Bamberg

ist eine Inselstadt zwischen dem rechten und linken Arm der Regnitz. Den rechten Arm der Regnitz baute man zum Main-Donau-Kanal aus. Die historische Altstadt liegt zwischen den beiden Armen. Seit 1993 gehört Bamberg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Besonders bekannt ist Bamberg für die vielfältige Biertradition. Nachdem uns Bamberg sehr gut gefällt, haben wir es schon mehrmals besucht.

Geschichte von Bamberg

Bamberg wird 902 erstmals als Castrum Babenberg auf dem Domberg erwähnt. Das „Lehen“ gehörte dem fränkischen Geschlecht der Babenberger. Beim Lehen handelt es sich um die Vergabe von Land an einen freien Mann. Der Mann verpflichtete sich, Abgaben an seinen Herrn zu leisten und ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das war die gängige Praxis der Herrschaft im Mittelalter.

Bei der „Babenberger Fehde“ haben die Babenberger das Land an den König verloren. Es handelte sich bei dieser Fehde um die Auseinandersetzung fränkischer Familien mit den Konradiner. Sie stritten um die Macht im mittleren Maingebiet.

Im Jahr 973 verschenkte Kaiser Otto II. das Castrum Babenberch an Heinrich dem Zänker, den Herzog von Bayern. Aus dem Castrum Babenberg wurde Papinberc.

Bistumsgründung

Die Gründung des Bistums erfolgte im Jahr 1007 durch König Heinrich II. Er war der Sohn von Heinrich dem Zänker. König Heinrich II erteilte auch den Auftrag zum Bau des ersten Doms in Bamberg der jedoch zweimal abbrannte. Der Dom, den wir heute in Bamberg sehen können, stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Als 1430 die Hussiten nach Bamberg kamen, floh das gesamte Domkapitel mit dem Domschatz auf die Giechburg bei Scheßlitz. Die wohlhabenden Bürger flüchteten nach Forchheim oder Nürnberg. Die verbliebenen Handwerker, Tagelöhner und Bauern plünderten die Weinkeller, Bürgerhäuser und Kloster. Die Stadt entging der Brandschatzung durch einen Waffenstillstand, den Markgraf Friedrich von Brandenburg ausgehandelt hatte. Für den Waffenstillstand bezahlte er 12.000 Gulden an die Hussiten.

Bamberg und die Kriege

Im 15. Jahrhundert fand in Bamberg ein erfolgloser Aufstand gegen die fürstbischöfliche Macht statt. Der Bauernkrieg im Jahr 1524 hinterließ Spuren in der Stadt. Im Dreißigjährigen Krieg litt Bamberg unter den schwedischen Truppen. Beim Siebenjährigen Krieg kämpften die Bamberger gegen die Preußen. Zur Zeit von Napoleon litten sie durch französische Truppen.

Erst unter den Fürstbischöfen Lothar Franz und Friedrich Carl von Schönborn erlebte Bamberg in der Barockzeit eine kulturelle Blüte.

Bamberg und die Hexenverbrennung

Zwischen Bürgern und Fürstbischöfen gab es oft Machtauseinandersetzungen. Ursache war die Hungersnot durch Missernten und Kriegseinwirkungen. Unter Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, auch der Hexenbrenner genannt, kam es zwischen 1620 und 1630 zu zahlreichen Hinrichtungen. Nicht selten wurden ganze Familien ausgelöscht. Weihbischof Friedrich Förner war der Prediger bei der Hexenverfolgung. Die Bürger nannten ihn deshalb den „Scharfmacher“. Im Jahr 1627 baute man für die, der Hexerei Beschuldigten, das Drudenhaus. Man kannte es auch unter „Malefizhaus“. Das lateinische Wort „Malefiz“ bedeutet Verbrecher. Zum Drudenhaus gehörte auch die „Peinliche Frag“, ein Foltergebäude. Die Häuser standen bis zu ihrem Abbruch im Jahr 1635 bei der heutigen Promenade. Die Steine aus dem Abbruch der Häuser wurden beim Bau eines Kapuzinerklosters wieder verwendet.

Stadtteile vom Bamberg

Die Stadt wurde auf sieben Hügeln erbaut. Bei den „Hügeln“ handelt es sich um den Stephans-,Kaul-, Dom-, Michaels-, Jakobs-, Abtsberg und Altenburg. Bamberg wird deshalb auch das „Fränkisches Rom“ bezeichnet.

Bamberg gliedert sich in drei Siedlungszentren. Sie wurden bei der Stadtgründung im Mittelalter miteinander verbunden. Das Gebiet um den Kaiserdom ist die „geistliche Bergstadt„. Die „bürgerliche Inselstadt“ liegt zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz und der Gärtnerstadt.

Die Inselstadt

Wir fahren mit dem Bus vom Wohnmobilstellplatz zur „Inselstadt“. Zuerst besorgen wir uns bei der Tourist Information am Geyerswöhrplatz einen Stadtplan. Dann heisst es „Bamberg wir kommen“.

Durch die große Parkanlage vor der Tourist Info geht es zur Bischofsmühlbrücke.

Das Mühlenviertel

Die Bischofsmühlbrücke trennt das Obere und Untere Mühlviertel.

