Sevilla

liegt im Südwesten der Iberischen Halbinsel am Guadalquivir einer weiten, fruchtbaren Ebene, 6 m über den Meeresspiegel und ist die Hauptstadt der Region Andalusien. Sevilla ist mit 690.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Spaniens und wird als die Wiege des Flamencos bezeichnet. Die Legende besagt, dass die Stadt von dem griechischen Helden Herakles gegründet wurde. Die Altstadt von Sevilla ist die größte in Spanien und neben der Alt-stadt von Venedig und Genua eine der größten in Europa.

Das Klima in Sevilla ist mediterran. Im Jahresdurchschnitt beträgt die Tempe-ratur 18 Grad. Durch den Guadalquivir ist genügend Wasser vorhanden, dass in den Straßen Dattelpalmen wachsen und viele Parkanlagen mit subtropi-schen und tropischen Laubbäumen besucht werden können.

Wir stehen mit unserem Womo bei der Área Autocaravans Sevilla in der Avenida Garcia Morato. Neben uns parkt ein Paar aus der Schweiz. Zusammen beschliessen wir, am nächsten Tag mit dem Taxi zu einem Touristikbüro zu fahren, um für den Hop on Hop off Bus Tickets zu kaufen. Der nette Taxifahrer chauffierte uns „direkt“ in das Touristikbüro der Altstadt. Im Besitz unserer Tickets für 2 Tage machten wir uns dann zu Fuss zur „nächsten“ Haltestelle vom Hop on Hop off Bus,

die dann beim Real Alcázar de Sevilla war.

Wir umfahren den Fuente de las 4 estaciones, den Vier Jahreszeiten Brunnen

kommen auf der Calle Resolana vorbei am Arco de la Macarena

Der Busfahrer wird hier ganz schön gefordert!

Vom Guide erfahren wir, dass wir an der Kirche

Parroquia de San Jacinto (Dominicos) vorbei fahren. Es handelt sich um eine Klosterkirche der Dominikaner aus dem 17. Jahrhundert.

Bei der Busfahrt verschaffen wir uns einen Überblick, welche Sehenswürdig-keiten wir in den nächsten Tage besichtigen wollen.

Allein der Gedanke an die vielen Fussmärsche erschöpfen mich schon jetzt.

Dieses schöne Gebäude ist der

Palacio de San Telmo, der als Universität für Seefahrer gebaut wurde. Hier erhielten junge Kapitäne und Matrosen ihre Ausbildung zur Überfahrt nach Amerika. Es ist das bedeutendste barocke Bauwerk Sevillas. Begonnen wurde mit dem Bau bereits 1681. Die Fertigstellung war erst 1796.

Die Hauptfassade spiegelt den Pomp des Barocks wider. Am Eingang stehen reich verzierte Säulen, über denen sich Träger mit indianischem Aussehen befinden. Sie gelten als Symbol der damaligen Seemacht Spaniens. Eine Ab-bildung des heiligen Hermenegildo und des heiligen Ferdinands ist ebenso zu finden, wie von San Telmo, dem Patron der Seefahrer, der mit einem Schiff und einer Seefahrerkarte dargestellt wird.

Im Jahr 1849 wurde der San Telmo Palast die Residenz der Herzöge Montpensier und somit zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens von Sevilla. Später befand sich ein Priesterseminar des Bistums im Palast und seit 1989 hat die Regionalregierung von Sevilla ihren Sitz in dem Gebäude.

Die Real Fabrica De Tabacos ist die ehemalige Königliche Zigarrenfabrik. Zwischen 1728 und 1770 wurde diese riesige Fabrik in mehreren Abschnitten erbaut und war der Hauptsitz der ersten, in Europa gegründeten Tabakfabrik.

Zigarren wurden im 17. und 18. Jahrhundert ausschließlich von Männern hergestellt. Im 18. Jahrhundert waren in der Fabrik 100 Zigarrenhersteller beschäftigt, im 19. Jahrhundert waren es schon 700 und 1.200 Männer hatten Arbeit mit Tabakhaken. Nachdem die Arbeit Akkordarbeit war und sich herausstellte, dass Frauen – man höre – bei der Arbeit weniger anspruchsvoll aber produktiver waren, wurden im 19. Jahrhundert Frauen zur Produktion ein-gesetzt. Auch damals argumentierte man schon, dass der Verdienst der Frauen nur eine „Begleitung“ des Gehalts der Ehemänner war.

Wir machen uns auf den Weg zum

Parque de María Luisa (2).jpg

Parque Maria Luisa,

der seinen Namen von der Infantin Maria Luisa Fernanda bekam. Sie ver-machte 1893 einen Teil der Palastgärten der Stadt Sevilla. Der Park ist mit seinen 34 Hektar eine der größten künstlichen Parkanlagen in Spanien. Er wurde 1929 zur Iberoamerikanischen Ausstellung vom Landschaftsarchitekt Jean-Claude Nicolas Forestier gestaltet. Angepflanzt sind neben heimischen Bäumen und Sträuchern auch Pflanzen des amerikanischen Kontinents. In dem großen Gelände wurden Gedenkhaine, Pavillons, Gewässer sowie der Spanische und Amerikanische Park angelegt.

Er ist Sevillas wichtigste Grünfläche

in der viele spanische Familien ihre Freizeit verbringen. Der Weg führt uns zum

Plaza de América,

den viele Spanier Parque de las Palomas -Taubenplatz- nennen.

Der Plaza de América ist neben dem Plaza de España der zweite größte Platz vom Parque de María Luisa. Hier sind schöne Paläste, wie

der Pabellón Mudéjar, das Volkskundemuseum von Sevilla, zu sehen. Das Gebäude wurde 1910 im Neorenaissance Stil erbaut, um darin eine Ibero-amerikanische Sammlung auszustellen. Das öffentliche Museum befindet sich im Untergeschoss des Gebäudes. Im Erdgeschoss sowie im ersten Stockwerk ist eine Dauerausstellung und im Obergeschoss wurde die Museums-bibliothek untergebracht.

Gegenüber befindet sich das

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Archäologische Museum Sevilla. Auch dieses Gebäude wurde 1910, wie schon der Pabellón Mudéjar, vom Architekten Aníbal González im Stil der Neorenaissance erbaut.

Ein weiteres schönes Gebäude am Plaza América ist der

Pabellón Real. Er wurde zwischen 1911 und 1916 erbaut und gehörte auch zum Ausstellungszentrum der Iberoamerikanischen Ausstellung von 1929. Am Pabellón sind Keramikschilde und Keramikstatuen mit königlichen Festzügen angebracht. Heute befinden sich Gemeindebüros in dem Gebäude.

Weiter geht’s mit dem Bus über die Puente de San Telmo,

den wir in der Paseo de Cristobal de Colón am

Torre del Oro – dem Goldturm, schon wieder verlassen. Der Wehrturm am Ufer des Guadalquivir ist ein Rest der Stadtmauer. Seinen Namen bekam der zwölf-seitige Turm von einer Kachelverkleidung oberhalb des Fensterkranzes, die in der Sonne golden glitzerte. Diese gelbe Kachelverkleidung ist heute nicht mehr sichtbar.

Der Turm ist 35 Meter hoch und schützte den Alcázar – Königspalast. Vom Turm aus wurde seinerzeit eine große eiserne Kette unter Wasser auf die andere Seite des Flusses, zum Torre de la Fortaleza (nicht mehr erhalten), geführt. So wurde der Hafen von Sevilla geschützt. Im Mittelalter war der Turm ein Gefängnis und ab dem 16. Jahrhundert eine Lagerstätte für Edelmetall. Seit 1944 befindet sich im Turm das Schifffahrtesmuseum – Museo Naval de Sevilla mit nautischen Instrumenten und historischen Dokumenten.

Direkt neben dem Torre del Oro ist am Plaza del Toros die Stierkampfarena, die Real Maestranza de Caballería de Sevilla. Sie hat eine barocke Fassade, stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist mit 14.000 Sitzen die älteste, größte und schönste Stierkampfarena in Andalusien.

Stierkampfarena

Zur Arena gehören eine Kapelle, in der die Toreros für Beistand bitten,

ein Hospital mit einem voll ausgestatteten Operationssaal sowie

ein Museum, in dem die Geschichte des Stierkampfes erklärt wird. Die Stierkämpfe beginnen während der Feria de Abril und gehen bis September.

Bevor wir unseren Fussmarsch fortsetzen, gönnen wir uns in der Bar

bei dem netten, gesprächigen Wirt einen Schoppen. Faszinierend ist die uralte Einrichtung und Dekoration in der Bar mit Weinflaschen und Bildern, auf denen der Staub von mindestens ?? Jahren liegt. Was wohl da unser Marktamt sagen würde.

Frisch gestärkt schauen wir uns mal um im

Mercado de artesania El Postigo, ein Markt mit handgefertigten Artikeln von lokalen Künstlern. Es ist verlockend, eine der vielen schönen Keramiken oder Bilder zu kaufen. Die Vernunft siegt und wir gehen mit „nichts“ wieder raus.

