Lübeck

erhielt seinen Namen von der im Jahr 819 von Slawen gegründeten Siedlung Luibice (Alt Lübeck), die an der Mündung der Schwarte in die Trasse lag. Die Siedlung wurde jedoch zerstört. Bereits im Jahr 1138 wurde die Stadt in ihrer heutigen Lage auf dem Hügel Buku 1143 durch Adolf II., Graf von Schauenburg und Holstein als erste deutsche Hafenstadt an der Ostsee neu gegründet.

Lübeck wird die „Stadt der Sieben Türme“oder das „Tor zum Norden“ genannt. Die sieben Türme sind bei den Kirchen St. Jakobi, St. Marien mit zwei Türmen, St. Petri, St. Aegidien und dem Lübecker Dom, auch mit zwei Türmen.

Die Stadt gilt durch seine Lage und Geschichte als „Königin“ und „Mutter der Hanse“. Lübeck war von Anfang an Herz und Hirn der Städte in der Hanse. Der Begriff „Hanse“ stammt im übrigen aus dem althochdeutschen Wort „Hansa“, und steht für „Schar“ oder „Gefolge“. Er bezeichnete den Zusammenschluss deutscher Kaufleute des Mittelalters zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert.

Im Jahr 1249 überfiel Lübeck die Stadt Stralsund, einen ernstzunehmenden Konkurrenten im Heringsgeschäft und behauptete damit seine Machtposition im Ostseeraum. Nach dem Sieg über Stralsund schlossen sich die Städte Lübeck, Wismar und Rostock im Jahr 1259 zu einem Bündnis für sicheres Handeln zu Lande und zu Wasser zusammen.

Bereits 1241 hatten Lübeck und Hamburg einen ähnlichen Vertrag unterschrieben, in dem die Städtefreundschaft und die gegenseitige Unterstützung bekräftigt wurden. Demnach verpflichteten sich die beiden Städte, auf gemeinsame Kosten „Strassenräuber“ und „andre Uebelthäter“ zu bekämpfen. Zusätzlich vereinbarten sie, dass Gerechtigkeit gegenüber ihren Bürgern, auch außerhalb der Stadtgrenzen, geübt werden solle und auch diese die Kosten von beiden Städten gemeinsam zu tragen sind.

Lübeck hatte im 12. Jahrhundert ein großes Bevölkerungswachstum. Es herrschte eine hohe Nachfrage nach Salz und Hering. Dies war auch bedingt durch das christliche Fischgebot an Frei- und Feiertagen. Um diese Nachfrage zu bedienen wurde Lübeck ein zentraler Handelsplatz des Landhandels und des Handels für Hering und Salz für die Ost- und West-Tangente.

Kaiser Ludwig der Bayer verlieh Lübeck 1340 das Goldmünzrecht. 1356 fand der erste allgemeine Hansetag in Lübeck statt. Mit dem Frieden von Stralsund erreichte Lübeck den Höhepunkt seiner Macht im Ostseeraum. Im 14. Jahrhundert war Lübeck neben Köln und Magdeburg eine der größten Städte des Reiches.

Die Stadt Visby in Gotland war der erste Hauptort der Hanse. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde Lübeck zum Hauptort und entwickelte sich zur wichtigsten Handelsstadt im nördlichen Europa.

Wir übernachten auf dem Wohnmobilstellplatz Lastadie, der sehr zentral liegt.

Von unserem Fenster aus haben wir einen schönen Blick auf die Trave

mit ihren Lastkähnen

und die Innenstadt von Lübeck. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung.

Wir müssen über eine Brücke und sehen am Ufer Boote, die eine Stadtkanal- und Hafenrundfahrt anbieten. Spontan entscheiden wir uns für die Rundfahrt mit einer Barkasse auf der Trave.

Mit dem Boot kommen vorbei am

Lübecker Marzipan-Speicher, den wir auf unserem Rückweg natürlich persönlich aufsuchen werden.

Wir sehen den Hafenschuppen Nr. 6,

eine 1906 errichtete, zweischiffige Lagerhalle in Ziegelbauweise, die heute für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Der Hafenschuppen Nr. 9, rechts unten auf dem Foto,

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steht ebenfalls für Veranstaltungen zur Verfügung.

Die Hafenschuppen 10/11 stehen unter Denkmalschutz.

