Eichstätt

ist eine Kreisstadt in Oberbayern. Eichstätt verwaltet den Naturpark Altmühltal und ist Bischofssitz des Bistums Eichstätt. In Eichstätt gibt es eine katholische Universität. Die Stadt an der Altmühl liegt in der Nähe von München, Nürnberg und Augsburg.

Geschichte von Eichstätt

Die erste urkundliche Erwähnung vom Ort „Eihstat“ geht auf das Jahr 740 zurück. Es steht geschrieben, dass Winfried Bonifatius das Gebiet von einem Edlen namens Suitger als Geschenk erhalten hat. Bonifatius weiht 740 in der Marienkirche von Eichstätt seinen Neffen Willibald zum Priester und 741 zum Bischof. Willibald gründet in Eichstätt ein Bischofskloster. Im Jahr 787 stirbt Willibald. Er wird im, von ihm erbauten Dom beigesetzt. 

Im Jahr 908 verleiht König Ludwig IV. dem regierenden Bischof Erchanbald das Markt-, Münz- und Zollrecht und das Recht eine Mauer um die Ansiedlung zu bauen. Dieses Datum wird als Gründungsdatum der Stadt Eichstätt dokumentiert.

Von 1305 bis zum 19. Jahrhundert herrschen Bischöfe über die Stadt und das Hochstift Eichstätt.

Juden in Eichstätt

Bereits im 13. Jahrhundert gab es in Eichstätt eine jüdische Gemeinde. Es ist überliefert, daß im Jahr 1298 und in der Zeit der Pest von 1348/49 die Juden verfolgt wurden. Um 1400 waren unter dem Schutz des Bischofs zehn jüdische Familien in der Stadt geduldet. Sie wohnten vermutlich in einem Ghetto der Judengasse. In der Webergasse befand sich die Judenschule. Im Jahr 1445 veranlasst Fürstbischof Johann III. von Eych die Vertreibung aller Juden aus der Stadt sowie aus dem Hochstift Eichstätt. Erst im 17. Jahrhunderts erhielten Juden gegen Geldzahlungen wieder eine kurzfristige Aufenthaltserlaubnis.

Hexenverfolgung in Eichstätt

Wegen des Verdachts der Hexerei wurden von 1582 bis 1723 mindestens 241 Menschen angeklagt. In den Hexenprozessen verurteilte man 222 Menschen zum Tode und richtete sie hin. Die meisten Hexenprozesse und Hinrichtungen fielen in die Regierungszeit von Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten.

Zerstörungen in Eichstätt

Im Dreißigjährigen Krieg eroberten und plünderten die Schweden die Stadt. Sie nahmen Kanonen, Waffen, Munition, Mehl und Getreide mit. Im Jahr 1634 zerstörten sie die heutige Innenstadt fast völlig. Es blieben nur 127 Häuser und der Dom, die Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau, die Dominikaner- und Johanneskirche sowie das Kloster von Verwüstungen verschont. In der Zeit starb das für Eichstätt sehr bedeutende Tuchmacher-Handwerk aus. Im Tuchmacher-Handwerk waren mehr als 800 Einwohner beschäftigt.

Mit dem Wiederaufbau der Stadt wurde 1639 begonnen. Der Aufbau dauerte bis zum Ende 18. Jahrhunderts. Durch italienische Baumeister entstand, der Epoche entsprechend, der barocke Baustil, der noch vielerorts in Eichstätt zu sehen ist. Die Fürstbischöfe förderten den Wiederaufbau im Jahr 1685 durch Steuervorteile, Vergünstigungen und kostenfreies Bauholz. Bedingung war jedoch der Bau von „stadtmäßigen, von Grund auf gemauerten, dreistöckigen Häusern“ mit einem Ziegeldach.

Stadtbesichtigung

Vom Wohnmobilstellplatz aus spazieren wir einen schönen Weg an der Altmühl entlang. Er führt uns über die

Spitalbrücke zur Altstadt.

Der „Brückenmann“ zeigt uns vermutlich, dass wir auf der Brücke nach oben und unten schauen sollen. Stimmt, man hat einen schönen Ausblick auf die Altmühl und die Umgebung von Eichstätt.

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Die Heilig Geist Spitalkirche

steht direkt am Ende der Brücke auf der linken Seite. Sie wurde in den Jahren 1698 bis 1703 von Giovanni Giacomo Engl errichtet. Im gleichen Stil ist auch das anschließende Spitalgebäude, das dem Bischof unterstellt war. Es wurde von einem bruderschaftlichen Konvent (Klostergemeinschaft) betrieben. Die Aufgabe von Priestern, Laienbrüdern- und Schwestern die Keuschheit, Armut und Gehorsam gelobten, war die Pflege von Kranken in einem Krankenhaus. Schwer Erkrankte pflegten sie im Siechenhaus. Auch heute noch gibt es Pflegeplätze in dem Spital.

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Die Stadt ist im Zweiten Weltkrieg unversehrt geblieben.

Am Platz vor dem Dom ist heute

Handwerkermarkt. Es werden schöne Töpferwaren angeboten.  

Der Katholische Dom St. Mariä Himmelfahrt und St. Willibald

zu Eichstätt ist die Kathedralkirche des katholischen Bistums Eichstätt. Am Platz der Kirche war bereits im 8. Jahrhundert eine Steinkirche, die der Heilige Willibald errichtet haben soll. Die heutige Kirche zeigt den hoch- und spätgotischen Stil. Im Jahr 1718 wurde der Bau mit der barocken Westfassade abgeschlossen. Der Kreuzgang und der zweischiffige Bestattungsort (Mortuarium) zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmälern von Bayern.

Die barocke Westfassade.