Barrio Santa Cruz

ist das beliebteste Viertel in Sevilla. Man nennt es auch das Herz des alten Sevilla. Im ehemaligen Judenviertel sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus dem 12. Jahrhundert zu sehen. Dazu zählen der Königspalast Alcázar, die Kathedrale, das Archiv de Indias, das Rathaus, das Hospital de los Venerables, die Pfarrkirche Santa Cruz und die Kapelle Santa María de Jesús sowie das Kloster San José del Carmen und das Kloster Encarnación. Einige davon haben wir besucht und im nachfolgenden auch beschrieben.

Durch die gewundenen Gassen in Santa Cruz mit den strahlend weissen Häuserfassaden, den prächtigen kleinen Plätzen sowie seinen schattigen und blühenden Patios ist dies wohl das malerischste Viertel von Sevilla.

Die Iglesia Santa Cruz wie sie hier zu sehen ist, wurde erst im 18. Jahrhundert in der Calle Mateus Gago fertiggestellt.

Im Jahr 1391 war sie eine Synagoge am Plaza de Santa Cruz. Bedingt durch Stadtreformen während der französischen Invasion war die Kirche an anderen Orten untergebracht. Ihren Platz bekam sie 1835 durch die Beschlagnahmung des Klosters des Heiligen Geistes.

Am Plaza Santa Cruz ist ein geschmiedetes Eisenkreuz aus dem Jahr 1692 in der Mitte der Grünfläche zu sehen.

Aus dem, als Laternenkreuz konzipierten Kreuz, ragen Schlangen heraus. Auf den Köpfen der Schlangen stehen Engel. Sie halten die schmiedeeiserne Laterne.

Wir stehen in der Avenida de la Constitución. Auf der linken Seite ist der Eingang zur Kathedrale und rechts das

Archivo General de Indias – das Indienarchiv – zu besichtigen. Das 1785 auf königlichen Erlass gegründete Archiv, ist das bedeutendste Archiv des spani-schen Staates mit allen Dokumenten, die einen Bezug zu den spanischen Kolonien haben. Früher war in dem Gebäude die Börse von Sevilla die – Casa Lonja de Mercaderes – untergebracht. 1987 wurde das Gebäude und auch der Archivbestand von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Auf geht’s, natürlich nach dem Entrichten des Eintrittspreises von nur € 4,00 für Senioren, in die

KathedraleSanta María de la Sede.

„Lasst uns eine Kirche bauen, die so groß ist, dass jeder, der sie sieht denkt, wir wären verrückt“. Mit diesen Worten begann das Bauvorhaben der dritt-größten Kathedrale der Welt im Jahr 1401 auf den Überresten der im 12. Jahr-hundert errichteten arabischen Mezquita Mayor (Moschee des Bürger-meisters) an. Sie ist die größte gotische Kirche in Spanien.

Das Hauptportal

Puerta de la Asuncion, wurde erst 1833 fertiggestellt und zeigt ein Steinrelief die „Himmelfahrt der Jungfrau Maria“. Es gibt insgesamt 9 Portale, das

Puerta del Bautismo-Portal der Taufe, Puerta del Nacimiento-Portal der Geburt, Puerta de San Cristóbal-auch Puerta de la Lonja genannt, weil es gegenüber der Börse und dem Fischmarkt liegt, Puerta de las Campanillas-hier wurden Glöckchen geschlagen, um die Arbeiter zu rufen, Puerta de los Palos-zeigt die Verehrung der heiligen drei Könige,

Puerta del Lagarto-die Eidechsenpforte, vor der ein Krokodil aufgehängt ist. Das Krokodil soll die Klugheit, Mäßigkeit und Gerechtigkeit symbolisieren.

Puerta de la Concepción-das Tor, das die Kathedrale mit dem Orangenhof verbindet, Puerta del Sagrario-Tor des Heiligtums, durch das Puerta del Perdón-Tor der Vergebung aus maurischer Zeit verläßt man den Orangenhof der alten Moschee.

Bereits am Grundriss kann man die Größe der Kathedrale erkennen.

Sie hat eine Länge, zusammen mit der Königskapelle, von 145 m und eine Breite von 82 m. Das mittlere Kirchenschiff ist 42 m hoch. Wir sind immer wieder total beeindruckt, in welche Höhe vor mehr als 600 Jahren gebaut wurde. Man kommt sich ganz ganz klein vor.

In der Kathedrale gibt es fünf Kirchenschiffe:

die Capilla de San Antonio an Nordseite der Kathedrale hat zwei Eingänge. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie eine Taufkapelle. Der Taufstein stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist aus Marmor.

Das riesige Gemälde des Malers Murillo, das sich in dieser Kapelle befindet, heisst: La Visión de San Antonio, damit gemeint sind die Versuchungen des heiligen Antonius.

In der Capilla de la Virgen de la Antigua

ist das Fresko „Virgen“, die Heilige der Seefahrer zu sehen.

Die Capilla Real, die Königskapelle wurde von 1551 bis 1775 im Renaissance-Stil erbaut. Sie ist die Grabkapelle für Ferdinand den III. sowie seiner Frau Beatrix und seinen Söhnen. Die Königskapelle ist mit einem Gitter ver-schlossen und für Besucher nicht zugänglich.

Das Hauptgebäude erinnert durch seine außergewöhnliche Breite und die zahlreichen Stützpfeiler an die einstige Moschee. Prunkstück des Innenraums ist die

Capilla Mayor, in der das Hauptwerk der spanischen Holzschnitzkunst zu sehen ist. Es wurde zwischen 1482 und 1564 von mehreren Meistern erschaffen. Das Werk ist 23 m hoch und 20 m breit. Dieser Altarretabel (Altaraufsatz) geht über vier Stockwerke. Die über 100 geschnitzten Figuren stellen auf Tafeln Szenen aus dem Leben Christus nach. Geschützt wird das Heiligtum durch ein großes Gitter aus dem 16. Jahrhundert.

Im Mittelschiff – Chor

sind zwei Monumentorgeln, die spiegelbildlich zueinander gebaut sind.

Die Prospekte -Schauseite- der barocken Orgeln sind aus massivem Holz gefertigt. An der Rückseite des Chors ist der

Trascoro aus dem 17. Jahrhundert. Das prächtige Werk ist eine Kombination aus Marmor, Jaspis (feinkörniges Quarz), Bronze sowie Skulpturen und Gemälden.

Trascoro ist ein Begriff aus der Architekturgeschichte von Spanien. Im Süden Spaniens wurden Kathedralen oft an Stellen ehemaliger Moscheen errichtet. Die Architekten verlagerten das Chorgestühl ohne Altar von der Mitte des Baues nach Westen und grenzten es mit einem geschmiedeten Gitter ab. So entstand ein abgegrenzter Bereich für die katholische Geistlichkeit.

In der Kathedrale befindet sich, neben prachtvollen Grabplastiken des Mittelalters, auch das 1902 errichtete Grabmal für Christoph Kolumbus.

Der Verbleib seiner Gebeine war nach mehrmaligen Atlantiküberquerungen ungewiss. Die vier Sargträger verkörpern die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra.

Der Kapitelsaal stammt von Hernán Ruiz aus dem 16. Jahrhundert.

Seine Besonderheit ist die schöne ovale Kuppel.

Die Hauptsakristei in er Kathedrale wurde von 1530 bis 1543 im Renaissance Stil gebaut.

Die schöne Kuppel, der helle Stein und die einzigartigen Schnitzereien be-eindrucken sehr. In der Sakristei befindet sich auch die Schatzkammer mit dem Schlüssel zur Stadt, der 1248 an Ferdinand III von den jüdischen und maurischen Gemeinden bei der Kapitulation der Stadt überreicht wurde.

Das Antecabildo wurde architektonisch von Hernán Ruiz um 1560 begonnen und von Asensio de Maeda bis 1582 fertiggestelllt.

Eine Wand zeigt Erbarmen, Mäßigkeit, Hoffnung, Nächstenliebe und ein Relief mit dem Kommen des Heiligen Geistes. Dann gibt es eine Wand die Weisheit, Wissenschaft und Kunst sowie Jesus unter den Schriftgelehrten zeigt. Bleibt die Wand mit Darstellungen der Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit mit einem Reliefs von Moses.

Die rechteckige Halle ist mit einer gewölbten Kasettendecke abgeschlossen.

Kommen wir noch zum

Orangenhof am Westportal. Das San Pedro-Portal war der Haupteingang zur Moschee. Durch dieses Portal kam man in den Wasch- oder Taufhof der heute der Hof der Orangenbäume ist. Im Patio de los Naranjos sind in sechs Reihen Orangenbäume angeordnet. Zwischen den Bäumen sind Bewässerungskanäle aus Backstein. In der Mitte des Hofs ist ein Brunnen.

Und nicht fehlen darf neben der Kathedrale die

Giralda, das Wahrzeichen von Sevilla. Der Turm war das Minarett einer maurischen Moschee aus dem Jahr 1184 und seinerzeit eines der höchsten Bauwerke der Welt. Beachtlich ist, dass der Turm bis zum Glockenstuhl auf einer Höhe von 70 m zu Pferd bestiegen werden kann. Statt Treppen wurde eine 2,50 m breite Rampe mit einer Deckenhöhe angelegt, die den Aufstieg für Pferde ermöglicht hat. So konnten Nachrichten schnell verkündet werden.

