Tag 18 – 32: Finnland

Tag 18

Die Fahrt zum Camping Naantali geht ruck zuck

Blick aus unserem Womo-Fenster

Tag 19 

Tag zur freien Verfügung. Die Sonne hat sich für sagenhafte 15 Stunden angemeldet und wir werden sie voll ausnützen. Erst zum Faulenzen, dann für einen Spaziergang in Naantali. Die Stadt ist in ganz Finnland als „Sonne von Naantali“ bekannt und liegt im Südwesten von Finnland.

Sonnenuntergang um 23.40 Uhr Ortszeit

Tag 20

Powertag ist angesagt. Früh um 9.30 Uhr ist die Busabfahrt nach Turku, das in Südwestfinnland liegt. Turku ist die ehemalige Landeshauptstadt von Finnland. Wir besichtigen das Schloss, den Dom, den jeder Finne einmal besucht haben sollte und die Markthallen mit einer deutschsprachigen Stadtführerin.

Anschliessend erkunden wir die Stadt alleine, in der derzeit ein Marktfestival stattfindet. Mehr als 100 Marktbuden aus allen Ecken der Welt bieten ihre Waren und Spezialitäten an.

Nachmittags geht es in das Freilichtmuseum Handicraf, das aus den restlichen Holzhäusern besteht, die 1827 vom Großbrand der Stadt Turku verschont geblieben sind. Seinerzeit sind fünf Sechstel der Stadt vernichtet worden.

der Weg zu den Handwerkshäusern

Besuch beim Maler

Um 16.00 Uhr sind wir im Museumscafe von acsi zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Auf dem Rückweg haben wir in eine ganz tolle Kneipe entdeckt, die im letzten Jahrhundert die Uusi Apteekki  war.

Das gesamte Inventar der Apotheke ist noch wie seinerzeit aufgebaut und im Originalzustand. Der Wirt zeigte ein Buch über die Apotheke und das Lokal aus dem wir ersehen konnten, dass  0,4 l Bier 2007 nur € 3,30 gekostet hat. Der Preis hat sich „unmerklich“ in jetzt € 5,80 geändert.

Zum Tagesabschluss gab es noch einen gemeinschaftlichen Grillabend am Campingplatz mit meinem persönlichen Grillmeister und einen kleinen Umtrunk.

Tag 21

Vormittags machen wir uns auf den 153 km langen Weg nach Pori. Pori liegt auch in Südwestfinnland liegt. Wir müssen zum Top Camping Yyteri mit der „einfachen“ Adressbezeichnung Yyterinsantojentie 1. In Finnland gibt es keine Straßennamen sondern alle Häuser haben einen Namen. Für uns natürlich schwierig zu lesen und unmöglich auszusprechen.

Mimi hat Geburtstag. Ihr Geburtstagswunsch, am schönsten Sandstrand von Finnland bei herrlichem Sonnenschein am Ufer spazieren zu gehen, konnte problemlos erfüllt werden. Vom Reiseunternehmen acsi sowie von den Reiseleitern Ria und Marinus erhielt sie einen Geschenkkorb mit holländischen Spezialitäten.

Ob im Wasser oder hinter den Dünen,

hier ist es wunderschön.

Tag 22

Morgens noch schnell eine Maschine Wäsche gewaschen und schon geht es weiter auf unserem Weg in den Norden von Finnland. Er führt uns nach Keuruu in Mittelfinnland zum Camping Nyyssänniemi.  Es sind nur ca. 200 km zu fahren, doch durch die einsamen, kerzengeraden Straßen, an denen links und rechts meterhohe Bäume stehen sowie die Höchstgeschwindigkeit von nur 80 km, wird man schnell müde. Wir mussten gleich zweimal eine Pause einlegen. Schneller fahren geht auch nicht, da alle 10-15 km ein Blitzer steht.

Um 19.00 Uhr lädt der Reiseveranstalter acsi noch zu einem gemeinsamen Pizza-Essen ein.