In der Blütezeit von Bamberg existierten drei Mühlenviertel an der Regnitz. Neben den bis heute erhaltenen Oberen Mühlen, den Steinmühlen und Unteren Mühlen, den Brudermühlen, gab es noch die Fischmühlen an der Rathausbrücke. Die Oberen Mühlen sind aufwändig saniert worden. Das Viertel zählt zu den Sehenswürdigkeiten von Bamberg.

Die Obere Mühlbrücke ist eine Verbindung für Fußgänger zwischen der Insel- und Bergstadt. 1980 wurden die Mühlengebäude umgebaut. Es entstand ein Wohnviertel für Studenten sowie Gästehäuser und eine Wasserkraftanlage zur Stromgewinnung.

Die älteste Brauerei der Stadt, das Klosterbräu Bamberg, finden wir auch im Oberen Mühlenviertel. Im Jahr 1333 wurde die Brauerei erstmals urkundlich erwähnt. Besitzer war bis zum Jahr 1790 der jeweilige Fürstbischof von Bamberg. Im Jahr 1851 kaufte Peter Braun aus Kitzingen die Gebäude. Die Familie Braun war bis 2017 im Besitz der Brauerei. Sie verkaufte die Brauerei und Gaststätte an die Bamberger Brauerfamilie Wörner.

das Lagerhaus vom ehemaligen fürstbischöflichen Braunbierhaus

Die Untere Mühle gehört auch zum historischen Mühlenviertel. Sie erschloss die im Fluss liegenden Mühlen mit dem früheren Mühlhof am Geyerswörthplatz.

Die Mühlen von Bamberg

wurden erstmals bei einer Schenkung von Kaiser Otto II. an seinen Vetter, dem bayerischen Herzog Heinrich dem Zänker erwähnt. Er überließ dem Herzog im Jahr 973 außer der Burg Papinberc auch die gesamten Mühlen. Bei der Bistumsgründung von Heinrich II. im Jahr 1007 zählten die Mühlen zur Grundausstattung.

In Bamberg produzierten Mühlen nicht nur Mehl. In der katholischen Stadt durften die Bürger während der Fastenzeit keine tierischen Fette zu sich nehmen. Man kochte stattdessen mit Pflanzenöl aus den Bamberger Ölmühlen.

die Steinölmühle – Schwalbenmühle

Auch Schleif-, Hammer- und Walkmühlen waren im Einsatz. Später dienten die Mühlen der Stromerzeugung.

Aufgrund der Vielzahl der Mühlen ging der Druck des fließenden Wassers verloren. Bei der Stadterweiterung im Jahr 1440 wurde ein großer Mühlengraben ausgehoben. Der nötige Wasserdruck war wieder hergestellt.

Im Jahr 1825 drehten sich in Bamberg noch 40 Mühlräder.

Mühlenverbände

Im 14. Jahrhundert organisierten sich die Mühlenbetreiber in genossenschaftlichen Verbänden. Im Oberen Mühlenviertel gründete man den „Steinmühlenverband“. Das Untere Mühlenviertel organisierte sich im „Brudermühlverband“. 

Für die Instandhaltung der Mühlen benötigten die Mühlenbetreiber oft größere Mengen Geld. Sie liehen sich das Geld bei kapitalkräftigen Bamberger Patrizierfamilien. Die Geldgeber wurden Teilhaber im jeweiligen Verband. Sie erhielten, ihrem Einsatz entsprechend, einen Anteil aus dem Ertrag der Mühle. Man kann es dem heutigen Aktienhandel gleichstellen. 

Wir machen uns auf dem Weg zur

Inselstadt

und sehen schon von weiten das Alte Rathaus.

Es liegt zwischen der Berg- und Inselstadt am linken Regnitzarm. Das Gebäude wurde erstmals 1387 erwähnt. Das Rathaus fiel einem Stadtbrand im Jahr 1460 zum Opfer. Zwischen 1461 und 1467 wurde es im Stil des Barock und Rokoko neu errichtet. Das Wahrzeichen von Bamberg steht auf einer künstlichen Insel. 

Überliefert ist, dass der Bischof von Bamberg den Bürgern für die Errichtung eines Rathauses kein Land abgeben wollte. Listige Bürger schlugen Pfähle in die Regnitz und schufen somit eine Insel. Auf dieser Insel bauten sie dann ihr Rathaus. Es markiert die Herrschaftsgrenze zwischen der bischöflichen Berg- und der bürgerlichen Inselstadt. Die Obere und Untere Brücke führen vom Gebäude weg. Die Brücken waren Privatbrücken.

Das Gebäude wurde mehrmals umgebaut und umgestaltet. Der Brückenturm aus dem Jahr 1385 wurde 1755 um die Laternenhaube erhöht. Der Turm erhielt geschmückte Balkone im Barock- und Rokokostil. Das städtische Wappen zur Domseite stellt den Heiligen Georg als Ritter dar.

Sehr beeindruckend ist die Fassadenmalerei von Johann Anwander aus dem Jahr 1755. Anwander schaffte es, seine Fresken räumlich zu malen. So hat man bei einer Putte den Eindruck, dass das Bein der Skulptur aus den Wandfresken ragt. Diese Art Malerei sieht man meist nur in Innenräumen. 