Die zusammenhängenden Bauten waren bis in die 2000er Jahre Verwaltungs- und Lagergebäude. Von 2010 bis 2012 wurde der Komplex zur Büronutzung umgebaut.

Die nächste Hafenschuppen ist leider eingerüstet doch

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das Feuerschiff Fehmarnbelt ist auch sehr fotogen. Es ist nur noch als Museumsschiff in Fahrt. Das Schiff wurde von 1906 bis 1908 auf der Thyen-Werft in Brake an der Weser als Dreimastschoner mit Notbesegelung gebaut und 1908 als Feuerschiff Außeneider in Dienst gestellt.

Die Hubbrücke heisst eigentlich Marstallbrücke. Es handelt sich um eine bewegliche Brücke mit je einem eigenen Tragwerk für die Eisenbahn, Straßenfahrzeuge und Fußgänger. Gebaut wurde die Brücke aus Stahl zwischen 1896 und 1900. Die Brückentürme wurden im neugotischen Stil errichtet. Sie ist eine von mehr als 200 Brücken in Lübeck und steht als Technisches Denkmal seit dem unter Denkmalschutz.

Anschliessend schippern wir ein bisschen

im Grünen bevor wir zu den

Salzspeichern kommen. Es sind mehrere Lagerhäuser an der Lübecker Obertrave direkt neben dem Holstentor. Sie wurden im Stil der Backsteinrenaissance und des Backsteinbarock zwischen 1579 und 1745 erbaut. Die Speicher dienten der Lagerung des, über die Alte Salzstraße gelieferten und aus der Saline Oldesloe gewonnenen Salzes. Es wurde nach ganz Skandinavien ausgeführt. Dort wurde es zum konservieren von Fisch benötigt.

In den Speichern wurde später auch Tuch, Korn oder Holz gelagert. Im Dritten Reich wurde einer der Speicher zu einem HJ-Heim umgebaut. Heute werden die Gebäude von einem Textilkaufhaus genutzt.

Wir verlassen unseren Schiff und sind am Holstentor. Hier sehen wir die Salzspeicher von der anderen Seite.

Das ……..

Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung und ist, neben dem Burgtor, das einzige, erhaltene Stadttor Lübecks.

Das Holstentor besteht aus einem Süd- und Nordturm sowie einem Mittelbau. Es hat eine Feld- und eine Stadtseite, die nach ihrer Funktion total unterschiedlich gebaut sind.

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Die nach Westen, stadtauswärts zeigende Seite, ist die Feldseite, die nach stadteinwärts zeigende, die Stadtseite. Während die Stadtseite reich mit Fenstern geschmückt ist, sind an der Feldseite angesichts der zu erwartenden Gefechte nur wenige, kleine Fenster eingebaut. Unterschiede sieht man auch bei den Mauern. Während die Mauern zur Feldseite mit Schiessscharten durchsetzt und 3,5 Metern dick sind, haben die Mauern zur Stadtseite nur unter einem Meter. In jedem Turm waren im ersten und im zweiten Obergeschoss je drei Geschützkammern.

Auf der Feldseite über dem Torbogen befindet sich die Inschrift „Concordia domi foris pax“ – Eintracht innen, draußen Friede.

Um das Holstentor ist eine Grünanlage. Hier sind zwei liegende Löwen von 1823 aus Eisenguss aufgestellt. Einer der beiden Löwen schläft,

der andere richtet seinen Blick aufmerksam auf den schlafenden Löwen.

Wer kennt sie nicht/noch

die Rückseite unseres 50-DM-Scheins?

Wir sind in der Altstadt von Lübeck, einer von der Trave, der Wakenitz und dem Elbe-Lübeck-Kanal umflossenen Insel. Am Rathausplatz stehen vor dem prächtigen Rathaus, das auch als „steinernes Märchen“ benannt wird.

Mit dem Bau des Rathauses begannen die Lübecker 1230 an der Breiten Straße, dem späteren Hauptbau. In den folgenden Jahrhun­derten wurde das Gebäude ständig verändert und erweitert. Zusammengefasst wurden die Bauten durch mächtige Schildwände. Später erhielten diese Wände Achtecktürmchen und kreisrunde Öffnungen. Durch diese wurde der Winddruck von den hohen Mauern genommen.

Heute gilt das Lübecker Rathaus trotz seiner sehr verschieden­artigen Teile und Baustile als eines der schönsten, ältesten und größten in Deutschlands.