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Im Glockenhaus hängen 24 Glocken. Auf der Spitze des Turms steht die bronzene Giradillo, eine weibliche Statue als Verkörperung des christlichen Glaubens. Sie ist 4 m hoch und wiegt ca. 2.000 kg. Einschließlich der Erweiterungen in christlicher Zeit misst die Giralda 104,5 Meter. Die Statue mit ihrem Palmblatt stellt eine Wetterfahne dar, die sich mit dem Wind dreht. Im spanischen heisst „girar“ drehen, deshalb bezieht sich der Name Giralda auf die bronzene Statue Giradillo.

Am Plaza Virgen de los Reyes ist ein Brunnen aus weissen Mauerwerk mit pyramidenartig aufeinander gestellten Voluten (Schneckenform in der Archi-tektur) die fünf schmiedeeiserne Laternen tragen. Der Platz wurde 1790 an-gelegt. Vorher war hier der Innenhof einer Moschee.

Gegenüber des Orangengartens der Kathedrale ist der

Palacio Arzobispal – der Erzbischofspalast. Im Jahr 1251 wurden vom König einige Häuser an Raimundo de Losana, Bischof von Segovia, übertragen um sich in Sevilla niederzulassen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Bauten erweitert und im 16. Jahrhundert wurde der Palast so gebaut, wie er heute noch zu sehen ist. In dem Komplex ist auch

Biblioteca Capitular y Colombina untergebracht. Die Bibliothek ist das Archiv der Kathedrale sowie die Bibliothek und das Generalarchiv des Erzbistums. Hier sind Inkunabeln, das sind mit beweglichen Lettern gedruckte Bücher aus dem 15. Jahrhundert und seltene Werke zur Entdeckung Amerikas zu sehen. Desweiteren findet man auch Manuskripte, die von Christoph Kolumbus selbst verfasst wurden. Die Bibliothek wird nicht von der spanischen Regierung finanziert, sondern ist eine Privatbibliothek.

Das Kloster der Menschwerdung

Convento de la Encarnaríon, ist auch am Plaza Virgen de los Reyes. In dem Kloster befindet sich heute eine Herberge.

Das Hospital de los Venerables – Krankenhaus der ehrwürdigen Priester – wurde 1627 von der Bruderschaft des Schweigens für ältere, arme und behinderte Priester erbaut.

Es ist das besterhaltene Barockgebäude in Sevilla, in dem eine schöne Wendeltreppe zu sehen ist.

Zum Gebäude gehört eine kleine Kirche mit einem großen, goldenen Altar.

Am Plaza del Trifuno – Triumpfplatz

ist in diesem schönen Haus das Turismusbüro.

Das Casino de la Exposición ist ein wichtiges kulturelles Zentrum der Stadt. Es wurde 1929 für die Iberoamerikanische Ausstellung errichtet. Die Architekten bauten die Hauptrundhalle des Casinos mit Säulenarkaden und Verzierungen im Barockstil. Heute wechseln sich hier Kunstausstellungen und viele kulturelle Aktivitäten ab.

Die Real Fabrica De Tabacos ist die ehemalige Königliche Zigarrenfabrik. Diese riesige Fabrik wurde in mehreren Abschnitten zwischen 1728 und erbaut und war der Hauptsitz der ersten, in Europa gegründeten Tabakfabrik.

Zigarren wurden im 17. und 18. Jahrhundert ausschließlich von Männern her-gestellt. Im 18. Jahrhundert waren in der Fabrik 100 Zigarrenhersteller be-schäftigt, im 19. Jahrhundert waren es schon 700 und 1.200 Männer hatten Arbeit mit Tabakhaken. Nachdem die Arbeit Akkordarbeit war und sich herausstellte, dass Frauen – man höre – bei der Arbeit weniger anspruchsvoll aber produktiver waren, wurden im 19. Jahrhundert Frauen zur Produktion eingesetzt. Auch damals argumentierte man schon, dass der Verdienst der Frauen nur eine „Begleitung“ des Gehalts der Ehemänner war.

Der Eingang zum

Real Alcázar – Königspalast- befindet sich auch am Plaza del Trifuno.

Der Palast war ursprünglich der Wohnsitz des maurischen Sultans. Seit der Eroberung 1248 ist der Palast die offizielle Residenz der spanischen Könige und somit die älteste Königsresidenz in Europa.

Die Mauren legten 913 den Grundstein. Die Hauptbauphase war jedoch erst im 14. Jahrhundert. Zu der Zeit entstanden auch die wunderschönen Gärten. Hier ist die Gartenbaukunst des Islam mit der Renaissance vereint.

Ein Spaziergang durch die Innenhöfe mit den filigranen Ornamenten im Mudéjar-Stil, eine Bauweise im Mittelalter, die es nur in Spanien gibt, ist bestimmt sehr lohnend. Die Besichtigung vom Schloss werden wir uns jedoch für unseren nächsten Besuch in Sevilla aufheben.

Die Verteidungsmauern – Murallas – die bei den Gärten im Alcàzar sind, stammen aus der Zeit von Julius Cäsar zwischen 68 und 65 v.Chr., als er Quästor der Stadt war. Erkennbar ist es durch die Materialien die seinerzeit verwendet wurden. Es waren Baumstämme und Schlamm.

Das Rathaus von Sevilla (hier Ansicht vom Plaza San Francisco)

wurde im 15. Jahrhundert nach der Entdeckung Amerikas und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung, auf der Plaza de San Francisco, auf den Grundmauern eines Franziskaner Klosters errichtet. Auf der Plaza de San Francisco wurde seinerzeit viel Handel betrieben.

Das Gebäude ist zwei Mal in Brand geraten und verfiel. Erst 1855 wurden Bauarbeiten an der Fassade auf der, dem Plaza San Fernando zugewandten Seite begonnen. Dieser Bereich wurde jedoch nie fertiggestellt. Heute kann man an der Fassade die Steinquader sehen, die für die Steinmetzarbeiten vorgesehen waren. Die, der Plaza Nueva zugewandte Seite, wurde 1867 fertiggestellt.

Diesen kleinen, halbrunden Platz haben wir zufällig entdeckt.

Er heisst Plaza del Cabildo und liegt im Stadtteil Arenal. Ein unscheinbarer Durchgang gegenüber der Eingangstür der Kathedrale San Miguel de la Cathedral führt zu diesem Platz. Zu sehen sind mit Fresken verzierte Bogen-gänge auf Marmorsäulen und Überreste einer Mauer im Almohad Stil. In den kleinen Geschäften werden Antiquitäten verkauft.

In diesem Pavillon präsentierte sich die Kolumbianische Botschaft zur Iberoamerikanischen Ausstellung 1929.

Heute ist es das Generalkonsulat von Kolumbien in Sevilla.

Plaza España

ist einer der bekanntesten Plätze in Sevilla und muss unbedingt besucht werden. Er wurde 1929 in nur 4 Jahren Bauzeit für die Iberoamerikanische Ausstellung vom Architekten Aníbal González im Parque de María Luisa errichtet.

fotografiert vom Balkon mit Blick nach rechts
Mimi in der Mitte des Balkons
fotografiert vom Balkon mit Blick nach links

Der als Halbkreis angelegte Platz ist ca. 50.000 qm groß und soll eine Um-armung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien symbolisieren. Er wird von einem 500 m langen Kanal durchzogen, der von vier Brücken über-quert wird. Die Brücken sollen die vier alten Königreiche von Spanien Kastilien, León, Aragón und Navarra verkörpern.

Die Öffnung des Halbkreises in Richtung Fluss gleicht dem Weg, dem man folgen muss, um nach Amerika zu gelangen.

Das geschlossene Gebäude mit Klinkern, Marmor und Keramiken, wurde im Stil des Renaissance und Barock als Sinnbild der südamerikanischen Kolonien nachgebaut.

An den Wänden sind Kachelornamente -Azulejos- zu sehen. Die Ornamente sind in alphabetischer Reihenfolge angeordnet und erinnern an die 48 spa-nischen Provinzen.

Sie stellen die Landkarten der Provinzen, Mosaike mit historischen Begebenheiten sowie die Wappen der Hauptstädte jeder Provinz dar. Wunderschön!!

Dieses „Schmuckstück“ am Plaza España war das teuerste Element der Iberoamerikanischen Ausstellung von 1929.

Nach der Ausstellung war das Gebäude die Universität von Sevilla. Nach dem Bürgerkrieg war es Sitz des Generalkommandos der Militärregierung. Seit 1992 findet man beim Nordturm das Militärmuseum mit vielen Gegenständen aus der Kolonialzeit.

Der Plaza España kam bei der internationalen Filmproduktion schon mehrfach als Außenkulisse zum Einsatz. Szenen in den Kinofilmen „Lawrence von Arabien“, „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ und „Der Diktator“, wurden hier gedreht.