Im Alten Rathaus ist heute ein Museum. Hier ist die Porzellansammlung Ludwig ausgestellt. Die Porzellan- und Fayencesammlung gibt einen Überblick über die früheren Werke der Manufaktur Meißen. Sie zählt zu den größten Sammlungen dieser Art in Europa.

Im, an den Brückenturm angebauten Fachwerkhaus wohnte die Wachmannschaft. Man nennt es das „Rottmeisterhäuschen“.

Die Obere Brücke

ist die älteste und ursprünglich einzige Brücke über den linken Arm der Regnitz. Die einstige Holzbrücke wurde erstmals im Jahr 1157 erwähnt. Die heutige Steinbrücke entstand 1453 und führt durch den Turm des Rathauses. 

Bis 1922 fuhr eine Straßenbahnlinie auf der Oberen Brücke durch den Rathausturm. Seit dem Jahr 1976 ist die Brücke Fußgängerzone.

Die Kreuzigungsgruppe auf der Oberen Brücke wurde im Jahr 1715 vom Bamberger Bildhauer Leonhard Gallwitze erschaffen.

Auch der Heilige Nepomuk steht vor dem Alten Rathaus auf der Oberen Brücke. Man bezeichnet ihn als den „Brückenheiligen“.

Blickt man von der Oberen Brücke nach rechts, entdeckt man das

Schloss Geyerswörth.

Das ehemalige Stadtschloss in der Altstadt von Bamberg wurde im Jahr 1313 von der Bamberger Patrizierfamilie Geyer errichtet. Der Name des Schlosses kommt vom Familiennamen „Geyer“ und dem Wort „Wörth“ für Insel, denn es liegt auf einer Insel zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz. Als die Familie nach Nürnberg umsiedelte, überließ sie das Gebäude dem damaligen Fürstbischof. 1585 veranlasste der Fürstbischof den Umbau des Schlosses im Renaissance Stil. Im Innenhof befindet sich das in Stein gefertigte original Stadtwappen. Das Rokokowappen aus dem 16. Jahrhundert zeigt den heiligen St. Georg. Es war vorher am Alten Rathaus angebracht. Seit 1904 ist das Schloss im Besitz der Stadt Bamberg. Es wird als eines von drei Rathäusern der Stadt Bamberg genutzt.

In der seinerzeit großen Parkanlage steht noch das Gärtnerhaus. Das Fachwerkhaus wird heute als Studentenwohnheim im Mühlviertel genutzt.

Die Untere Brücke

hat Balthasar Neumann 1739 gebaut. Es war die schönste Brücke in Bamberg. Sie hielt nur 50 Jahre. Ein Eistreiben vernichtete die Brücke im Jahr 1784. Von den sechs Brückenfiguren blieb nur die Statue der Heiligen Kunigunde von 1750 erhalten. Heute steht eine Kopie der Statue auf der Brücke. Das Original ist in der St. Jakobskirche in Bamberg ausgestellt. Erst 1963 wurde die Brücke wieder aufgebaut.

Heute treffen auf der Unteren Brücke Einheimische und Touristen sowie Jung und Alt aufeinander. Der Künstler Klaus Dauven symbolisiert mit seinem Kunstwerk an der Balustrade der Unteren Brücke das moderne Leben der historischen Welterbestadt.

Er bearbeitete unter dem Motto „Wegnehmen statt auftragen“ die Schmutzschicht der Balustrade mit einem Hochdruckreiniger oder einer Drahtbürste. Es entstanden die Gesichter an der Balustrade.

Haller Haus

Das wohl schönste Haus von Bamberg ist das Haller Haus. Man kann es bereits von der Unteren Brücke aus sehen. Das Haller Haus wurde im Jahr 1740 errichtet. Es ist das Geburtshaus von Joseph Haller, der von 1798 bis 1849 hier lebte. Haller war ein Kunstsammler, Heimat- und Kunstforscher. 

Bis zu seinem Tod sammelte er 50.000 grafische Blätter mit dem Schwerpunkt Albrecht Dürer und Lucas Cranach. Zur Sammlung gehörten auch Ansichten zur Fränkische Schweiz sowie Handschriften und alte Drucke. Seine Bibliothek bestand aus 6.000 Bänden. Joseph Haller vermachte seine gesamte Sammlung der Königlichen Bibliothek, der heutigen Staatsbibliothek Bamberg.

Von der Unteren Brücke hat man einen schönen Blick auf die ehemalige Fischersiedlung der Bamberger Inselstadt. Man bezeichnet die Siedlung als 

Klein Venedig.

Die Fachwerkhäuser stammen überwiegend aus dem Mittelalter. Sie liegen am Ufer der Regnitz. Ein kleiner Vorgarten mit der Anlegestelle für einen Kahn gehören zu jedem Haus. Mit einem Ausflugsschiff kann man direkt an dieser Häuserzeile vorbei fahren.

Klein Venedig ist die Kulisse für das jährlich im August stattfindende „Fischerstechen“ der Bamberger Schiffer- und Fischerzunft. Das Fischerstechen ist der Höhepunkt bei der „Sandkerwa“, dem größten Volksfest von Bamberg. Bereits im 15. Jahrhundert wurde das „Stechen“ zur Belustigung des Fürstbischofs und der Bevölkerung veranstaltet. 