Wir sehen die Renaissancelaube ohne gotische Schildwand ( ist eingerüstet)

gehen vorbei am Renaissanceerker an der Breiten Straße,

dem Neuen Gemach mit Renaissancetreppe

und sehen, daß der Turm am Rathaus eine Sonnenuhr hat.

Dann kommen wir zum Kanzleigebäude, das ab 1483 zunächst mit nur fünf der heute 22 Joche, errichtet wurde.

Unser Fussmarsch geht nun zur St.-Marien-Kirche, der drittgrößten Kirche in Deutschland.

Zuvor müssen wir jedoch an einem Teufel vorbei

der vor der Kirche sitzt. Die Legende besagt, dass er beim Bau der Kirche wissen wollte, was das wird. Man sagte ihm, es werde ein Weinhaus und so half er eifrig beim Bau mit. Irgendwann erfuhr er, das das Gebäude eine Kirche wird und war sauer. Er nahm einen Felsblock und wollte damit den Bau zerstören. Als der Fels bereits geflogen ist versprach ihm ein Arbeiter, dass neben der Kirche ein Weinhaus entsteht. Dem Teufel schien das die bessere Lösung und liess den Steinbrocken kurz vor der Kirchenmauer auf den Boden fallen. Dort liegt er noch heute und er sitzt drauf. Das Versprechen wurde eingelöst und der Ratsweinkeller wurde erbaut.

Doch jetzt geht’s in die Kirche. St. Marien wurde zur Blütezeit der Hanse in den Jahren 1250-1350 errichtet. Die dreischiffige gotische Basilika steht auf dem höchsten Punkt der Lübecker Altstadtinsel unmittelbar neben dem Markt und dem Rathaus. Die westlichen Doppeltürme sind jeweils knapp 125 m hoch. Damit überragt St. Marien den Lübecker Dom um gut 10 m.

Die Kaufleute und Ratsherren wollten mit der Erbauung ihrer Kirche in ihrem Viertel ein Symbol der weltlichen Macht und Freiheit gegenüber der etwa 100 Jahre älteren Bischofskirche setzen.

Gotische Kathedralen in Frankreich und Flandern waren Vorbilder der dreischiffigen Lübecker Basilika. Mit ihrem 38,5 Meter hohen Mittelschiff ist es das höchste Backsteingewölbe der Welt – Notre Dame in Paris hat nur eine Mittel­schiff­höhe von 35 Metern. Somit wurde St. Marien das Vorbild für zahlreiche gotische Backsteinkirchen im gesamten Ostseeraum.

Der Hauptaltar mit

Triumphkreuz aus dem Jahr 1477

die Orgel der Marienkirche wurde 1968 von der Firma Kemper geschaffen, es ist die größte Orgel der Welt mit mechanischer Traktur.

Während des durch den Bombenangriff ausgelösten Brandes am Palmsonntag 1942 sollen die Glocken durch den Luftzug noch einmal geläutet haben, bevor sie herabstürzten. Die Reste zweier Glocken, der ältesten Glocke von 1508, der Sonntagsglocke und der Pulsglocke wurden als Mahnmal in der ehemaligen Schinkel-Kapelle unter dem Süderturm erhalten.

Das Antwerpen Rentabel, ein doppelflügeliger Altaraufsatz stammt aus dem Jahr 1518.

Er zeigt in 26 gemalten und geschnitzten Szenen das Leben der Maria. Die gemalte Wandlung ist nur in der Karwoche zu sehen, denn da ist der Altar geschlossen.

Die gemalte zweite Wandlung (zu sehen in der Fastenzeit) zeigt Szenen aus dem Leben Jesu

Die erste, 1405 fertiggestellte astronomische Uhr der Marienkirche muß damals als eine Art High Tech Produkt gewirkt haben.


Die zweite astronomische Kunstuhr in der Kirche wurde an Stelle der älteren von dem Uhrmacher Matthias von Ost in der Zeit von 1561 bis 1565 hergestellt und zuletzt im Jahre 1860 bedeutend verbessert. Ein Finger zeigt das Datum. In der Mitte sind die Sonnen-und Mondfinsternisse bis 1999 angegeben, oben ist der Stundenzirkel, der Tierkreis, Stunden- und Planetenweiser angebracht. Weiter oben ein Glockenspiel mit einer Figur (die Zeit), welche die Stunden schlägt und einer anderen (die Vergänglichkeit), welche bei jedem Schlage sich abwendet; auf den Schlag 12 treten der Kaiser und die Kurfürsten aus einer Tür, verbeugen sich vor dem Heiland, der sie segnet und gehen durch die andere Tür ab, wobei sich Engel mit Posaunen und Lübeck’sche Ratsdiener tätig erweisen.