Ich kann es nicht aussprechen – du?

Tag 23

Ein freier Tag ist wieder angesagt und mittlerweile hat „freier Tag“ auch eine besondere Bedeutung. Wir können nicht mehr fernsehen, da das Satellitensignal fast waagrecht kommt und die Campingplätze immer von hohen Bäumen umgeben sind. Wifi steht meist auch nur schlecht zur Verfügung. Ich habe mir deshalb eine Wifi-Karte besorgt und einen Hotspot gekauft. Super toll ist, dass in Finnland die Wifi-Karte nur € 5,00 für eine Woche kostet und die Flatrate unbegrenzt ist.

Am Nachmittag stand noch ein Spaziergang bei schönem Wetter am nahegelegenen See und Inspektion diverser Häuschen an.

Nach der Routenbesprechung haben wir mit einigen Mitreisenden noch ein Gläschen Wein getrunken.

Tag 24

Auf geht’s zur Weiterreise nach Kuopio, die größte Stadt in Ostfinnland,  zum Camping Rauhalahti Holiday Centre etwa 205 km entfernt von Keuruu. Vor der Abfahrt haben wir uns ein super Frühstück im Lokal am Campingplatz für nur € 7,50 pro Person genehmigt.

Auf der Route liegt die 1763 erbaute Holzkirche von Petäjävesi. Sie gehört zum Unesco Weltkulturerbe und ist Beispiel für die einzigartige, traditionelle skandinavische Holzkirchen-Bautradition. Die alte Kirche von Petäjävesi die man nur mit Überziehern an den Schuhe betreten.

Am riesigen Areal des Campingplatzes Rauhalahti in Kuopio angekommen, wurden wir zu einer Holzflösser Vorführung eingeladen. Spitzenmäßig, welche Körperbeherrschung der Mann auf dem Baumstamm im fliessenden Wasser gezeigt hat.

Auf dem Programm stand weiter ein grosses finnisches Buffet – pitopöytä – und wir konnten uns an zahlreichen Fisch- Fleisch- und Salatspezialitäten satt essen. Begleitet wurde der Abend mit finnischer Volksmusik, vorgetragen von einer Geigerin und einem Sänger, der ein Schifferklavier spielt.

Tag 25

Bereits für uns wieder früh am Morgen um 9.30 Uhr werden wir mit einem Bus  und einer Reiseleiterin abgeholt. Wir fahren in die Stadt Kuopio. Sie ist die neuntgrößte Stadt in Finnland mit ca. 100.000 Einwohnern und die größte Stadt in Ostfinnland.

Wir „besteigen“ mit dem Aufzug den Aussichtsturm Puijo der 224 m über dem See liegt.

Hier oben haben wie einen fantastischen Blick auf die Stadt Kuopio und die unendlich vielen Wälder und Seen in der Umgebung.

Nach diesen eindrucksvollen Bildern besuchen wir das orthodoxe Kirchenmuseum von Finnland. Die in Westeuropa einzigartige Institution umfasst wertvolle sakrale Gegenstände unter anderen Geschenke des Zaren, Kirchengewänder und Ikonen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Die Bilder geben nur eingeschränkt die Wirklichkeit wider. Feinste Goldarbeiten, aufwändigste Stickereien sind in zahllosen Vitrinen zu bestaunen.

Nach der Besichtigung haben wir Zeit zur freien Verfügung, die wir in der Stadtmarkthalle und auf dem Marktplatz verbringen. 

Bei einigen Imbissbuden konnten wir nicht widerstehen und haben uns verschiedene „Versucherle“ gekauft.

Abends wurde bei einer Temperatur von nur 11 Grad am Lagerfeuer Mittsommer gefeiert.

Es wurde viel gegessen, getrunken und gesungen. Um 1.30 Uhr löste sich der „Haufen“ auf.  Es war immer noch taghell – deswegen keine Bilder.

Tag 26

ist ein freier Tag. Wir schlafen uns mal richtig aus und gehen am riesigen Campingplatz spazieren.