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Der Hochaltar vom Ostchor.

Die Kanzel stammt noch aus der Zeit der Neugotik. 

das Moratorium

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der Kreuzgang

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Der Domplatz

ist der älteste, besiedelte Platz in Eichstätt. Bereits in der Hallstattzeit, von 800 bis 600 vor Christus, haben sich Menschen in der Nähe der Altmühl niedergelassen. Es folgten die Kelten, Römer und später die Alemannen und Bajuwaren.

Am Domplatz steht ein Kriegerdenkmal mit einem Löwen. Es stammt aus dem Jahr 1911. 

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Gegenüber vom Kriegerdenkmal steht die, im Jahr 1296 ehemals als Taufkirche gebaute Johanniskirche. Später wurde nachgewiesen, daß in der Kirche nie Taufen abgehalten wurden. Sie fanden nur im Dom statt.

Anfang des 16. Jahrhunderts war die Kirche sehr baufällig und mußte ersetzt werden. In den Jahren 1520-27 entstand im Auftrag des Domkapitels die spätgotische Kirche. Nach der Säkularisation wurde der Sakralbau als Schranne und später als Gewerbehalle genutzt. Seit der Instandsetzung im Jahr 1978 ist die Johanniskirche das „Haus des Gastes“. Hier finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Leider war die Kirche verschlossen. Durch die große Glastüre hat man einen Blick in das Innere der Kirche.

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Um dem Domplatz stehen schön renovierte Gebäude. Es handelt sich überwiegend um „Domherrnhäuser“ aus dem 16. und 17. Jahrhundert. 

So auch die Domkapitel-Apotheke, die heute unter dem Namen Marienapotheke bekannt ist. Bereits im Jahr 1469 wird die Apotheke urkundlich erwähnt. Sie ist seit 1727 eine Hof- und Stadtapotheke. An den heutigen Standort wurde sie im Jahr 1729 vom Architekt Gabrieli verlegt. 

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Der ehemalige Domherrnhof Speth stammt aus dem Jahr 1675. Erbaut hat ihn der Architekt Giovanni Giacomo Engl. Heute ist in dem Gebäude der Gasthof Krone.

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Beim ehemaligen Domherrnhof Arzat-Gebsattel handelt es sich um einen Bau aus dem Jahr 1715.  Das Gebäude erbaute der Architekt Gabriel de Gabrieli.

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Der Barockbau am Domplatz 8 stammt aus dem Jahr 1694. Es war das Vize-Domamt.

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Am Pater-Philipp-Jenningen-Platz

sind viele Gebäude die mit dem Dom in Verbindung stehen. Wir stehen vor dem Gebäude der ehemaligen Domschule. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Haus hat ein spätgotisches Portal das zum Kreuzgang und zum Mortuarium vom Dom führt.

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Beim bischöflichen Palais handelt es sich um den ehemaligen Domherrnhof Schönborn. Im Gebäude ist heute ein Teil der Hochschule von Eichstätt.

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Die Domkapitel Trinkstube

war im heutigen Dompfarramt. Die Geschichte der Trinkstube reicht bis ins Jahr 1510 zurück. Der Volksmund bezeichnete sie als „Herrentrinkstube“ oder den „Pfaffenkeller“. Im Jahr 1634 brannte das Haus ab. Es wurde bereits 1649 wieder errichtet. Das Gebäude wie es heute zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1749. Den Umbau hat der Architekt Domenico Barbieri ausgeführt.

Die Trinkstube wurde von einem Stubenwirt verwaltet. Sie war nur für Domherren, Adelige, fürstliche Räte, Beamte, Diener und geistliche Personen bestimmt. Die Beschränkung auf diesen Personenkreis sollte dem „Schutz“ der Eichstätter Wirte dienen. In der Trinkstube war der Wein wesentlich günstiger, da er von Steuern und Umlagen befreit war.

Nach der Säkularisation betrieb der letzte Stubenverwalter die Wirtschaft weiter. Er kaufte 1807 das Gebäude sowie das danebenliegende Haus der Domschule vom Staat und errichtete den Gasthof „Bayer’scher Hof„. Zum Gasthof gehörte ein großer Tanzsaal. Der Saal war lange Zeit Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Eichstätt. 

Im Jahr 1871 erwarb die Dompfarrei das Gebäude. Es wurde zum Pfarrhof umgebaut. Für zwei Kaplane hat man Wohnungen im Haus geschaffen. Aus dem Tanzsaal wurde der Saal des Dompfarrheims.

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Der „Ulmer Hof“

in Eichstätt ist ein barockes Stadtpalais.  Es wird seit 1980 von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt genutzt wird. 

Das Gebäude mit dem Eckerkerturm stammt aus dem Jahr 1625. Es erhielt seinen Namen erst später vom Domherr Karl Ferdinand und Ernst von Ulm zu Ebrach. Die Domherren beauftragten 1688 den Hofbaumeister Jakob Engel mit dem Umbau in ein barockes Palais. In diesem Stil ist die Fassade bis heute erhalten. 

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Von 1978 bis 1980 erfolgte erneut ein Um- und Neubau. Der frühere Innenhof wurde mit einer Konstruktion aus Stahl und Glas überdacht. Mit diesem Ausbau konnte ein Teil der Eichstätter Universitätsbibliothek im „Ulmer Hof“ untergebracht werden. Von jedem Stockwerk hat man einen Blick in den Lesesaal und die Büchergalerien. Die Planung für Um- und Ausbau stammt vom Architekten Karljosef Schattner. Er hat mehrere Gebäude in diesem Stil in Eichstätt umgebaut. 