In Klein Venedig gibt es natürlich auch die Möglichkeit, mit einer Gondel die Regnitz entlang zu fahren.

Das alte Schlachthaus

mit einer Ochsenskulptur an der Fassade ist auch von der Unteren Brücke aus zu sehen.

Das Gebäude wurde 1742 als Ergänzung zum alten Schlachthaus gebaut. Es war Bambergs erstes Schlachthaus für Großviehschlachtung. Schlachtabfälle warf man in den Fluß. Die Händler boten ihre Fleischwaren auf „Fleischbänken“ auf der Straße an. Aufgrund der Vielzahl der Verkaufsstände und des starken Geruchs der ungekühlten Tierkadaver baute man 1863 eine Fleischhalle an den Schlachthof. Bis 1928 fand im Schlachthaus noch der Verkauf statt. Seit 1983 ist in dem Gebäude die Bibliothek der Universität Bamberg zu finden. Der

Kranen

war einst die Verbindung der Waren zwischen Wasser- und Landweg. Kaiser Friedrich I. Barbarossa verlieh Bamberg im Jahr 1156 das Stapelrecht. Mit diesem Recht wurde Bamberg zur Hafenstadt. Zum Kranen transportierten die Bamberger mit Fuhrwerken ihre Waren oder holten die mit Schiffen gelieferten Waren ab. Die Kaufleute mußten jedoch vor dem Abtransport ihre Waren drei Tag den Einheimischen zum Kauf anbieten. Aus dem einst hölzernen Kran wurde später ein gusseiserner. Ähnliche gusseiserne Kräne stehen heute noch am Ufer der Regnitz.

Will man eine Hafenrundfahrt machen, kommt man an der Bronzeplastik des Künstlers Igor Mitoraj vorbei. Das Thema bei seinen Werken ist der menschliche Körper, seine Schönheit und Zerbrechlichkeit. Durch gezielte Beschädigungen der Oberfläche oder Weglassen ganzer Teile will der Künstler die Verwundbarkeit des Menschen zum Ausdruck bringen.

Das Hochzeitshaus

war das ehemaligen Gasthaus Zum wilden Lamm. Eine erste urkundliche Erwähnung findet das Gebäude im Jahr 1484. Im Gasthaus quartierte sich Albrecht Dürer im Jahr 1517 ein. Er kam als Gast des Fürstbischofs, den er porträtieren sollte. So gelangte das Gasthaus zu hohem Ansehen. 1605 erwarb die Stadt Bamberg das Anwesen und begann den Neubau einer Bürgertrinkstube. Als die Räumlichkeiten für Familienfeierlichkeiten nicht mehr ausreichten, baute man das „Hochzeitshaus“ am Kranen. Die Stadt erzielte durch die Vermietung hohe Einnahmen. Das Anwesen nutzt seit 1723 die Universität Bamberg.

Zöpfl-Haus

In der Nähe vom Schloss Geyerswörth an der Ecke Habergasse und Am Kanal befindet sich das „Zöpfl-Haus“. Das denkmalgeschützte Gebäude in der Bamberger Altstadt wird erstmals 1460 erwähnt. Um 1694 ist das Haus entstanden, wie es heute zu sehen ist. Die ehemalige Buchdruckerei F. Zoepfl wurde 1879 gegründet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Ausstellung, die an die historischen Techniken des Buchdrucks erinnern. Bamberg wird nach Mainz als der weltweit zweite Ort des Buchdrucks bezeichnet.

Grüner Markt

Der Neptunbrunnen am Grünen Markt in der Bamberger Altstadt ist ein barocker Brunnen mit der Darstellung vom römischen Meeresgott Neptun. Er stammt aus dem Jahr 1566. Bamberger nennen die Figur den „Gabelmann“, weil er einen Dreizack hält. Der Platz um den Brunnen ist ein beliebter Treffpunkt in der Bamberger Fußgängerzone.

Rund um den Neptunbrunnen findet der „Grüne Markt“, ein Wochenmarkt statt.

Die Kirche St. Martin

ist die katholische Pfarrkirche am Grünen Markt. Im Jahr 1248 befand sich auf dem Areal der St. Martins Kirche das Kloster in der Au vom Karmelitenorden mit Klosterkirche. Das Anwesen wurde 1589 bei einem Tauschhandel dem Bistum Bamberg überlassen. Im Jahr 1611 übernahmen die Jesuiten das Kloster. Die Kirche vom ehemaligen Karmeliterorden wurde abgerissen.

Im Jahr 1686 wurde die riesige St. Martin Kirche innerhalb von sieben Jahren fertiggestellt. Baumeister waren die Brüder Georg und Leonhard Dientzenhofer. Die Brüder bauten auch die Neue Residenz, die Kloster Banz, Ebrach und Michelsberg sowie in Pommersfelden das Schloss Weissenstein im Stil des fränkischen Barock. Mit der Vollendung des Kirchturms im Jahr 1696 wurde gleichzeitig der Grundstein für das, auf dem Anwesen befindliche Jesuitenkolleg gelegt.

Im Hochaltar sieht man das Altarbild von Sebastian Reinhard aus dem Jahr 1712. Es stammt noch aus der alten Kirche St. Martin.