Ausserdem ist Zeit zum Lesen. So erfahren wir, dass es zum guten Ton in Finnland gehört, sich nach Festen, wie z.B. dem Mittsommerfest, am nächsten Tag an nichts mehr zu erinnern. Alkoholische Getränke sind in Bars für Normalverdiener unbezahlbar, deshalb betrinken sie sich zuhause oder auf Privatpartys. Um jedoch den Gastgeber nicht zu ruinieren, bringt jeder soviel Alkohol mit, wie er an dem Abend trinken will.

Nachdem 2004 der Alkohol bei den Todesfällen der arbeitenden Bevölkerung an erster Stelle stand, kann er nur noch in staatlichen Monopolgeschäften erworben werden.

Tag 27

Wir fahren heute zum nördlichsten Punkt unserer Reise und zwar von Kuopio nach Ruunaa am 63. Breitengrad. Die Strecke führt auf der Via Karelia durch die Landschaft von Nordkarelien.

Wir kommen vorbei an Siilinjäri und fahren weiter nach Nurmes im Osten von Finnland. Hier machen wir Halt und besichtigen ein karelisches Dorf. Die Attraktion ist hier das nachgebaute, schwarz angestrichene Bomba-Haus – eigentlich nichts besonderes.

Von Nurmes geht’s nach Lieska, dann Richtung Joensuu und von hier zum Camping Ruunaa Retkeilykeskus, Ruuhikaari 17 in Kouvola in Südfinnland. Die Adresse klingt gigantisch, ist aber nur ein Campingplatz mitten im Wald, der über einen kleinen Waldweg anzufahren ist.

Fuchs und Hase sagen sich ja bekanntlich gute Nacht. Hier nicht, denn der Hase ist ausgewandert, weil es ihm hier zu langweilig war.

Tag 28

Hurra, es wird wärmer, die Sonne scheint.  Wir machen einen Bootsausflug über den reißenden Fluss Ruunaa und hoffen natürlich, dass unsere Bootsführer nach der „langen“ Nacht schon wieder nüchtern sind.

Es ist ein einmaliges Erlebnis in einer grandiosen Landschaft. Fotos von den Stromschnellen konnte ich nicht machen, denn man musste sich vor dem Wasser schützen und gut am Boot festhalten.

Die Fahrt wurde durch ein „Karelisches Wildnis Mittagessen“ unterbrochen, das zum Teil an einem Lagerfeuer zubereitet. Das Feuer wurde auch von einigen zum Klamotten trocknen genutzt.

Zurück vom karelischen Donnerbalken (Plumpsklo)

Nachdem alle lebend -die Russische Grenze ist nur 10 km entfernt- wieder an Land waren, erhielten wir ein Diplom. Klatschnass doch total beeindruckt stiegen wie wieder in den Bus, der uns wieder zum Campingplatz bringt.

Tag 29

Vormittags verlassen wir den Märchen-Mücken-Wald, der sich mitten in der unberührten Natur von Nordkarelien befindet. Es war der nördlichste Punkt unserer Finnland-Route. Bemerkenswert ist, dass der Tag nur von einer kurzen Dämmerung um ca. 2.00 „nachts“ unterbrochen wird.

Wir machen uns auf den Weg zum Juva Camping, Poikolanniementie 68 in Juva in Ostfinnland. Er liegt 290 km von Kouvola entfernt und zum Leidwesen von Heinz geht es wieder viele Kilometer die gleiche, endlos öde Strecke, wie schon bei der Herfahrt nach Kouvola vor zwei Tagen.

Unsere Reiseleiter haben einen Abstecher zum Kloster Valamo in Heinävesi empfohlen. Den Vorschlag haben wir gerne aufgegriffen und dort Halt gemacht. Das Neue Kloster Valamo ist ein aktives Zentrum des orthodoxen geistlichen Lebens in Finnland und wir gerne besucht. Bei uns sind es die Exerzitien.