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Bischöfliche Hofhaltung – später Residenz

Im 11. Jahrhundert ließ Bischof Heribert neben dem Willibaldsdom die Bischöfliche Hofhaltung bauen. Man nennt sie meist der „Alte Hof“. Der dreiflügelige Schlossbau ist im Barockstil errichtet. Bis zum 14. Jahrhundert war es der bischöfliche Wohnsitz. Später wurde der Wohnsitz auf die, hoch über der Stadt liegende Willibaldsburg verlegt. Der „Alte Hof“ wurde Sitz der Verwaltung des Hochstifts Eichstätt und vom Domkapitel genutzt.

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Bei Bränden im Jahr 1633 und 1634 wird die Bischöfliche Hofhaltung vernichtet. Auf Veranlassung des Fürstbischofs Johann Martin von Eyb begann um 1700 der Bau des Residenzgebäudes an der Stelle des Alten Hofs. Der gesamte Bau wurde unter den Bischöfen Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen und Franz Ludwig Schenk von CasteIl vom Architekten Gabrieli um 1725 fertiggestellt. (Den Bischof habe ich benannt, weil ich den Namen lustig finde).

Markant im Gebäude ist das Treppenhaus mit einem geschmiedeten Treppengeländer. Das Deckenfresko stammt von Johann Michael Franz. Es zeigt den Sturz des Phaethon. Den Spiegelsaal ließ Fürstbischof Raymund Anton Graf von Strasoldo in den Jahren 1767/68 einbauen. Verziert hat der Hofmaler Johann Michael Franz die Decke im Spiegelsaal mit mythologischen Szenen.

Seit 1976 ist das Gebäude der Sitz vom Landratsamt Eichstätt.

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Der Residenzplatz

gehört zu den schönsten Barockplätzen in Deutschland. Er wurde nach der Fertigstellung der fürstbischöflichen Residenz neu erbaut. Sein heutiges Aussehen erhielt er in den Jahren 1776 bis 1780 unter dem Barockbaumeister Mauricio Pedretti. Der Marienbrunnen ist der Mittelpunkt vom Platz. In die Mitte des Brunnens ist eine 22 m hohe Säule gebaut. Auf der Säule thront eine vergoldete Marienfigur. 

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Dem Marienbrunnen gegenüber steht ein barocker Brunnen. Wir setzen uns für eine Pause auf eine Bank am Platz. Es ist schön hier!

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Das Generalvikariat

steht am Residenzplatz 4. Das Gebäude ließ um 1740 Fürstbischof Franz Ludwig Schenk von Castell als Wohn- und Repräsentationsbau für seinen Stellvertreter, den Generalvikar, errichten. Es befindet sich seit 1855 im Staatsbesitz. Heute hat hier das Vermessungsamt der Stadt Eichstätt seinen Sitz.

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Die Kanonikerhöfe

sind am Residenzplatz 7. Die beiden barocken Doppelhäuser sind durch eine Tordurchfahrt verbunden. Es ist auch ein Bauwerk von Gabrieli.  Er hat die Häuser um 1732 errichtet. Die Tordurchfahrt zeigt das Wappen von Fürstbischof Franz Ludwig Schenk von Castell. 

In jedem Haus sind zwei Wohnungen mit eigenen Eingängen. In den Wohnungen lebten die Kanoniker. Kanoniker sind Mitglieder eines Stifts- oder Domkapitels und Mitarbeiter des Fürstbischofs. Die Herren waren für Gottesdienste am Grab des heiligen Willibald sowie im Dom zuständig. 

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Die Kavalierhöfe

finden wir am Residenzplatz 8. Die Bezeichnung stammt aus dem Barock für ein Anwesen, das um ein Schloss gebaut wurde. Die Gebäude waren für den Hofstaat bestimmt.

Es sind vier barocke Bauten, die der Bischof Franz Ludwig Schenk von Castell beim Architekten Gabriel de Gabrieli in Auftrag gab.  Der Architekt betreute in der Stadt mehrere Projekte gleichzeitig. Wegen des schleppenden Fortschritts beim Bau der Kavalierhöfe erhielt er vom Fürstbischof eine Ordnungsstrafe. Schon damals gab es das „Bußgeld“.

Die Wohnungen wurden für den Obrist-Hofmarschall und den Obrist-Stallmeister gebaut. Auch für den hochfürstlichen Landvogt und die fürstlichen Gäste waren Wohnungen bestimmt. Die Kavalierhöfe nennt man später „Ministerhöfe“. 

Nach der Säkularisation gingen die Gebäude in Staatsbesitz über. Heute ist hier der Sitz vom Finanzamt, der Staatlichen Forstverwaltung und des Hochbauamtes. Es ist, so denken wir, ein schöner Platz zum Arbeiten. 

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Der ehemalige Domherrnhof „Pfürdt“

steht auch am Residenzplatz. Aus dem Domherrenhof Pfürdt wurde später die „Domdechantei“. Die Dechantei ist das Haus vom Vorsteher eines Kirchenbezirks. Hier ist heute das Bischöfliche Ordinariat zu finden. Das Gebäude stammt vermutlich aus dem Jahr 1765. Es wurde von Maurizio Pedetti gebaut.

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Der Domherrnhof Dietrichstein

am Residenzplatz wurde 1732 vom Architekten Gabrieli für den Domherrn Franz Karl Hannibal Graf von Dietrichstein erbaut. Auf dem Grundstück befand sich bereits vorher ein Domherrnhof.

Im Jahr 1848 wurde das Gebäude in den Gasthof „Drei Mohren“umfunktioniert. Im Jahr 1883 kauften die Englischen Fräulein das Anwesen. Sie gründeten das Institut der „Englischer Fräulein“ und die Mädchenrealschule „Maria Ward“. Beide Einrichtungen bestehen heute noch. 

