der wir diesen schönen Blick auf Stralsund haben.