Kloster Valamo, die neue Kirche

die alte Kirche von innen

Tag 30

Pünktlich um 8.30 Uhr (man beachte: um 7.30 Uhr in Deutschland) holt uns der Bus am Campingplatz ab. Auf Natur pur folgt nun die Kultur und das gleich im Mammutprogramm.

Wir fahren zur größten Holzkirche der Welt, nach Kerimäki in Südsavo. Die Kirche wurde im 1900 Jahrhundert mit 3000 Sitzplätzen gebaut, obwohl das Dorf nur 800 Einwohner hatte. Die Legende besagt, dass die Planung der Kirche in Fuss berechnet war, die Schreiner ihre Arbeiten  jedoch in Meter ausführten.

Weiter besichtigen wir mit deutschsprachiger Führung das Lusto Forstmuseum in Punkaharju. Wir erfahren viel über die Bewirtschaftung und Verwertung des finnischen Waldes. Eindrucksvoll  für uns ist die Entwicklung der Forstmaschinen. Viele Künstler stellen hier auch ihre Holzarbeiten aus, wie hier die

Künstlerin Eva Ryynänen, Christmas Night

Mittags hatten wir nur kurz Gelegenheit den Markt und die Stadt Savonlinna in Ostfinnland zu besuchen. Um 13.30 Uhr stand bereits die Besichtigung der Festung Olavonlinna in Savonlinna, wieder mit deutschsprachiger Führung, auf dem Programm.

Die Burg wurde im 1500 Jahrhundert von den Schweden als Grenzbollwerk gegen Russland erbaut. Sie wurde von den Russen 1742 erweitert, nachdem Finnland russisch besetzt war. Wir haben den engen, dunklen Burgturm, mit den in Original erhaltenen, sehr hohen Stufen bestiegen und sind den ganzen Wehrgang abgelaufen.

Heute finden die Savonlinna Opernfestspiele im Burghof statt, bei denen Bühnen von Weltrang ihre Gastspiele geben.

Der letzte Programmpunkt war dann noch eine Schifffahrt mit der Paul Wahl durch die wunderschöne Seenlandschaft von Savonlinna.

Japaner haben wir keine gesehen, denn wir waren zu schnell.

Tag 31

Abreise bei Juva Camping und 146 km Fahrt zum Camping Huhtiniemi, Kuusimäenkatu 18 in Lappeenranta in der Südkarelischen Landschaft. Wie meistens, wenn kein Programm ansteht, sind wir die letzten, die den Platz verlassen und es regnet.

Einziger Höhepunkt auf unserer Fahrt war, dass ein Vogel todesmutig unseren Weg gekreuzt hat, als wir mit 80 km daher gerast kamen.

Rechtzeitig vor Petersburg ist unsere Ersatz-Kreditkarte am Campingplatz angekommen, damit wir uns nicht mit Rubel rumschlagen müssen.

Tag 32

Der Tag heute steht zur freien Verfügung. Leider kann man fast nichts unternehmen, denn im 20 Minuten Takt kommt ein Wolkenbruch oder die Sonne scheint. Also treffen wir die Vorbereitungen für St. Petersburg.

Koffer für 2 Tage packen: Sommersachen, morgen soll es 20 Grad warm werden. Wintersachen, übermorgen soll es 15 Grad und Regen haben. Die Betonung liegt auf soll es, doch niemand weiss es.

In den nächsten 3 Tagen wird es nichts neues im Blog geben. Wir lassen den Schlepptop im Wohnmobil und das bleibt in Finnland. Es will keinen neuen russischen Besitzer.  Es hat schon jetzt ein bisschen Angst vor Polen. Natürlich Spass. Wir werden in St. Petersburg im Sokos Hotel Vasilievsky übernachten. Jetzt ernsthaft, die Bürokratie, um in Russland ein Wohnmobil/ Wohnwagen einzuführen, ist einfach zu gross. 

weiter mit Tag 33 – 58:

Russland, Lettland, Estland, Litauen, Polen