Am Tabernakel sind Weiß- und Goldfassungen von Matern Bossi aus dem Jahr 1791.

Besonders erwähnenswert ist die „Scheinkuppel“ von Francesco Marchini aus dem Jahr 1716 über dem Eingang des Chors.


In der Dominikanerstraße

befindet sich das ehemalige Dominikanerkloster mit Kirche. Heute ist im Klostertrakt das Staatliche Bauamt. Die Kirche wird von der Universität als Aula genutzt.

Im ehemaligen Klosterhof ist der Biergarten der benachbarten

Brauerei Schlenkerla.

Nachdem wir noch nie ein „Schlenkerla“ getrunken haben, entscheiden wir uns für einen Besuch der historischen Brauereigaststätte.

Das Gebäude wird erstmals im Jahr 1405 unter dem Namen „Haus zum Blauen Löwen“ urkundlich erwähnt. Als ein Büttner (Hersteller von Behältern aus Holz) im Jahr 1538 Eigentümer des Anwesens wurde, errichtete er die Gaststätte „Zum Blauen Löwen“. Johann Wolfgang Heller, ein Büttner und Brauer wird 1767 Besitzer der Brauerei und ändert den Namen auf „Brauerei Heller“. Sechs Generationen aus der Familie Heller führen die Brauerei weiter.

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Ab dem Jahr 1866 ist Konrad Graser der Besitzer der Brauerei und erhält somit auch das Braurecht, das bereits seit 1154 mit dem Anwesen verbunden ist. Der Sohn von Konrad Graser, Andreas Graser, hatte aufgrund eines Unfalls einen „schlenkernden Gang“. Der Volksmund bezeichnete ihn „Schlenkerla“. Er wird zum Namenspatron des „Rauchbiers“. 

Michael Graser übernimmt 1907 das väterliche Erbe. Nach einem Bamberger Sprichwort „Wer ein gutes Bier gebräut, zu dem laufen alle Leut“ reichte der Platz in der Wirtsstube nicht mehr aus. 

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Vom Bayerischen Staat pachtete Michael Graser die, an sein Anwesen angrenzende Dominikanerklause vom ehemaligen Kloster auf 99 Jahre. Das frühgotische Kreuzgewölbe war vermutlich der älteste Teil des Klosters.

Das Aecht Schlenkerla Rauchbier wird auch heute noch traditionell in Eichenholzfässern gelagert und ausgeschenkt. 

Der Geschmack vom Schlenkerla

Ja, wie hat uns denn das „Schlenkerla“ geschmeckt. Unser erster Eindruck war, „da stimmt etwas nicht, das schmeckt ja wie Geräuchertes“. Tapfer haben wir uns nochmal eine Halbe Schlenkerla bestellt und tatsächlich, es wurde mit jedem Schluck süffiger. Unser Fazit: es ist gewöhnungsbedürftig. Wir haben uns noch erklären lassen, wie der Geschmack zustande kommt. 

Das Schlenkerla wird, wie andere Biere auch, nach dem Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 gebraut. Es besteht aus Gerste, Wasser und Malz. Der Unterschied besteht beim Malz. Das Malz trocknet (darrt) über Buchenholzfeuer. Dieser Rauch verleiht dem Bier sein spezielles Aroma. Das Bier reift mehrere Wochen im über 600 Jahre alten Felsenkeller unter dem Stephansberg.

Der Bamberger sagt: „Wer kein Schlenkerle getrunken hat, war nicht in Bamberg“. Jetzt können wir sagen“wir waren in Bamberg“.

Gegenüber vom Gasthaus Schlenkerla ist mit der schönen Fachwerkfassade das 

Hotel Alt Ringlein.

Das Gebäude wird erstmals 1302 erwähnt. Es befindet sich in Privatbesitz.

Nachdem wir mehrere Tage in Bamberg waren, besuchten wir auch noch die

Gasthausbrauerei Ambräusianum.

Es ist die jüngste und kleinste Brauerei in Bamberg. Die Erlebnisbrauerei wurde 2004 gegründet. In mitten der Gaststube steht die Maisch-/Sudpfanne und der kupferne Läuterbottich. Die Gäste können den Brauvorgang live mitverfolgen. Die Ausstattung der Erlebnisbrauerei stammt von der ältesten Brauereimaschinenfabrik der Welt, der Bamberger Firma Caspar Schulz. 

Der Bamberger Ambros Mahr erfüllte sich seinen Jugendtraum und kaufte die fast neue Kleinbrauanlage in Berlin. Er stellte die Anlage in seinem Vaterhaus auf. So kam sie wieder nach Bamberg zurück. Gebraut wird im Ambräusianum helles und dunkles Bier sowie ein bernsteinfarbenes Weizenbier. 

Im Jahr 1905 gab es in Bamberg noch 41. Brauereien. Unter den Brauern besteht keine Einigkeit, ob in Bamberg noch 9 oder 12 oder gar 13 Brauereien existieren. Das werden wir hier auch nicht klären können. 

Gasthausbrauereien oder Brauereien

Zu der bereits genannten Klosterbräu, Schlenkerla und Ambäusianum kommen noch die

Brauerei Spezial in der Oberen Königstraße. Die Brauerei zählt nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den traditionsreichsten in Bamberg. Das Anwesen gilt als typisches Beispiel für einen Braubetrieb im 16. Jahrhundert.