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Am Leonrodplatz

kommen wir vorbei am Wittelsbacher Brunnen mit der Patrona Bavariae. Der Brunnen wurde 1905 zum Andenken an die 100jährige Herrschaft der Wittelsbacher errichtet. 

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Der Hof Welden am Leonrodplatz ist seit 1886 das Evangelisch-Lutherische Pfarrhaus. Das Gebäude wurde um 1720 von Gabriel de Gabrieli erbaut. 

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An der Rückseite des Gebäudes ist eine Verbindung zur Erlöserkirche, der Evangelisch-Lutherschen Pfarrkirche, die am Residenzplatz 19 steht. Im Jahr 1886 war die Grundsteinlegung für die Kirche. Bereits 1887 konnte hier der erste evangelische Gottesdienst gefeiert werden. Es ist unglaublich. In nur einem Jahr steht eine Kirche!

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Das Jesuitenkolleg mit der Schutzengelkirche

befindet sich ebenfalls am Leonrodplatz. Das Kolleg wurde 1564 als Collegium Willibaldinum gegründet. Es war das erste Seminar für Priesterbildung nördlich der Alpen. Im Jahr 1614 wurde das Collegium den Jesuiten übergeben. 

Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten holte die Jesuiten nach Eichstätt. Er erteilte ihnen die Erlaubnis zum Bau einer Kirche. Es entstand in den Jahren 1617 bis 1620 die Schutzengelkirche. Beim Schwedensturm 1634  wurde die Kirche bis auf die Grundmauern zerstört. Auch das benachbarte Jesuitenkolleg, das erst 1624 errichtet wurde, fiel dem Schwedensturm zum Opfer. Der Wiederaufbau des gesamten Anwesens dauerte bis zum Jahr 1665. Seit 1980 gehört das Kollegium zur Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

In der Schutzengelkirche sind 567 Engelsdarstellungen in Holzplastiken, Stuck, Öl- und Freskenmalereien angebracht. Bei der Vielzahl der Engel findet bestimmt jeder seinen   „persönlichen Schutzengel“.

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Das ehemalige Augustiner-Chorfrauenkloster

befindet sich am Kardinal-Preysing-Platz 14. Gegründet wurde das Kloster 1711 unter Fürstbischof Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen und seiner Nichte Maria Anna Charlotte Knebel von Katzenelnbogen. Maria Anna Charlotte verbrachte als Kind einige Zeit im Pensionat der Mainzer Congrégation de Notre Dame. Sie benannten „ihr“ Kloster, das dem Herzen Jesu geweiht ist, deshalb „Notre Dame du Sacré Cœr“.

Im Jahr 1712 war die Grundsteinlegung vom Kloster. Baumeister war Benedikt Ettl. Der Bau ging nur schleppend voran, so daß die Nonnen 1716 in das unfertige Haus eingezogen sind. Marina Anna Charlotte war viele Jahre Oberin des Klosters.

Für die Klosterkirche wurde 1719 der Grundstein gelegt. Errichtet hat sie, wie kann es anders sein, Gabriel de Gabrieli. Er war einfach ein sehr gefragter Baumeister. Besonders sehenswert ist die Barockkuppel in der Kirche. Das Gemälde in der Kuppel stammt von Johann Georg Bergmüller. Die Kirche zählt zu den besterhaltenen Bauwerken aus der Barockzeit im bayerischen Raum. 

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Die Klosterschule

Im Jahr 1730 wohnten insgesamt 33 Personen im Kloster von denen 22 Klosterfrauen waren. Der Ordensauftrag der Klosterfrauen bestand aus dem Führen von zwei Schulen.  Sie hatten in der „äußeren“ Schule die „Stadtschülerinnen“ zu unterrichten. Die „innere“ Schule war ein Pensionat. Die „Schülerinnen“ stammten meist aus Adelshäusern. 

Zum Unterricht in der „äußeren“ Schule gehörten Gebete, geistliche Lieder, Lesen, Schreiben, Rechnen und Handarbeiten. Die Schülerinnen vom Pensionat wurden in deutscher und französischer Sprache, dem Katechismus und der Heiligen Schrift unterrichtet. Religiöse Lieder, Geographie und Arithmetik gehörten auch zum Lernstoff. 

Nach der Säkularisation wurde das Stift als einziges Kloster wegen der Schulen nicht aufgelöst. Man nahm jedoch keine Novizinnen mehr auf. Die Schulen erhielten staatliche Vorgesetzte. Im Jahr 1809 verfügte König Maximilian I. Joseph die Auflösung der Congrégation de Notre Dame. Die Schwestern zogen in ein, vom Bischof zur Verfügung gestelltes Haus. Im Jahr 1868 starb die letzte Klosterfrau.

Der Grundbesitz wurde verkauft. Die Seitenaltäre der Kirche verkaufte man an die Wallfahrtskirche St. Sebastian in Arnsberg. Hier stehen sie auch heute noch. 1814 war die Kirche ein Magazin. Von 1912 bis 1920 nutzte man das Gebäude als Museum. Seit einem weiteren Umbau befindet sich hier das Informationszentrum für den Naturpark Altmühl. 

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Der Ostein-Riedheim-Hof

steht in der Luitpoldstraße. Es ist ein Rokokopalais aus dem Jahr 1730. Hier ist heute das  Diözesanarchiv untergebracht. 

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Wir gehen die Straße weiter und kommen an beachtlichen Bürgerhäusern und Domherrnhöfen vorbei. Ein Spaziergang lohnt sich bestimmt.