Bei unserem Besuch konnten wir beim Auftritt einer Flamencogruppe zusehen und hören.

Sie haben es gut gemacht, da gibt man gerne einen kleinen Obolus.

Inspiriert von dieser Darbietung haben wir die Calle Cuna besucht, denn hier befindet sich

das Centro Cultural Flamenco im Casa de la Memoria. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu den bekanntesten Schauplätzen traditioneller Flamenco-Tänze in ganz Spanien.

Der Name Flamenco kommt von „Flame“ und den Männern der andalusischen Roma „Gitanos“, die in der flandrischen Armee gedient haben. Lange Zeit wurde der Flamenco abgelehnt, da er eben von den Roma, die Jahrhunderte unterdrückt und verfolgt wurden, stammt. Sie drücken Ihre Gefühle von Liebe, Verzweiflung, Wut oder auch Lebensfreude mit Gesang „cante“, Tanz „el baile“ und Gitarrenspiel „el toque“ aus.

Vor jeder Aufführung wird der Saal im Casa de la Memoria hergerichtet und bekommt einen besonderen Charme, denn die Kulisse ist im Flamenco auch von entscheidender Bedeutung. Man bekommt Gänsehaut, es ist einfach fantastisch.

Zum Kulturzentrum gehört auch ein Tapas-Restaurant, in dem Produkte aus allen Regionen Andalusiens angeboten werden. Dazu gehören natürlich Serrano-Schinken, traditionell hergestellte Würste, grüne Oliven und Meeres-früchte. Tapas und Flamenco sind in der andalusischen Kultur unzertrennlich. Wen wundert’s, dass in dieser Straße viele Tapas-Bars, , Feinkostläden, Flamenco Gitarren- und Kleider-Geschäfte sowie Souvenir-Läden sind.

Nur wenige Straßen von der „Flamenco-Gasse“ entfernt, am Plaza de la Encarnación stehen wir vor dem

Setas de Sevilla – Metropol Parasol, eine weitere Sehenswürdigkeit von Sevilla. Es handelt sich um eine Hybridkonstruktion aus Holz, Beton und Stahl, die am Platz der früheren Markthalle von 1842 steht.

Das Projekt ‘Metropol Parasol’ (Sonnenschirmmetropole), die sogenannten Setas (Pilze) von Sevilla wurden von 2005 bis 2011 vom deutschen Architekten Jürgen Mayer gebaut.

Es ist das größte Holzbauwerk der Welt mit einer Länge von 150 m, einer Breite von 70 m sowie einer Höhe von 26 m und ist aus 3400 verschiedenen Bauteilen zusammengesetzt .

Die Aufgabe des Architekten war, den Mercado de la Encarnación zu erneuern. Er entwarf eine, als Pilz geformte Struktur als eine Art Sonnendach und konzipierte über und unter dem Sonnendach insgesamt fünf Ebenen.

Im Untergeschoss ist ein archäologisches Museum mit Ausgrabungen der römischen Stadt Hispalis untergebracht.

Auf der Marktplatzebene befindet sich eine 2.155 qm große Markthalle

fünf Meter darüber eine Ebene, die mit 3.000 qm Platz für Veranstaltungen und natürlich einem Spielplatz für die Kleinen

auf einer dritten Ebene ist ein Restaurant für etwa 300 Personen und

auf der vierten erstreckt sich, für ganz „Mutige“ ein Panoramabalkon.

Alle Ebenen sind durch einen Steg miteinander verbunden, der sich unter den einzelnen Schirmen hindurchschlängelt. Von hier hat man einen gigantischen Blick auf Sevilla.

La Macarena

ist unser nächstes Ziel. Hier sind sehr gut erhaltene Verteidigungsmauern aus der Römerzeit, die

Murallas de Sevilla, zu sehen. Sie sind aus der westgotischen, islamischen und kastilischen Zeit erhalten und zum Teil umgebaut worden. Die Stadtmauer hatte achtzehn Tore, von denen nur noch vier erhalten sind: Puerta de Córdoba , Postigo del Aceite, Postigo del Alcázar und

Puerta de la Macarena war für den königlichen Einzug der Monarchen be-stimmt. Nachdem der König das Tor passiert hatten begann eine Prozession, deren Ende am Alcázar war.

Neben dem Tor ist die Basílica de La Macarena, die 1949 im neubarocken Stil gebaut wurde. Hier ist die meist verehrte Ikone von Sevilla, ein Bildnis der María de la Esperanza, Jungfrau der Hoffnung, zu sehen. Die Holzfigur aus dem 17. Jahrhundert wird jedes Jahr zu Ostern in einer feierlichen Prozession durch die Straßen der Stadt getragen. Wir konnten die Basílica nicht besichtigen, da gerade eine Hochzeit stattfand.

Die Wurzeln des Stadtviertels La Macarena liegen in der Zeit, als die Römer weite Teile Europas beherrschten. Hier ist der ursprünglichste Teil von Sevilla. Wer einen Spaziergang durch dieses Viertel macht, kann sich ein Bild vom Alltagsleben der Sevillanos machen.

Die Calle Feria ist die geschäftigste Straßen im Viertel. Hier findet man auch eine schöne Markthalle.

In der Mercado de Feria bekommt man großen Appetit auf einen Imbiss in einer der zahlreichen

Tapas Bars, in denen zur Mittagszeit viele Einheimische anzutreffen sind.

Der Flohmarkt „El Jueves“ findet donnerstags statt, denn „Jueves“ heisst der Donnerstag. Neben Büchern und Kleidung findet man vielleicht auch das eine oder andere Mitbringsel.

Unser Weg vom Metropole-Parasol führte und noch an vielen Kirchen vorbei und jede für sich hat etwas besonderes.

Igelsia de Santa Marina ist eine katholische Kirche mit gotischer Architektur. Es ist eine der ältesten Kirchen von Sevilla und stammt aus der Zeit um 1262. Sie ist das Hauptquartier der Bruderschaft des Heiligen Kreuzes und der Heiligen Auferstehung.

Iglesia de San Luis de los Franceses ist eines der bedeutendsten Beispiele des sevillanischen Barocks.

Besonders hervorzuheben ist der Hochaltar sowie die Malereien in der Kuppel und des Gewölbes.

In dieser Kirche sollte man in die Krypta mit verschiedenen Gängen und in den

Patio mit antiken Töpfereien und schönen Pflanzen gehen.

Santa Catalina ist in der Calle Alhondiga, stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde auf den Überresten einer Moschee erbaut.

Iglesia de San Pedro ist auch eine katholische Kirche im Gotik-Mudéjar-Stil. Erbaut wurde sie im 14. Jahrhundert und im 16. und 18. Jahrhundert restau-riert. Die Kirche hat drei Eingänge. Am Eingang beim Plaza de San Pedro befindet sich die lateinische Inschrift, die San Pedro gewidmet ist: Du bist der Hirte der Schafe, Prinz der Apostel, dir wurden die Schlüssel des Himmelreichs gegeben. Das war bestimmt ein „großer“ Schlüssel.

So: nun ist genug mit Kirchen. In Sevilla gibt es noch viele interessante und wunderschöne Gebäude. Über alle und alles hier zu schreiben, würde einfach den Rahmen sprengen. Doch gerade bei den Kirchen stimmt es uns immer wieder sehr nachdenklich, welche Macht der Glauben hat, der diesen Pomp auf Kosten der Bevölkerung ermöglicht.

Mit dem Hop On Hop Off Bus sind wir an der

Camera Obscura vorbeigekommen. Die Camara Oscura projiziert mit Hilfe visueller Technik ein lebendiges, bewegtes Bild von dem, was außen vor sich geht ins Innere des Turms. Wir haben bereits in Cadiz eine Camera Obscura besichtigt. Es ist eine super Erfahrung.

Wir fahren nun entlang des Alameda de Hercules. Im Jahr 1574 wurde das einstige Sumpfgebiet mit Bäumen und Brunnen bebaut. An den äußeren Ecken des Platzes wurden, aus einem römischen Tempel stammende Säulen, mit Statuen von Julius Cäsar und Herkules, dem Gründer von Sevilla platziert.

Die beiden anderen Säulen aus dem 18. Jahrhundert tragen zwei Löwen und ein Wappen.

Alameda de Hercules ist ein sehr beliebtes Viertel mit vielen Bars, offenen Terrassen und Discotheken. Hier wird den Besuchern ein breites Spektrum an alternativen, anregenden Plätzen sowie die Verschiedenartigkeit und Avantgarde einer modernen Großstadt geboten. Wen’s interessiert: hier trifft sich auch die „Underground“ Szene der Stadt.

Isla La Cartuja

ist die Insel, auf der das Gelände der Expo del 92, der Weltausstellung in Sevilla liegt. Thema der Ausstellung war „das Zeitalter der Entdeckungen“ anlässlich des 500. Jubiläums der Entdeckung Amerikas.