Das „Fässla“ findet man gegenüber die Brauerei Spezial am ehemaligen Steinweg. Im Jahr 1649 erwirbt der Büttnermeister Johann Kauer das Anwesen und errichtet die Braustätte. Der Name „Schwanen- und Fässleinswirtshaus“ taucht um 1796 auf. Seit 1978 ist das Fässla im Besitz der Familie Kalb. Neben einem Lagerbier wird hier das Starkbier „Bambergator“ gebraut. Es ist mit 8,5 Volumenprozent Alkohol der stärkste Doppelbock in der Region.

Die Brauerei Keesmann in Wunderburg wurde im Jahr 1867 gegründet. Die Familie Keesmann ist noch heute im Besitz der Brauerei. Hier sollte man unbedingt das „Keesmann Pils“ probieren.

Eine größere Brauerei ist Brauerei Mahr im Stadtteil Wunderburg. Die Ursprünge der Brauerei reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Auf dem Anwesen wird 1602 ein Gasthof mit Brauhaus unter dem Namen „Ziegelhütte“ erwähnt. Bis 1900 hatte die Brauerei den Namen „Zum Brenner“. Seit 1895 ist die Brauerei Mahr im Besitz der Familie Michel.

Den Namen Brauerei Greifenklau hat die Brauerei vom Domkapitular Franz Friedrich von Greifenklau. Er hat im 18. Jahrhundert mehrere Grundstücke auf dem Kaulberg erworben. Er ließ ein Wirts- und Brauhaus mit Stadel und Stallung errichten. Nach wechselnden Besitzern ersteigert Braumeister Sigmund Brockard das Anwesen. Es ist heute noch im Besitz der Familie.

Die Brauerei Kaiserdom ist die größte Braustätte im Stadtteil Gaustadt. Sie hat einen Ausstoß von 260.000 hl und ist international tätig. Die Tradition des Bierbrauens reicht bis ins Jahr 1718 zurück. Die Familie Wörner ist seit 1910 im Besitz der früheren „Bürgerbräu“.

Der Maximiliansplatz

liegt in der Fußgängerzone von Bamberg und ist der größte Platz in der Innenstadt. Er wurde nach König Maximilian I. Joseph von Bayern benannt. Hier finden Märkte und kulturelle Veranstaltungen statt.

In der Mitte vom Platz steht der Maximiliansbrunnen. Er wurde nach dem Bayerischen König benannt. Den Brunnen hat 1888 Ferdinand von Miller geschaffen. König Maximilian II steht auf dem Hauptpfeiler. Unter ihm sind Statuen bedeutender Persönlichkeiten von Bamberg zu sehen. Das sind Heinrich II., Kunigunde von Luxemburg, König Konrad der III. und Otto von Bamberg. 

Maximiliansplatz Bamberg

Das Neue Rathaus und das Katharinenspital am Maximiliansplatz wurde 1732 und 1737 von Balthasar Neumann entworfen. Gebaut hat es J.H. Dientzenhofer. Im Neuen Rathaus war bis 1933 ein Priesterseminar. 1939 wurde der Altbau im hochbarocken Palaisstil erweitert. 

Das Katharinenspital ist heute im Privatbesitz.

Nahe dem Maximiliansplatz, in der Hauptwachstraße, ist die ehemalige 

Hauptwache.

Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim ließ das Gebäude für das Militär im Barockstil von 1772 bis 1774 errichten. An der Fassade sind militärische Trophäen- und Wappenreliefs zu sehen. Heute ist es ein Geschäfts- und Wohnhaus.

Von hier führt eine Straße zum

Heumarkt

dem, wie schon der Name sagt, Handelsplatz für Heu. Ein, zur damaligen Zeit sehr wichtiger Handelsplatz. Vielleicht war wegen der Brandgefahr vom lagernden Heu gleich gegenüber die Feuerwehr untergebracht. Heute sind hier Seminarräume der Universität.

Das Gebäude, das an die Feuerwehr anschließt, ist das ehemalige Haus des Stadtphysicus. Der Stadtphysicus war im Spätmittelalter ein vom Stadtrat bestimmter Arzt, der neben seiner privaten Praxis die Aufgaben des heutigen Gesundheitsamtes wahrnehmen mußte.

Auch am Heumarkt liegt diese „Schönheit“. Es ist die Skulptur vom kolumbianischen Künstler Botero „Frau mit Frucht“. Der Künstler hatte 1999 insgesamt 15 Bronze-Figuren im Stadtbereich ausgestellt. Viele Bamberger konnten sich mit der „drallen Fülle“ der weiblichen Körper nicht anfreunden. Eine Bürgerinitiative sammelte Gelder für einen Ankauf der Figuren. Es reichte dann nur für die „Frau mit Frucht“.

Schöne Gebäude in Bamberg

In der Lange Straße ist uns dieses schöne Haus aufgefallen. Es ist das „Haus zum Saal„, ein ehemaliges Bürgerhaus. Der Kern des Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert. Domdekan Sigismund von Aufseß änderte im Jahr 1715 die Front zur Straße. Das Gebäude erhielt Barockformen, ein Barockportal und die Hausfigur Immaculata. 