Die Oberstjägermeisterei 

war in der Luitpoldstr. 36. Es ist der erste Repräsentationsbau von Architekt Gabriel de Gabrieli. Am Gebäude ist ein Wappen angebracht das vermuten läßt, daß das Haus 1722 für Fürstbischof Johann Anton Knebel von Katzenelnbogen gebaut wurde.  Der Bischof ließ es für seinen Neffen, den amtierenden Oberstjägermeister, errichten. Es wurde zum Sitz der Obersten Forst- und Jagdaufsicht. Nach der Säkularisation war im Gebäude das Rentamt (Finanzamt) bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Seitdem ist es in Privatbesitz.

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Das Alte Stadttheater – Huttenstadel

am Residenzplatz 17 können wir nur von außen sehen. Den ehemaligen Getreidespeicher ließ Bischof Moritz von Hutten im Jahr 1550 erbauen. Er ließ die lateinische Inschrift anbringen: „Wer sein Getreide versteckt, der sei verflucht unter den Leuten; Segen über das Haupt derer, die es verkaufen.

Heute bietet das „Alte Stadttheater“ einen idealen Rahmen für Kunst und Kultur. Die Räume können auch für private Feiern angemietet werden. 

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Das Rathaus 

wurde 1444 am Platz der ehemaligen Stadtpfarrkirche erbaut. Der Bau war der Ausdruck des, in dieser Zeit mächtigen Bürgertums. In Eichstätt waren bedeutende Kaufleute tätig. Sie versorgten die Hofhaltung des Bischofs und vom Herzog Ludwig des Bärtigen in Ingolstadt. 

Am Balkongitter an der Rathausfassade ist das Leuchtenberg Wappen angebracht. Eugéne de Beauharnais erhielt im Jahr 1817 von König Maximilian I. Joseph von Bayern den Titel „Herzog von Leuchtenberg“. Der Stiefsohn von Napoleon war Vizekönig von Italien, Großherzog von Frankfurt, bayerischer Herzog von Leuchtenberg und Fürstbischof von Eichstätt. Mit dem Titel „Herzog“ war jedoch kein Grundbesitz in Eichstätt verbunden. Er wohnte weiter in München. Eichstätt war für ihn nur Nebenschauplatz herrschaftlicher Aktivitäten und fürstlicher Repräsentationen, wie z.B. die Jagd. Sehr geschätzt wurde er in Eichstätt wegen seiner Großzügigkeit. Der Herzog unterstützte die Armenpflege. Für die Eichstätter Casino- und Theatergesellschaft ließ er ein eigenes Gebäude errichten. 

Der Ratssaal hat eine Rokokodecke. Die Fassade vom Rathaus und die Turmkrönung stammen aus dem Jahr 1823. 

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Der Turm vom Rathaus mit spätgotischen Fenstern hat auch noch eine Türmerwohnung.

Der Marktplatz

Der Brunnen am Marktplatz ist von zwei Fürstbischöfen gestiftet worden. Die Bronzestatue zeigt den heiligen Willibald. Er war der erste Bischof und Stadtpatron von Eichstätt. Die Statue zeigt den Bischof mit erhobener Hand zum Gruß und Segen der Eichstätter. 

Am Marktplatz ist zwischen 1319 und 1321 das erste Straßenpflaster verlegt worden. Im Jahr 1414 hat der Rat von Eichstätt eine „Pflasterzollordnung“ erlassen. Dabei handelte es sich um eine Abgabe, die als Gegenleistung für die Benutzung von gepflasterten Straßen erhoben wurde. Der Ertrag wurde für die erstmalige Pflasterung und den Unterhalt des Pflasters verwendet. Erhoben wurde sie vom auswärtigen Handelsverkehr. Einheimische Bürger waren befreit. Als Berechnungsgrundlage zählten die Zugtiere von Fuhrwerken und das in die Stadt getriebene Vieh. So sehen wir, daß es schon damals die Maut gab. Darüber wurde bestimmt nicht soviel diskutiert, wie das heute der Fall ist.

Um den Marktplatz stehen viele schöne Häuser, wie z.B. das Gebäude vom ehemaligen Gasthof Traube. Es stammt aus dem Jahr 1615. Jedes Haus am Platz kann eine Geschichte aus längst vergangener Zeit erzählen.

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In der Marktgasse 3 finden wir das Wohnhaus vom Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli aus dem Jahr 1686.

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Die Sommerresidenz 

ließ sich Fürstbischof Franz Ludwig Schenk von Castell 1735 vom Architekten und Bauleiter Gabriel de Gabrieli bauen.

Seit 1977 ist die einstige Sommerresidenz der Verwaltungssitz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

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Zur gleichen Zeit entstand auch der Hofgarten, der im Stil des Barocks angelegt wurde. Nach der Säkularisation ging das Anwesen 1817 an die Herzöge von Leuchtenberg. Sie ließen den Hofgarten, der damaligen Zeit entsprechend, in einen Englischen Garten umbauen.

1977 wurde der an das Universitätsgebäude anschließende Teil des Gartens wieder als barocke Anlage umgebaut.

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Der Pavillon im Hofgarten wurde von Mauricio Pedetti von 1779-1781 zu einem Gartensaal mit Brunnen umgestaltet. 

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Die Brauerei Hofmühl

gibt es bereits seit 1492. Gegründet wurde sie von Fürstbischof Wilhelm von Reichenau. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Brauerei vollständig zerstört. Von 1639 bis 1686 wurde sie unter den Fürstbischöfen Marquand II. Schenk von Castell und Johann Euchar Schenk von Castell wieder aufgebaut. Nach der Säkularisation 1803 wurde die Brauerei verstaatlicht. Im Jahr 1860 wurde die abgewirtschaftete Brauerei an Michael Gutmann verkauft.