Durch die Ausstellung veränderte sich viel an der Infrastruktur von Sevilla. Es mußten Autobahnverbindungen geschaffen werden, im Stadtzentrum entstand ein neuer Bahnhof, der Flughafen wurde ausgebaut, der Alfons-XIII.-Kanal wurde verlängert, es wurden sechs neue Brücken gebaut wurden usw.

Die bemerkenswerteste Brücke ist die

Puente del Alamillo, eine Schrägseilbrücke über den Guadalquivir. Es ist die erste Schrägseilbrücke der Welt, die keine Rückverankerung hat. Man nennt sie eine „Harfenbrücke“

Die Barqueta-Brücke ist eine Stabbogenbrücke. Auch sie wurde extra für die Expo 92 gebaut wurde.

Viel ist auf dem Gelände nicht mehr zu sehen. Da ist noch der

Pabellón Futuro

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Modell einer Ariane 4 Rakete

Pabellón Biosphäre

Pabellón de la Navegación (Schifffahrt)

der Pabellón ? der Seilkünstler hatte Lederhosen an

Der Cartuja Park 93 ist auch heute noch einer der wichtigsten technologi-schen und wissenschaftlichen Parks Südeuropas. Hier sind mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Triana

liegt im westlichen Teil Sevillas, zwischen zwei Armen des Guadalquivir, auf der Isla de Cartuja. Der östliche Flussarm trennt den Stadtteil vom ummauer-ten historischen Stadtkern Sevillas.

Die Puente de Isabel II verbindet die Calle Reyes Catolicos in der Altstadt von Sevilla mit der Plaza del Altozano und der Calle San Jacinto in Triana.

Tirana ist ein Viertel zwischen Tradition und Moderne, Erinnerung an See-fahrer und Töpfer und Geburtsstätte des Flamencos. Hier lebten viele Roma.

Die Keramikfabrik Cerámicas Santa Ana in Triana – heute Keramikmuseum und die vielen bunten Häuser mit Keramikfassaden werden wir bei unserem nächsten Besuch von Sevilla anschauen.

Das ist die moderne Seite des Barrio Triana. Dieser Rundbau, der

Edificio Torre Triana, ist ein Verwaltungsgebäude der Hauptstadt der Auto-nomen Region Andalusien, das größte Verwaltungsgebäude der Regierung von Andalusien. In diesem Komplex sind mehrere Ministerien mit tausenden Beschäftigten untergebracht. Der Torre Triana wurde nach dem Entwurf des Architekten Francisco Javier Sáenz de Oiza im Rahmen der Weltausstellung von Sevilla 1992 gebaut.

Der Pelli Tower ist weithin sichtbar. Er wurde von 2008 bis 2015 gebaut und ist der einzige Wolkenkratzer in Sevilla. Der Turm ist 180,5 m hoch und hat 40 Stockwerke. Das Bürogebäude ist das höchste Gebäude in Andalusien und das siebthöchste in Spanien.

Er passt eigentlich überhaupt nicht in das Stadtbild von Sevilla.

Während unseres Aufenthalts waren wir natürlich auch beim Essen im

Hier haben wir Bocadillo mit Belotaschinken gegessen. Lecker!

In der Calle de San Fernando im Arabesca, einem orientalischen Restaurant, hatten wir ein bisschen „Pech“. Der Kellner verwechselte unseren Tisch und brachte uns eine Vorspeise. Geraume Zeit später kam das von uns bestellte Hauptgericht und wir mussten uns tatsächlich mit so vielen ausgezeichneten „Häppchen“ vollstopfen.

Das war aber das kleinere Pech. Das größere war, dass wir nur die von uns bestellte Hauptspeise bezahlen mussten. Wer möchte schon so ein Pech?

Mit einer der vielen, schönen Pferdekutschen sind wir nicht gefahren.

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Vielleicht beim nächsten Mal, aber dann, wenn in Sevilla Feria de Abril ist. Wir haben nur das

Gerüst des Eingangs gesehen sowie das riesige Gelände, auf dem in zahllosen Zelten gefeiert werden soll,

denn so hat es 2019 ausgesehen

auf dieses Spektakel mussten die Sevillanos 2020 wegen Corona verzichten.

Für uns ging es weiter, wir machten uns auf den Weg nach Portugal

Geschichte der Fallas

dem valencianischen Frühlingsfest

Nachdem wir seit einigen Jahren zur Zeit der Fallas im Umkreis von Valencia sind, haben wir schon einige Feste besucht, die von den Fallas-Vereinen veranstaltet wurden. Vor kurzem haben wir das Museo Fallero in Gandia besichtigt und sind von der Geschichte um die Fallas ganz begeistert.

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Im Eingangsbereich werden wir

von den beiden Herren begrüßt. Beim Zugang zum Museum ist an der Wand ein großer Plan von Gandia auf dem man sehen kann, in welcher

Straße der einzelnen Stadtteile eine Fallas-Figur aufgebaut wird.

Mit einem Audioguide ausgestattet, tauchen wir ein in die Geschichte der Fallas, die bis zum 18. Jahrhundert zurückgeht. Vermutet wird, dass Zimmerleute am Ende der kalten Jahreszeit ihre Holzgestelle von Lampen und Kerzen verbrannt haben, weil sie diese im Frühjahr nicht mehr benötigten. Die Zeit brachte es, dass der Termin für die Verbrennung (valencianisch: Cremà) auf den Tag des Heiligen Josef am 19. März gelegt wurde (ist in Spanien auch Vatertag). Der heilige Josef war Zimmermann und gilt in Spanien als Schutzpatron der Zimmerleute.

Im Laufe der Jahre wurden auf den Straßen auch Holzreste und alte Möbel verbrannt. Später hängte man bekleidete Strohpuppen vor ein Fenster oder lehnte sie auf Holzpodesten an die Hauswand, die dann vor Zuschauern verbrannt wurden.

Jahre später haben die Handwerker der jeweiligen Stadtviertel begonnen, für den 19. März Kunstwerke mit mehreren Figuren zu bauen. Im 20. Jahrhundert bestanden die Fallas aus großen Kisten mit drei oder vier, mit Stoff bekleideten Wachspuppen.

Hacia el 1900, el Ayuntamiento ya otorgaba algunos premios a las fallas más originales

Foto von 1900 ?

Foto vom Museo Fallero in Gandia, auf dem links eine Nachbildung der Figuren aus dem 20. Jahrhundert zu sehen sind.

Künstler entdeckten dann Pappmaché als ideales Material. Diese wurde jedoch von Kunstfaserstoffen wegen ihrer größeren Stabilität und Wasserfestigkeit abgelöst. Problem war hier jedoch, dass beim Verbrennen dieses Materials viele Giftstoffe frei wurden.

Aus den Puppen wurden nach und nach dreidimensionale Kunst-werke aus Holz, Gips und Pappe, die ein bestimmtes Thema aufgreifen.

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Nicht selten arbeiten Künstler und Handwerker ein Jahr lang an den teilweise närrisch wirkenden Monumenten, die Sportler, nationale Größen und lokale Prominenz

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humorvoll glorifizieren oder verspotten. Jeder Stadtteil hat sein eigenes Motto.

Die Skulpturen sind heute haushohe Gebilde, die teils mehr als zehn Tonnen wiegen und über 100.000 Euro kosten können.

Es werden auch kleinere Kinderfalla gebaut, die Märchen oder Comics darstellen.

Am 15. bzw. am 14. für die Kinder, wird die Plantà, die „Erhebung“ der Figureninstallation gefeiert. Die Falla wird „Plantà al tombe“ aufgestellt, d.h. dass eine Vielzahl von Falleros die Falla mit viel Muskelkraft und Aufwand anhebt.

Die „Remate„, das Anbringen des höchsten Teils des Monuments am 15. März, ist der Startschuss zu den Fallas. Bis zu diesem Datum müssen alle Figuren nachts um 24.00 Uhr fertig aufgebaut sein.

Am 16. März werden die Fallas von einer Jury des Dachverbandes, die Junta Central Fallara, beurteilt. Sie gibt dann die Preisträger des Jahres bekannt und lüftet damit das Geheimnis um die beste Falla.

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Gewinner 2018 in Gandia

Ziel jedes Fallas-Vereins ist natürlich, bei dem Wettbewerb zu gewinnen, denn die Einzelfigur (Ninot, Puppe auf valencianisch) des ersten Preises, der Secciõn Especial, und die Falla auf dem Rathausplatz werden nicht verbrannt, sondern im Museo Fallero ausgestellt.

Die “Cremà” ist der krönende Abschluss der Fallas, denn die tollen Monumente werden nur auf den Straßen gebaut, um in wenigen Stunden zwischen dem 19. und 20. März abgebrannt zu werden.

Die Falleras Mayores entzündet die Lunte und läutet damit die Cremà ein. Das Verbrennen der Kinder-Fallas beginnt um 22.00 Uhr,

cabecera calendario Gandia

die Erwachsenen-Fallas wird um 24.00 Uhr in Asche verwandelt. So sah die Escena (lustige Figurenkombination) vorher aus

dann ist es nur noch ein Gerippe.