Wer gerne prachtvolle alte Bürgerhäuser sehen möchte, sollte unbedingt einen Spaziergang durch die Lange Straße machen. Viele der Gebäude in der Straße haben einen Namen. So gibt es das Haus zum Blauen Löwen, das Haus zur Rose, das Haus Zum Güldenen Stern oder das Haus Zum Kranich oder Zum Storch.

Die Villa Dessauer ist in der Hainstraße. Sie wurde 1884 im Stil der Neorenaissance vom jüdischen Hopfenhändler Carl Dessauer errichtet. Die prächtige Villa stand lange Zeit im gesellschaftlichen Mittelpunkt der „besseren“ Bamberger Gesellschaft. Seit 1987 befindet sich die Stadtgalerie in dem Gebäude.

In der Judenstraße steht das „Böttingerhaus“. Das von 1707 bis 1713 erbaute Gebäude hat Hofrat Johann Ignaz Michael Tobias Böttinger in Auftrag gegeben. Vorbild für seinen Bau war ein italienischer Palazzi. Der Bau sollte den Wohlstand des, aus bürgerlichen Verhältnissen stammenden Bauherrn zeigen. 

Die Villa Concordia

ein barockes Wasserschloss, ließ Ignaz von Böttinger im Jahr 1716 erbauen. Baumeister war Johann Dientzenhofer. Seit 1998 wird das Gebäude vom Freistaat Bayern als Künstlerhaus genutzt. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, Lesungen und Konzerte mit Stipendiaten statt. Als Stipendiaten werden Künstler, Sportler, Schüler oder Studierende bezeichnet, die eine Begabtenförderung erhalten. Stipendiaten aus dem In- und Ausland können in der Villa Concordia für 5 bis 11 Monate leben und arbeiten.

Der Neue Ebracher Hof

ist das denkmalgeschützte Stadtpalais des Klosters Ebrach aus dem 18. Jahrhundert. Das Gebäude ist nur wenige Minuten von der Villa Concordia entfernt. Es ist die Außenstelle des Künstlerhauses. Hier befinden sich weitere Künstlerwohnungen und Ateliers.

Der Alte Ebracher Hof

war das erste Stadtpalais des Klosters Ebrach. Das denkmalgeschützte Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Gebäude hatte von 1264 bis zum Bau des Pfründehauses im Jahr 1679 den Namen „zu dem Esel“. Der Name stammt vermutlich von den Brüdern Eseler, die urkundlich anläßlich einer Schenkung im Jahr 1264 erwähnt wurden. Das Gebäude befindet sich heute in Privatbesitz.

In der Judenstraße

sind noch mehrere bemerkenswerte Bürgerhäuser zu sehen. Sie stammen teilweise noch aus dem 16. Jahrhundert. Auch hier haben die Häuser einen Namen. So gibt es außer dem ehemaligen Brauhaus zum Löwen, das Gasthaus Zum schwarzen Adler, das man später Gasthaus zum Polarbär benannte. Wir sehen das ehemalige Gasthaus Zum Blümlein und das Haus zur Trommel. Zwischen den Gebäuden sind immer wieder schmale Gassen, wie auf dem Foto unten die „Schimmelsgasse“

Auf zur Neuen Residenz

Von der Oberen Sandstraße laufen wir entlang der „Futtermauer“. Die Futtermauer ist eine Stützwand mit der ein steiler Hang verkleidet wird. Die Mauer hat auf einer Seite Kontakt mit dem Erdreich. Sie dient dem Schutz vor Erdrutsch und Steinschlag. 

Grünhundsbrunnen

Auf unserem Weg zur Residenz kommen wir am Grünhundsbrunnen vorbei. Der Brunnen stammt aus dem 17./18. Jahrhundert. Über dem Muschelkalkbecken ist ein Sandsteinrelief mit einem Hund angebracht. Seinen Namen hat der Brunnen von der Bamberger Bürgerfamilie „Grünhunt“.

Ein Fachwerkhaus mit Nebengebäude aus dem Jahr 1750 steht am Grünhundsbrunnen Nummer 3. An der Wand des Nebengebäudes ist die Skulptur der „Kreuzschlepper“ zu sehen. Die Skulptur stammt vermutlich aus dem Jahr 1880.

Das eiserne Tor

steht in der Residenzstraße die uns zum Domplatz führt. Das Tor ist auf Sandsteinquadern im Jahr 1791 gebaut worden. In der Mitte wurde ein schmiedeeisernes Wappen angebracht.

Beim unserem „Aufstieg“ zum Domplatz haben wir einen schönen Blick auf Bamberg.

Toll finden wir die „Gärten“ mit Tomatenpflanzen und Hochbeeten über den Dächern von Bamberg. 

Es sind noch 500 m bergauf zum Domplatz .

An der Mauer der Residenz sehen wir die unten abgebildete Gedenktafel. Wir fragen uns: warum hat der Mann den Freitod gesucht. Wir erkundigen uns im Internet. Hier erfahren wir, daß der Marschall beim König in Ungnade gefallen, weil er ihm einen Brief von Napoleon verheimlicht hat. Es ist nicht geklärt, ob es sich bei diesem Fenstersturz um eine Freitod oder einen Umfall handelte.