Michael Gutmann vererbte die Brauerei 1876 an seine Tochter Creszentia. Sie heiratete Johann Baptist Emslander. Die Brauerei Hofmühl ist heute noch im Besitz der Familie Emslander.

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Wir gehen ein letztes Mal den Weg zurück zum Stellplatz und kommen wieder an den vielen Fragmenten vom Dom vorbei. 

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Wir freuen uns sehr über die vielen netten Enten, die an unserem Wohnmobil vorbei marschieren.

Am nächsten Tag fahren wir zur Besichtigung der

Willibaldsburg.

Sie war bis ins 18. Jahrhundert Sitz der Eichstätter Fürstbischöfe. Die Spornburg liegt über der Altstadt auf dem Willibaldsberg. Die erste Befestigungsanlage auf dem Burgberg war im Jahr 1070. Sie bestand aus einem Steinhaus, einem Turm, einer Kapelle und war durch Ringmauern und Gräben gesichert.

Ab dem Jahr 1305 mußten die Bischöfe die militärische Sicherung des Bistums selbst übernehmen. Deshalb wurde um 1355 unter Bischof Berthold von Zollern mit dem Ausbau der Befestigungsanlage zu einer wehrhaften Burg begonnen. Es folgte der Umzug vom Bischofssitz am Dom auf die Willibaldsburg. Später ließ er die Burgveste erweitern.

Bischof Johann Konrad von Gemmingen hat auf der Burg einen botanischen Garten anlegen lassen.

Der Bischof veranlasste auch im Jahr 1609 den Bau eines Renaissanceschlosses im Burghof. Die Pläne für das Schloss stammten vom Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl. Das Schloss gilt mit dem Augsburger Rathaus, das auch von ihm stammt, zu den wichtigsten Werken der deutschen Renaissance. Die zweitürmige Fassade wurde nach 1629 gebaut.

der Gemmingenbau mit Bastionen

Der Ausbau der Befestigungsanlage, die mit zwei Bastionen gesichert wurde, war erst 1612. Die Zugbrücke, die ebenfalls der Sicherung der Burg diente, ist nicht mehr vorhanden.

Im Jahr 1633 wurde die Burg vom schwedischen Heer eingenommen. Bereits im gleichen Jahr konnte sie jedoch wieder zurückerobert werden. 1725 verlegten die Bischöfe ihre Residenz in das neue Stadtschloß am Dom. Die Willibaldsburg wurde Sitz von einigen Ämtern. In den Folgejahren richtete man ein Spital auf der Burg ein. Danach folgte die Nutzung als Gefängnis bzw. Zuchthaus.

Das Jura-Museum

In der denkmalgeschützten Burg kann man im Gemmingenbau das naturkundliche Museum, das Jura-Museum, besuchen. Hier ist die naturwissenschaftliche Sammlung des Bischöflichen Seminars Eichstätt zu sehen.

Der Historische Verein Eichstätt ist auf der Willibaldsburg mit einem Museum für Ur- und Frühgeschichte vertreten. Es wird die Entwicklungsgeschichte der Region von der Steinzeit bis ins Mittelalter gezeigt. Beeindruckend sind die Skelette von einem Mammut, einem Rentier und der Hyäne.

Einen Teil der Burg nutzt der Bayerischen Staat für Archivzwecke. Einen der Türme kann man besteigen. Wir sind nicht hinaufgestiegen. Angeschaut haben wir den Burgbrunnen. Er hat einen Durchmesser von 3,25 m und eine Tiefe von 76,5 m. Im Jahr 1977 entfernte man den Bauschutt aus dem Brunnen. Es wurde ein Schöpfeimer und eine Hellebarde entdeckt.

Moderne Bauten in Eichstätt

Besonders auffällig in Eichstätt ist, daß in barocke Altbauten moderne, überwiegend verglaste Bauten integriert wurden. Das konnten wir bereits am „Ulmer Hof“ sehen. Beim ehemaligen Gärtnerhaus und der Orangerie in der Nähe der Sommerresidenz wurde der Umbau auf die gleiche Weise vorgenommen.

Erbaut wurde das Gebäude im Jahr 1738 vom Architekt Gabrieli. Im 19. Jahrhundert befand sich ein Offizierskasino im Anwesen. Von 1955 bis 1980 nutzte man es als als Schülerseminar. Heute gehört das Gebäude zur Katholischen Universität.

In den Jahren 1985 bis 1987 wurde nach den Plänen von Karljosef Schattner der Mitteltrakt abgetragen. In den Innenhof setzte der Architekt einen verglasten Neubau.

Das ehemalige Waisenhaus in der Ostenvorstadt stammt aus dem Jahr 1758. Es wurde vom Architekt Maurizio Pedetti gebaut. Auch bei diesem Gebäude erhielt Architekt Karljosef Schattner den Auftrag zum Umbau. Durch die vielen Glaseinbauten entstanden sehr helle Räume. Die „Handschrift“ von Karljosef Schattner ist deutlich zu sehen.

Heute befindet sich hier der Lehrstuhl für Journalismus der Katholischen Universität.

Das Cobenzl-Schlösschen

ist ein spätbarockes Lustschlösschen und liegt etwas außerhalb von Eichstätt. Zum Schlösschen gehört ein Gartenpavillon und ein kleiner Park.

Erbaut wurde das Schlösschen 1730 für den Bischöflichen Oberstjägermeister Franz Ludwig Freiherr von Katzenelnbogen. Die Pläne stammten vom Architekt Gabrieli. Wir haben nicht gezählt, wie oft Gabrieli Architekt für ein Gebäude in Eichstätt war.