Die “Falleros“ verbrennen symbolisch alles, was unnötig, schlecht oder einfach nur überflüssig ist. Das spektakuläre Ereignis soll die Tradition erhalten, sowie das neue Fallas Jahr, das besser sein soll als das vergangene, einläuten.

Fallas de Gandia

Die Hitze ist enorm, der Qualm riesig. Die Feuerwehr hat jedoch alles im Griff.

Dem Feuer folgen die „Tränen der Falleros“, während die Regionalhymne des Maestro Serrano, bei der alle mitsingen, erklingt….

Und damit beginnen schon die Fallas des nächsten Jahres – es sein denn, Corona verhindert es, wie 2020 geschehen.

In den Straßen von Valencia wird am frühen Abend des 19. März vor dem Verbrennen der Ninots die Feier des Feuers, die Cabalgata del Fuego abgehalten.

Bei diesem Umzug sind die unterschiedlichsten Rituale der valencianischen Kultur zu sehen. Ein buntes, lautes Ereignis mit Festwagen, kostümierten Menschen, Böllern, Schwarzpulver, Straßenkünstlern und Musik.

Fallas-Vereine

Der treibende Motor der Fallas sind die Anwohner (Falleros und Falleras) eines Stadtteils. Sie bilden einen Verein, die “Commission Falleras” allgemein als “Fallas” bezeichnet. Der Verein ist für die Festlichkeiten in dem Vierteln zuständig, in dem sie leben.

Falla: bezieht sich sowohl auf das Komitee (Gruppe von Falleros), das die Monumente baut, als auch auf die großen und kleinen Skulpturen.

Wichtig ist auch, die Tradition des Festes von Generation zu Generation weitergegeben wird. So versteht sich von selbst, dass jeder Verein eine Erwachsenen- und eine Kinder-Gruppe hat.

Vertreten wird der Fallas-Verein von einem Präsidenten, der jährlich von den Mitgliedern des Vereins gewählt wird.

Die Falleros und Falleras, sorgen für die Durchführbarkeit des Festes, das sie finanziell komplett abdecken und schreiben ein Buch, in dem die Arbeit des Jahres festgehalten wird.

In diesem Buch, “Llibret”, wird auch das Thema der Monumente erläutert.

Jeder Verein hat ein Hauptquartier, die Casal Faller. Die Mitglieder entrichten einen Jahresbeitrag und

beteiligen sich das ganze Jahr über an den Festvorbereitungen z.B. für Umzüge beim Karneval, Wettbewerbe und Tombolas, um Geld für die Fallas zu sammeln.

Wenn bei Veranstaltungen die „Casals“ zu klein sind, werden große Festzelte, ein Carpas aufgestellt.

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Die große Mehrheit der Vereine sind in der “Junta Central Fallera” vereint, eine zentrale Stelle, welche die gemeinsamen Veranstaltungen der verschiedenen Vereine koordiniert.

Fallera Mayor

Von besonderer Bedeutung ist für jeden Verein ist die Wahl der „Fallera Mayor“ und der Fallera Mayor Infantil. Die Fallera Mayor ist nicht nur die Königin des Festes sondern hat eine sehr hohe Bedeutung im Leben der Stadt, da sie bei den wichtigsten Ereignissen Laufe des Jahres präsent sein muss. Die meisten Frauen und Mädchen wünschen sich diesen Titel.

Die Wahl findet bereits im Oktober oder November statt und ist sehr aufwändig. Im ersten Teil stellt jeder Verein eine Kandidatin (meist die Fallera Mayor des Vereins im Vorjahr) und bildet eine Jury, die aus vielen Bewerberinnen die Finalistinnen auswählt. Nach der Vorauswahl werden die Finalistinnen in einer zweiten Phase bei verschiedenen Ereignissen beobachtet. Am Ende der zweiten Phase werden 13 Frauen von der Jury ausgewählt.

Eine dritte Jury, die von den Vorständen der Vereine (unten im Bild) gewählt wurde,

wählt aus diesen 13 Kandidatinnen die Fallera Mayor aus. Die anderen 12 Damen sind automatisch Teil der “Corte de Honor”, die Ehren-Begleiterinnen, die zusammen mit dem Fallas-Bürgermeister das Ehrengericht – Ehrenhof – bilden.

In einer Vitrine im Fallas Museum sind die äußerst aufwändigen und wunderschönen, meist sehr teuren valencianischen Trachten zu sehen.

Jede Fallera Mayor, natürlich auch die Fallera Mayor Infantil, sucht sich die Farben und Muster für das Kleid selbst aus.

El espolín Fallera Mayor Infantil de Valencia

Nach diesen Wünschen werden dann die

schweren, individuell bestickten Stoffe hergestellt.

Aus dem schweren Stoff nähen Schneiderinnen, manche auch in Handarbeit, Röcke und Oberteile, die dann bis zu 30.000,00 Euro kosten können (hier die Falleras Infantil de Valencia von 2018)

Je nach Region herrscht rot, blau oder grün vor. Zu jeder Tracht wird aber immer Goldschmuck am Hals, Arm oder Kopf getragen.

Aderezo

Die in der Vitrine im Bild unten ausgestellten Stücke werden für die

meisterhaften Frisuren benötigt.

Die nach Fallera-Muster geflochten Zöpfe werden mit dem Kamm, die Peineta sowie Klammern und Spangen befestigt.

Peinetas

Viele tragen einen Schleier, einen Mantilla. Der weisse Schleier steht für die Jungfräulichkeit, der schwarze ist verheirateten Frauen vorbehalten.

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Feine, handgestickte Baumwollstrümpfe mit Mustern oder Zöpfen gehören ebenso zur Tracht wie der Schmuck,

der am Halsausschnitt des Kleides angebracht wird sowie die dazu passenden Ohrringe.

Estas son las falleras mayores de València para 2019: Marina ...

Sehr wichtig ist für die meist sehr hübschen Falleras Mayor, ein perfekt geschminktes Gesicht.

Beim Anziehen der Tracht sollte nur die Mutter oder Oma der Fallera Mayor behilflich sein. Begonnen wird mit Strumpfhosen und Kniestrümpfen. Darüber kommt der „Pololo“, eine Unterwäsche bestehend aus einem aus Leinen oder Baumwolle gefertigten Kurzarmhemd mit Stickereien, Schleifchen und eine dazu passende, knielange Hose.

Über den „Pololo“ wird der Reifrock der „Ahuecador“ angezogen. Dessen Aufgabe es ist, dem Kleid Volumen zu geben. Der Rock darüber wiegt zwischen 5 und 10 kg und muss stabil genug sein für den darüber zu tragenden „Enagüa“, den Unterrock. Auch er ist aus Leinen oder Baumwolle und schön bestickt. An diesen Unterrock ist eine gestickte Tasche für eine Geldbörse oder … angebracht. Er soll weit abstehen und im Saum abgerundet sein. Dabei zählt: je weiter desto besser. Erst jetzt kommt das Kleid mit einem langärmligen Oberteil – denn am Tag des Blumenopfers, der „Ofrende de Flores“ darf nur mit langen Ärmeln am Umzug teilgenommen werden.

Die sehr hübsche Fallera Mayor de Gandia mit der Fallera Mayor de Gandia Infantil tragen am Oberteil einen gehäkelten oder geklöppelten Spitzenbesatz mit der dazugehörigen Schürze. Nicht zu vergessen sind die

zapatos de fallera de descans

immer zum Kleid passenden, bestickten Schuhe.

Der Falleros

trägt die traditionelle valencianische Herrenbekleidung, den Saragüell,

der im 10. Jahrhundert bereits im muslimischen Andalusien unter dem Namen Sarawil zu finden ist. Er wird direkt auf der Haut getragen. Der Stoff dieser Kleidung besteht an Arbeitstagen aus Segeltuch. An Feiertagen wird ein zweiter Woll- oder Seiden-Slip darüber getragen.

Eine Jupeti – Weste wird über dem Hemd getragen wird.

Weiteres Utensil ist die Faixa, Schal sowie Espardenyes,

Schuhe aus der bäuerlichen Volkskultur katalanischer Länder. Die Decke, Manta und die Mocado, das Tuch das am Kopf gebunden wird, sind für die Feiertage reich bestickt.

Der weitaus kostspieligere Anzug ist der Torrenti. Beim Torrenti liegt die Hose enger am Bein und wird mit einem Chopeti, einer Art Weste vervollständigt. Er wird aus hochwertigem Tuch oder Samt massgeschneidert.

Auf dem Kopf trägt der Mann eine Mocado, eine Cofia oder eine gehäkelte Mütze. Auch ein Hut – ein Cossilo oder eine Montrea werden zum Anzug getragen.

Den Torrenti gibt es selbstverständlich in klein

Indumentaria Infantil masculina - L'U i Dos Indumentaria Valenciana

und dieser junge Man trägt sehr stolz einen Saragüell

Las 25 mejores imágenes de falleros | Trajes de fallera ...

den es auch für die ganz Kleinen gibt,

Traje fallero niño saragüell de segunda mano por 70 € en Riba-Roja ...

denn auch ganz kleine Trachten-Kinder gehören zu den Umzügen

Viviendo en España: Stierkampf, Las Fallas, Freundin, Prüfungen

Sie schlafen teilweise auf den Armen ihrer Eltern ein.