Bis 1942 konnte man die Uhr hinter dem Hochaltar im Chorumgang sehen. 1942 wurde sie während eines Luftangriffes vollständig zerstört. Nur ein Zifferblatt, das bei einer früheren Restaurierung ersetzt worden war, blieb im St.-Annen-Museum erhalten. Der Lübecker Uhrmachermeister Paul Behrens rekonstruktierte die Glockenspiel-Mechanik und fertigte die neue (dritte) Astronomische Uhr. 1967 konnte er diese Uhr der Kirche übergeben.

Genug geschrieben über St. Marienkirche, die wirklich sehr interessant ist. Doch Lübeck hat ja noch mehr Sehenswürdigkeiten, so ca. 1800 haben wir irgendwo gelesen.

Das Buddenbrookhaus hat eine schöne Barockfassade und war einst im Besitz der Familie des Schriftstellers Thomas Mann.

Ein paar Schritte weiter ist das 1280 von Lübecker Kaufleuten

gestiftete Heilig-Geist-Hospital, eine Herberge für Arme und Kranke.

Die Schiffergesellschaft in Lübeck bezeichnet einen seit der frühen Neuzeit existierenden Seefahrer-Verband und gleichzeitig ein historisches Backsteingebäude, in dem heute eine Gaststätte ist.

Die Schiffergesellschaft Lübeck wurde 1401 als St.-Nikolaus-Bruderschaft gegründet. Sinn und Zweck dieser Vereinigung ist aus folgenden Worten der Gründungsurkunde zu entnehmen: „Zu Hilfe und Trost der Lebenden und Toten und aller, die ihren ehrlichen Unterhalt in der Schifffahrt suchen.“ Da sich im Zuge der Reformation fast alle religiösen Bruderschaften auflösten, vereinigte sich die St-Nikolaus-Bruderschaft mit der St.-Annen-Bruderschaft. Man nannte sich die Schippern Selschup und erwarb 1535 für 940 Lübische Mark das im 13. Jahrhundert erbaute Haus gegenüber der St. Jakobikirche.

Wir gehen dann noch in die St. Jakobi Kirche die im Jahr 1334 als Kirche der Fischer und Seefahrer geweiht wurde.

Ihr Patron ist der Heilige Jakobus. Die Kirche, das Heiligen-Geist-Hospital und die benachbarte Gertrudenherberge sind Stationen auf einem Zweig des norddeutschen Jakobswegs.

Das ist das Modell des Schulsegelschiff „Pamir“ das am 21. September 1957 nach einem Hurrikan im Atlantik bei den Azoren unter ging. Es war die größte deutsche Schiffskatastrophe in der Nachkriegszeit. Von den 86 Besatzungsmitgliedern überlebten nur 6 das Unglück.

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Hier das nach dem Unglück gefundene Rettungsboot Nr. 2 der Pamir.

Seit September 2007 ist die nördliche Turmkapelle der Kirche als Pamir-Kapelle Nationale Gedenkstätte für die zivile Seefahrt.

Das ist die Große Orgel an der Westwand.

Sie zählt zu den bedeutendsten Orgeln Europas.

Jetzt noch das Zöllnerhaus, ein Backsteingebäude der Renaissance aus dem Jahr 1571, das zum Burgtor gehört.

Es ist in die anschließende Lübecker Stadtbefestigung mit den erhaltenen Resten der Stadtmauer eingebunden.

Auf dem Weg zum Stellplatz machen wir noch Halt im Lübecker Marzipan-Speicher und kaufen 1-2-3, nein viele Betthupferl.

Dann essen wir eine Kleinigkeit beim Duckstein-Festival

und trinken das eine oder andere Duckstein, bevor es dann endgültig

irgendwann in die Koje geht.

Am nächsten Tag geht’s weiter, wir sehen noch den

Skandinavienkai.

Wir kommen wieder, es gibt noch viel zu sehen.

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