Im Jahr 1776 kam das Schlösschen in den Besitz von Domkapitular Ludwig Graf Cobenzl. Von ihm stammt der Name, den das Lustschlösschen noch heute hat. Der Domkapitular erweiterte ab 1784 den, an einem Hang liegenden Garten zu einer Parkanlage. Die gesamte Anlage wurde für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Schloß und im Garten wurden Bälle und Picknicks veranstaltet. Dobenzl lud dazu auch nicht adelige Beamte ein. So baute er die Standesunterschiede in der Stadt ab.

Nach der Säkularisation wurde das Schlösschen als Gastwirtschaft genutzt. 1863 erwarb das Augsburger Gaswerk das Gelände. Es wurde ein Gasometer zur Energieversorgung der Stadt Eichstätt betrieben. Mit dem Anschluß an das moderne Erdgasnetz wurde die Anlage stillgelegt. Heute befindet sich hier das Haus für Kunst und Kulturgut der Stadt Eichstätt.

Die Heilige Walburga

ist 770 im südenglischen Wessex geboren. Sie war eines von vielen Kindern einer wohlhabenden Familie in Wessex. Walburga verwaiste bereits im Alter von 10 Jahren. Sie kam in das Kloster Wimborne im Süden von England. Das Internat war für die gute Ausbildung junger Frauen aus der westsächsischen Oberschicht bekannt. Walburga verbrachte hier 26 Jahre. Im Kloster bereitete man sie für die Aufgaben als Missionarin vor.

Als Wunibald seine Heimat England besuchte, konnte er Walburga für die Mission in Deutschland gewinnen. Sie folgte ihren Brüdern um die christliche Botschaft zu verkünden, denn die deutschen Länder waren zu dieser Zeit weitgehend heidnisch.

Ein Bruder von Walburga war der Willibald, der erste Bischof von Eichstätt. Ein weiterer Bruder war Wunibald. Wunibald war Abt des Benediktinerklosters in Heidenheim. Als Walburga von England nach Deutschland kam, war ihre neue Heimat zuerst in einem Kloster in Tauberbischofsheim.

Der Onkel von Walburga war Missionserzbischof Wynfreth. Wynfreth erhielt von Papst Gregor II. 719 den Namen Bonifatius („der gutes Schicksal Bringende“). Bonifatius wurde mit 80 Jahren auf dem Weg zu einer Firmung von friesischen Christen im Jahr 754 mit seinen Begleitern am Ufer des Flusses Boorne bei Dokkum erschlagen.

Wunibald starb im Jahr 761 im Kloster in Heidenheim. Nach seinem Tod übernahm die Äbtissin Walburga die Leitung des Benediktinerklosters. Die Genehmigung zur Führung des Klosters erteilte Bischof Bonifatius, ihr Onkel. Walburga führte das Kloster nach angelsächsischem Vorbild mit einem Männer- und einem Frauenkonvent. Auch die von ihrem Bruder begonnene Missionsarbeit setzte sie durch ihr Wirken im Dienst Gottes an den Menschen fort.

Die Wunder der Heiligen Walburga

Sie wird mit zwei „Wundern“ in Verbindung gebracht. Einmal, so sagt die Legende, konnte Walburga mit drei Ähren ein Kind vor dem Verhungern retten. Ein anderes Mal soll sie einen tollwütigen Hund beruhigt haben. Walburga gilt als Schutzheilige gegen Krankheiten und Seuchen, Tollwut, Hungersnot und Missernte. Man verehrt sie als Patronin der Kranken, der Wöchnerinnen und der Bauern.

Sie gilt auch als Schutzpatronin der Seeleute und Schutzheilige gegen den Sturm. Bei ihrer Überfahrt vom Ärmelkanal nach Antwerpen herrschte Sturm. Der Legende nach soll Walburga die ganze Zeit im Gebet kniend an Deck verbracht haben, bis das Schiff heil in den Hafen von Antwerpen einlief.

Der Todestag von Walburga ist nicht genau belegt. Sie starb vermutlich im Jahr 779 oder 780. Beigesetzt wurde sie zuerst in der Klosterkirche in Heidenheim.

Walburga und die Reliquien

Die Heiligsprechung von Walburga war um 870 anläßlich der Umbettung ihrer Gebeine nach Eichstätt. Ihre Reliquien kamen zuerst in die Heilig-Kreuz-Kirche in. Später wurden sie in der Abtei St. Walburg beerdigt.

Bischof Heribert ließ die Reliquien von Walburga, die in einem Grab am Boden der Kirche waren, ausheben und in einem Reliquienschrein aus Kalkstein beisetzen. Grund soll das Auftreten des sogenannten Walburgisöl gewesen sein. Als man das im Boden eingelassene Grab öffnete, sollen die Gebeine der Heiligen mit klaren Wassertropfen benetzt gewesen sein. Der Schrein von Walburga steht am Hauptaltar von St. Walburg.

Nach der Umbettung begann ein Reliquienkult um Walburga. Die Bischöfe, der Adel und der Benediktinerorden förderten diesen Kult. Sie wollten ein Gegengewicht zu den Volksheiligen setzen und einen Führungsanspruch des Adels in der christlichen Welt schaffen. Höhepunkt vom Walburga Kult war im Mittelalter. Wallfahrtsstätten und Reliquien kann man europaweit finden.

Seit dem Jahr 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein von Oktober bis Ende Februar Flüssigkeit austreten. Man nennt es das „Walburgisöl“. Es wird in Fläschchen abgefüllt. Im Kloster kann es von den Pilgern erworben werden. Wir haben es nicht mitgenommen.