Die Falleras Mayor und Falleras Mayor Infantil tragen bei den Umzügen wunderschöne, farbenprächtige Blumensträusse, die am Schluss eines Umzugs gespendet werden.

Milers de fallers i falleres desfilen en l'Ofrena de Flors de les ...

Nun komme ich zum Ablauf der Festwochen bei einer Fallas

La Cridá

am 1. März ist der offizielle Auftakt für die Fallas.

Bereits am Morgen findet ein Gottesdienst statt. Danach macht sich eine Gruppe auf, um die Nachbarn bereits in den Morgenstunden mit Knallkörpern zu wecken. Das ist die Despertà, die ich nachfolgend noch näher beschreiben werde. Im Anschluss gibt es für alle Teilnehmer ein Falleros-Frühstück.

Mittags folgen am Plaza del Ayuntamiento Musikeinlagen mit verschiedenen Bands. Um 14.00 Uhr gibt es eine Mascletà, wird auch extra beschrieben. Ab 20.00 Uhr ist die Eröffnungsfeier mit der Verlesung einer bürgerlichen Bekanntmachung durch die Falleras Mayores – Königinnen. An diesem Tag werden symbolisch die Schlüssel vom Bürgermeister an die Fallera Mayor übergeben. Danach folgt natürlich ein Feuerwerk.

Die Mascletá

entstammt dem katalanischen Wort „masclet“, das soviel wie „kraftvoll, männlich“ bedeutet und ist die traditionelle Form eines Tagfeuerwerks. Sie findet täglich vom 1. bis 19. März um 14.00 Uhr am Plaza del Ayuntamiento, dem Rathausplatz statt und beginnt, wenn die Fallera Mayor den klassischen Spruch „Senyor pirótecnic pot començar la mascletà“ (Herr Feuerwerksmeister, die Knallkörpershow kann beginnen) verlauten lässt.

Eine Mascletá besteht aus 4 Teilen, dem Start mit akustischen und visuellen Effekten, dem Körper, dem zentralen Teil der Mascletá, beim den die Identität und Lautstärke steigt, dem Terratrèmol (Erdbeben), bei dem die mächtigsten Kracher im Gleichklang platzen und die Flugshow, einem farbigen Luftfeuerwerk.

Ziel einer Mascletá ist die Erzeugung von Rhythmen durch die Zündung von unterschiedlichen Knallkörpern Tracas (Knallketten), Truenos, Blitzknallbombetten und Blitzknallbomben in relativ schneller, geplanter Folge.

Mascletás können aus an Leinen aufgehängten und mit gedeckter Stoppine verbundenen Knallkörpern (Bodenfeuerwerk), aus Höhenfeuerwerk oder aus einer Kombination von Boden- und Höhenfeuerwerk bestehen.

Mascletà en las fallas de Gandia

Eine typische valencianische Mascletá beginnt meist mit einzelnen Salutschlägen (Bombetten, Bomben, Feuertöpfe, römische Lichter), bevor die an Seilen hängenden und verleiteten Truenos angezündet werden.

Die Abbrennfrequenz und Größe der Truenos steigt über die Minuten lang dauernde Mascletá stetig an, oft unterstützt von Höhensaluts und Pfeifen, um in einem fulminanten Finale „Erdbeben“ zu enden, welches oft durch zahlreiche schwere Schläge in der Luft abgeschlossen wird.

Der ganze Bereich des Geschehens ist natürlich abgesperrt und

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kann nur vom Feuerwerksmeister betreten werden.

Historisch entwickelte sich die Mascletá aus der „engraellat“ vorhergehender Jahrhunderte. Bei einer „engraellat“ werden „canterellas“ (Schmiede- oder Guß-Eisenböller) verschiedener Kaliber, die unterschiedliche Knallklangbilder erzeugen, in einer genau bestimmten Reihenfolge abgefeuert. Die einzelnen Sequenzen haben definierte mystische Bedeutungen und die „engraellat“ als ganzes einen mystisch-religiösen Hintergrund und Bedeutung. Diese alte Tradition wird noch heute durch die „Kulturvereinigung AMIGOS DE LA POLVORA“ in Valencia gepflegt.

Erwähnen möchte ich noch, dass bei einer Mascletá täglich 120 kg Schiesspulver verballert werden, die einen Lärm mit 120 Dezibel erzeugen und einen riesigen Qualm zur Folge haben.

Calendario de mascletás de las Fallas 2019

Es ist ein unvergessliches, sehr beeindruckendes Erlebnis. „Was wohl Greta dazu sagt?“

Despertà

werden in der letzten Woche der Fallas von jedem Fallas Komitee heimlich geplant. Morgens um 8.00 Uhr treffen sich die Falleros (egal ob sie geschlafen haben oder nicht), um die Nachbarschaft mit Böllern, in manchen Fällen auch mit Musikkapppellen, aufzuwecken.

Alle sollen die Fallas nämlich schon vom frühen Morgen an geniessen. Bei den Despertàs werden sogenannte „Trons de bac“ auf den Boden geworfen, die dann explodieren.

Tro de Bac

Die Falleras Mayores verteilt Buñuelos (Krapfen),

ein aus überwiegend Mehl bestehender Teig, der frittiert und in heisse Schokolade getaucht wird. Sie werden normal als Frühstück, aber bei den Fallas rund um die Uhr gegessen. Es gibt auch Bunyols de calabassa – Kürbiskrapfen.

Karneval

spielt auch eine große Rolle bei den Fallas-Vereinen.

So gab es am Vormittag des 15.02.2020 viel Trubel im Naturpark Pego-Marjal, als am „Rio Bullent“ zum Beginn des Karnevals von den Falleros aus Pego eine Fahrt mit einem selbstgebauten Floss veranstaltet wurde.

Man beachte: der Grill auf dem Floss hat tatsächlich geglüht.

Viele spanische Familien, vom Kleinkind bis zur Oma/Opa, bringen Essen und Getränke mit und feuern die Leute im Fluss an.

Paella-Wettbewerb

ist auch ein Brauch zum Auftakt der Fallas. Dieses große Spektakel haben wir uns am 15.02.2020 nachmittags in Oliva erlebt. Das international berühmte Gericht wird auf der Straße über einem, seinerzeit Holzfeuer, heute Gasgrill zubereitet.

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Jeder Falleros hat natürlich sein eigenes Rezept

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damit die Paella seines Vereins auch die Beste wird.

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Alle Mitglieder eines Vereins essen die Paella an den von den Falleras eindeckten Tischen gemeinsam. Traditionell gibt es noch Käse und Brot.

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Die „Kochplätze“ werden einfach verlassen, denn Essen und das gesellige Beisammensein haben Vorrang.

Karneval Festumzug

wird von mehreren Fallas-Vereinen organisiert und alle Vereine nehmen am Umzug teil.

Aus einem genauen Zeitplan ist ersichtlich, wann eine Fallas-Gruppe mit dem Marsch beginnt. Er wird immer von den Falleras Mayores und Falleras Mayores Infantil mit dem Ehrenhof angeführt. Danach folgen die Falleros und eine Musikgruppe

sowie die maskierten Mitglieder des jeweiligen Fallas-Vereins mit toll geschmückten Festwagen. Jeder Fallas-Verein hat ein eigenes Motto.

Der Umzug hat um 16.30 Uhr begonnen, wie man unschwer erkennen kann, ist es bereits dunkel und unsere Kamera versagt. Schade, es sah sehr toll aus.

Um 21.00 verlassen wir das Fest. Unvorstellbar, es ist noch kein Ende in Sicht.

Ofrena de Flors

ist eine Blumenparade, die jedes Jahr vom 17. auf den 18. März zu Ehren der Jungfrau Desamparados, der Heiligen der Schutzlosen stattfindet. Die Falleros haben ihrer Schutzpatronin den Kosenamen „La Geperudeta“ oder „La Maredeueta“ gegeben. Geperudeta bezieht sich auf die gebeugte Haltung der Jungfrau.

Die Parade, an der alle Fallas-Vereine der Stadt teilnehmen, beginnt am Casal (Vereinshaus) des jeweiligen Vereins. Sie gehen in ihren typischen Trachten, begleitet von einer Musikkapelle, zur Jungfrau.

Beginn ist am Nachmittag des 17. und geht bis spät in die Nacht. Damit ein geregelter Ablauf möglich ist, erhält jeder Verein eine Nummer und ebenso ist die Farbe der Blumen festgelegt.

Die Frauen und Mädchen tragen wieder ihre wunderschönen Kleider aus Brokat und Seide, die Haare sind kunstvoll zur klassischen Schnecken-Frisur hochgestellt. Die Männer und Buben sind mit den traditionellen Anzügen gekleidet. Wie bei jedem wichtigen Fest, sind alle, vom Baby bis zu den Senioren alle in Tracht gekleidet.