Das Leben von Walburga habe ich beschrieben, um einen Zusammenhang mit dem

Kloster St. Walburg

am Stadtrand von Eichstätt zu schaffen. Im Jahr 880 überführte man die Gebeine der Heiligen Walburga von der Heilig-Kreuz-Kirche ins Kloster St. Walburg. Domherr Liutger Graf von Lechsgmünd und Graisbach stiftete auf Anregung von Bischof Heribert das bis heute bestehende Kloster. Aus dem Kanonissenstift aus dem 9. Jahrhundert wurde die Benediktinerinnenabtei St. Walburg. Das Kloster ist bis heute ein bekanntes Wallfahrtsziel. Die Heilige Walburga wird weltweit verehrt.

In der Pfarr- und Klosterkirche St. Walburg

befindet sich das Grab der heiligen Walburga. Die Kirche entstand zwischen 1629 und 1631 durch Martin Barbieri. Den Barockturm setzte Benedikt Ettl im Jahr 1746.

Krypta der Heiligen Walburga

Votivbilder in der Krypta

Das ehemalige Kapuzinerkloster – Schottenkloster

liegt etwas außerhalb von Eichstätt. Benediktiner aus Irland, die „Schottenmönche“ waren hier angesiedelt. Sie gründeten eine Propstei, betrieben ein Hospital und betreuten durchreisende Pilger die überwiegend aus ihrer Heimat kamen.

Erstmals wird das Kloster 1166 urkundlich erwähnt. Gestiftet wurde es vom Domprobst Walbrun von Rieshofen. Er ließ eine Nachbildung des Heiligen Grabes errichten und um das Grab die Rundkirche „Zum heiligen Kreuz“ bauen. Bischof Otto hat die Kirche 1194 geweiht. Im 15. Jahrhundert mußte das Schottenstift aufgelöst werden. Die Mönche hatten nur unzureichende Einnahmen und auch der Nachwuchs fehlte. Im Kloster durften nur Novizen aus der Heimat aufgenommen werden.

Im 16. Jahrhundert holte Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten die Kapuziner nach Eichstätt. In den Jahren 1623 bis 1626 wurde die inzwischen baufällige Kirche mit einem Bau im „einfachen“ Barockstil ersetzt. Über Jahrhunderte lebten die Kapuziner im Kloster. Der Name des Ordens kommt von der markanten Kapuze an ihrer Ordenstracht.

Das Konvent des Kapuzinerordens in Eichstätt wurde 2009 aufgelöst. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ist heute Mieter des Klosters. Seit 2012 leben die Passionisten im Kloster. Sie betreuen auch die Heilig-Kreuz-Kirche.

Die katholische Ordensgemeinschaft der Passionisten wurde 1729 vom Heiligen Paul vom Kreuz gegründet. Die Verehrung des Leidens Christi ist ihr Glaubensmotto.

Das Heilige Grab in Eichstätt

ist ein Nachbau vom Heiligen Grab in Jerusalem. Gebaut wurde es im Stil, den das Grab in der Mitte des 12. Jahrhunderts hatte. Neben der Nachbildung des Christusgrabes ist in der Kapuzinerkirche ein Stück des Heiligen Kreuzes aufbewahrt.

Das Heilige Grab ist ein 4,10 m hoher, ovaler Steinbau mit einem rechteckigen Vorbau. Aus dem 19. Jahrhundert stammt die Galeriebrüstung und das Laternentürmchen auf der Plattform. Beides soll jedoch der alten Tradition entsprechen. Durch drei Eingänge kommt man in den Vorraum der Grabanlage. Von hier führt ein schmaler Gang in die Mitte des Rundbaus mit einer Steinbank als Grabstätte Christi.

Es ist die am besten erhaltene Nachbildung des Heiligen Grabes aus romanischer Zeit in Deutschland.

Fazit unseres Aufenthalts

Im Blog konnte ich ausführlich über Eichstätt schreiben. Meine Empfehlung ist jedoch: selbst anschauen, es lohnt sich wirklich. Es gibt auch bestimmt noch einiges zu sehen, das uns entgangen ist.

Nebenbei habe ich viel über Eichstätt gelesen. Darum möchte ich zum Ende des Beitrags noch erwähnen, daß im Jahr

1395: Ulrich Groß ein ewiges Almosen stiftet: Acht arme Bürger sollen alle Sonntage Brot und Fleisch erhalten.

1495: schenkt Domvikar Doernpaintner dem Magistrat von Eichstätt 700 Gulden. Aus dem Zins sollen jeden Quatemberfreitag die Armen Almosen und 32 Arme beim Bader ein Bad erhalten.

1530: als Strafe für Verleumdung und Ehrabschneidung wird in der Stadt das „Steinhängen“ eingeführt . Den Verurteilten hängte man einen Stein um den Hals. Mit diesem Schandzeichen stellte man sie öffentlich an den Pranger. Bei den Verurteilten handelte es sich meist um Frauen, die man als „Klatschmaul“ bezeichnete. Sehr peinlich!

Und das gibt es nur in Eichstätt

Im Jahr 2019 stand Eichstätt bundesweit in den Schlagzeilen. Ein „Jura-Student“ verklagte die Stadt, weil er die Beschilderung der Frauenparkplätze am Freiwasserparkplatz als diskriminierend empfand. Kaum zu fassen, das Gericht verurteilte die Stadt zum Austausch der Schilder. Jetzt sind die Parkplatzschilder rosarot! Die RAL-Farbe 5005, die nach der StVO bundesweit für Straßenschilder festgelegt ist, hat das Gericht einfach ausgehebelt. Welche Farbe bekommen wohl die Parkplatzschilder für „Diverse“? Vielleicht blau-rosa gestreift? Wir wissen es nicht.