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Die Opfergabe zu Ehren der Jungfrau Desamparados wird seit 1945 zu bestimmten Regeln durchgeführt. Dabei wird der letzte Strauß am 17. März von der Fallera Mayor an die Jungfrau überbracht und der letzte Strauß am zweiten Tag von der Fallera Menor übergeben.

Die Schutzheilige wird durch ein Holzgestell abgebildet. Der Strauß wird bei einem Vorstand des Fallas Vereins abgegeben, der ihn weiterreicht bis er bei dem Mann angelangt ist, der ihn in das Holzgestell steckt.

Comienza la Ofrenda fallera del 75º aniversario - Valencia, Fiesta ...

Es ist ein sehr emotionaler Akt, wenn eine Familie den Strauß übergibt

damit diese wunderschöne Figur entstehen kann

Nit del Foc

die Nacht des Feuers und läutet das Finale der Fallas mit der abschliessenden „Crema“ ein. Es ist, wie kann es anders sein, ein gigantisches Feuerspektakel.

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Musikkapellen

Manche Musikgruppen spielen mit traditionellen Instrumenten. Ein Tabalet, ähnelt einer Trommel und die Dolçaina sieht einer Flöte ähnlich. Diese Töne klingen für Laienohren leicht schrill.

ASOZIAZIÓN CULTURAL BENTE D´ABIENTO: noviembre 2017

Oft begleitet ein Umzug der Falleros eine Banda,

eine Musikkapelle mit Trommeln und Blasinstrumenten.

Dies war ein „kleiner“ Einblick in eine der regionalen Traditionen von Spanien, bei der die Familie und der Zusammenhalt von Menschen mit gleichen Interessen von großer Bedeutung ist. Bei diesen Festen ist die ganze Stadt aktiv oder passiv auf den Beinen.

Cullera

liegt 38 Kilometer südlich von Valencia direkt am Mittelmeer

und verfügt über 15 Kilometer Strände mit zum Teil Steilküste und Dünenstrand. Begünstigt durch das trockene Mittelmeerklima liegt die mittlere Jahrestemperatur bei über 17 Grad.

Die Stadt hat nur ca. 22.100 Einwohner, jedoch eine Vielzahl an Hotels und Hochhäusern.

Die höchste Erhebung ist der Berg Montaña de las Zorras mit 225 Metern

auf dem schon von weitem die Aufschrift „Cullera“ zu lesen ist. Durch archäologische Funde ist bewiesen, dass Cullera bereits in der Altsteinzeit bevölkert war.

Überragt wird das alte sowie das moderne Cullera

von der Burg in der Nähe der Stadt,

deren Ursprung auf einen arabischen Alcázar des 10. Jahrhunderts zurück geht. Während des dritten Carlistenkrieges wurde die Burg das letzte Mal reformiert und später von Franziskanermönchen bewohnt.

der schön restaurierte „Sitzungssaal“

Kanonen sind natürlich auch noch zu sehen, denn was wäre eine Burg ohne Kanonen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde gleich neben der Burg die

Santuario de la virgen del Castillo cullera en la comunidad valenciana

Kirche Santuario de la Virgen del Castillo errichtet.

Die Patronatskirche wurde im Stil der Romanik erbaut. Über der Hauptfassade ist ein Glockenturm mit einer Kuppel, die mit kupferfarben verglasten Dachziegeln gedeckt ist.

Unterhalb der Burg finden sich noch mehrere Befestigungstürme, die auf den Mauerring der arabischen Burg zurückgehen.

Auf dem Gipfel des Burgberges befindet sich außerdem die Ruine der „El Fort“ genannten Festung.

Das Rathaus von Cullera wird „Haus des Dorfes“ genannt, stammt von 1781 und steht im Zentrum der Altstadt.

Beim Spaziergang durch die Altstadt sind auch schön renovierte Häuser zu sehen

und diese tolle Treppe mit der

Fuente (Quelle) in der Calle del Agua.

Im Stadtviertel Barrio del Pozo auf dem Weg zum Kalvarienberg liegt der Turm der Maurenkönigin.

Torre de la Reina Mora

Er wurde im 13. Jahrhundert gebaut und war ein wichtiger Bestandteil der Wehranlage. 1631 wurde in der Ruine des Turms eine Kapelle eingerichtet und der Heiligen Ana gewidmet.

Jalón oder Xaló

die beiden Namen werden wechselseitig gebraucht.  Jalón liegt im Norden der Provinz Alicante in einem Talkessel, dem Jalóntal oder auch Vall de Pop genannt, in dem seit Jahrhunderten die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig der Einwohner ist.

Seit geraumer Zeit ist auch der Tourismus in Jalón angekommen, deshalb findet man einige schöne Restaurants. Auch lohnt ein Besuch in der Bodega bei den vereinigten Weinhändlern der Umgebung, die in der Durchgangsstraße, der Avenida del Rey Juan Carlos I. zu finden ist.

Alle angebotenen Weine können hier verkostet werden

Es wird auch Olivenöl aus Ölmühlen der Umgebung angeboten.

Wichtigstes Ereignis in Jalón ist jeden Samstag von 10.00 bis 14.00 Uhr der Rastro (Mercadillo) de Jalón, ein Flohmarkt, der neben der Durchgangsstraße stattfindet. Er ist im gesamten Umkreis sehr beliebt. Man findet dort neue und gebrauchte Kleidung, antike Möbel, Dekoartikel, Haushaltsartikel und vieles mehr.

Der Flohmarkt ist ziemlich lange, deshalb sollte man etwas Zeit mitbringen.

Er verläuft zwischen der Durchgangsstraße und einem Flussbett

in einer landschaftlich sehenswerten Umgebung.

Nach unserem Marktbesuch machen wir uns auf dem Weg zum

Coll de Rates einem Pass in der Marina Alta.

Nord: Die Schlußgerade zum Paß.

Der dazugehörige Gebirgszug, die Serra del Carrascal de Parcent, erhebt sich bis auf 995 m Höhe und liegt rund 20 km von der Küste entfernt.

Bildergebnis für Foto vom Serra del Carrascal de Parcent

Der Blick vom Mirador in das Tal ist einfach traumhaft.

Unser Ziel ist das Bergrestaurant

Coll de Rates, in dem deutsche und österreichische Küche angeboten wird. Es hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt.

Alcalali

liegt zwischen den Orten Jalón und Parcent im Tal Vall de Pop, 240 m über dem Meeresspiegel. Bei nur 1300 Einwohnern (sie werden Alcalalino bezeichnet) ist der Ausländeranteil doch tatsächlich über 54 %, denn hier leben insgesamt 688 Ausländer, davon 45 Deutsche. Der Name Alcalali stammt aus dem arabischen.

Die wirtschaftliche Basis der Bevölkerung liegt im Anbau von Orangen, Mandeln und Wein sowie der Herstellung von Honig, Korbflechtarbeiten und Spitzenklöppeln.

Im kleinen Ort findet man nur

die Kirche Iglesia Parroquial de la Natividad de Nuestra Señora

den Torre Medieval/Torre Señorial aus dem 16. Jahrhundert, der das Traubenmuseum beherbergt und zu einer Besichtigung geöffnet war

die uns mit einem schönen Anblick der Umgebung belohnt hat.

Das Rathaus

und der Rathausplatz, auf dem alljährlich im Februar das Mandelblütenfest stattfindet. Es können verschiedene Mandelsorten verkostet und auch gekauft werden.

In den wenigen Straßen

sind Verkaufsstände mit Handwerkskunst und Produkten aus der Umgebung.

Im Angebot steht auch eine Wanderung durch die Mandelplantagen

sowie leckere Tapas mit Mandeln in den Restaurants

Die Frauen von Alcalali backen Kuchen mit/aus Mandeln, die prämiert werden

4º Concurso de Dulces

Alcalali ist ein Ort, in dem man durch die Straßen schlendert und Reste der maurischen Herkunft, der Piraten und Adligen aus vergangenen Jahrhunderten erahnen kann.

Am 22.02.20 sind wir nochmals zum Mandelblütenfest nach Alcalali gefahren, denn wir haben gelesen, dass um 11.OO Uhr am Festplatz

XIRIMITERS

die Xirimiters, eine Musikgruppe mit einem charakteristischen und speziellen Klang auf einem Instrument aus der Familie der Oboe, der „dolçaina“, und dem „tabalet“, einer Art Trommel, basiert.

Ausserdem stand eine Menschenpyramide – Castellers

mit der Gruppe Muixeranga de la Marina auf dem Programm.

Diese Tradition ist bereits über 200 Jahre alt und wird von einer Generation auf die nächste übertragen (denn die Etagen dieser menschlichen Türme werden sowohl aus Erwachsenen als auch, ganz oben, aus Kindern gebildet). Die UNESCO hat diesen Brauch anerkannt, weil er das Gefühl von gemeinsamer Anstrengung und Kreativität unter den Menschen vermittelt. Die „Castells“ werden üblicherweise während der örtlichen Festlichkeiten auf einem Platz vor dem Hauptbalkon des Rathauses gebildet und häufig unterstützt das anwesende Publikum die unterste Etage des Menschenturms, um intensiv an diesem aufregenden Ereignis teilzuhaben.