Geschafft! Wir stehen am Domplatz vor der Neuen Residenz. 

Der Domplatz

ist geschichtlich bedeutsam. Hier stand die Babenburg aus der sich die Stadt Bamberg entwickelte. 

Der Domplatz befindet sich auf dem Domberg, dem berühmtesten der sieben Hügel von Bamberg. Bereits in der Bronzezeit war auf dem Berg eine Siedlung.

Die Neue Residenz

entstand in mehreren Bauabschnitten. In den Jahren 1604 bis 1611 ließ Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel die beiden westlichen Flügel im Stil der Renaissance errichten. Sie befinden sich gegenüber der Alten Hofhaltung. Lange Zeit war die Neue Residenz der größte Profanbau und das politische Zentrum von Bamberg. Ein Profanbau ist ein Bauwerk, das für weltliche Zwecke genutzt wird. 

Eine Führung über drei Stockwerke geht durch drei Prunkappartements. Wir sehen viele Meisterwerke. Zu bestaunen gibt es Möbel, große Gemälde, Skulpturen und Textilkunst aus vier Jahrhunderten.

Im ersten Obergeschoss

befindet sich das Tafelzimmer, der Weisse Saal, der Speisesaal, ein Vorzimmer, ein Audienzzimmer und das chinesische Kabinett. 

Weißer Saal

Tafelzimmer

Audienzzimmer

Im zweiten Obergeschoss

ist der bedeutendste Saal, der Kaisersaal. Gemalt wurde er vom Tiroler Maler Melchior Steidl von 1707 bis 1709. Steidl hat den Kaisersaal mit Fresken, architektonischer Scheinmalerei und Stuck ausgestattet. Das Hauptbild befindet sich an der Decke. Es zeigt den Triumphzug der Weisheit. Das Deckengemälde vermittelt den Eindruck, als würde sich der Saal gegen den Himmel öffnen. Mit der optischen Täuschung gelang es dem Maler, die Decke viel höher erscheinen zu lassen, als sie in Wirklichkeit ist. 

An den Pfeilern rundum den Saal sind die 16 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs abgebildet. Die überlebensgroßen Portraits zeigen den Bistumsgründer Heinrich II. und gehen bis zum regierenden Kaiser Joseph I.

Kaisersaal

Dann ist noch ein Vorzimmer, ein Gesellschaftszimmer, das Kaiserzimmer und der grüne Salon zu besichtigen.

im Gesellschaftszimmer

im Kaiserzimmer

der grüne Salon

Im venezianischen Kabinett steht die Wiege des Prinzen Luitpold von Bayern.

Das Kurfürstliche Appartement

befindet sich ebenso in der zweiten Etage. Das Wohnappartement von Fürstbischof Lothar Franz ist bereits 1696 entstandenen. Es wird als „Kurfürstliches Appartement“ bezeichnet. Johann Jakob Vogels führte die Stuckarbeiten aus. 

Zum Appartement gehört ein inneres und äußeres Vorzimmer, der Prinzessinsaal, das Audienzzimmer, das Wohn- und Schlafzimmer.

1707 wohnte Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, die spätere Gemahlin von Kaiser Karl VI. in dem Appartement. Sie hat hier Religionsunterricht unter Fürstbischof Lothar Franz erhalten. Im Bamberger Dom trat sie dann zum katholischen Glauben über. Seitdem wird der Saal der „Prinzessinsaal“ genannt.

Im Audienzzimmer steht der Schreibtisch, an dem Napoleon am 6. Oktober 1806 die Kriegserklärung gegen Preußen unterschrieben hat.

Prinzessinsaal

Audienzzimmer


Schlafzimmer

Die Neue Residenz heute

Eigentümer der Residenz wurden im Jahr 1802 die Bayerischen Wittelsbacher. Nach dem Tod des letzten Fürstbischofs Christoph Franz von Buseck bezog Herzog Wilhelm von Bayern mit seiner Familie die Residenz. Danach wohnten Persönlichkeiten, wie der Kronprinz und spätere König Maximilian II. im Palast. Das abgedankte griechische Königspaar Otto und Amalie war hier im Exil. Zeitweise wohnte Erbprinz Rupprecht mit seiner Frau Marie Gabriele in der Residenz.

1919 hat die Bayerische Regierung mit dem gesamten Landtag in das Anwesen bezogen. Bereits im selben Jahr hat die Regierung das Gebäude wieder verlassen. Seit dieser Zeit ist die Neue Residenz ein Museum.

Die Staatsgalerie 

befindet sich im Barockflügel an der Ostseite der Residenz. Den Auftrag zum Bau erteilte Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn. Baumeister und Architekt war Leonhard Dientzenhofer. Erbaut wurde dieser Teil der Residenz in den Jahren 1697 bis 1703.

In der Staatsgalerie gibt es eine altdeutsche und eine barocke Abteilung. Ferner sind in der Galerie bedeutende Skulpturen des Rokokobildhauers Ferdinand Tietz zu sehen.

In der Altdeutschen Abteilung werden Meisterwerke der Spätgotik und Frührenaissance des bayerischen Staates und der Stadt Bamberg ausgestellt. Die Gemälde gehören zu den bedeutenden Werken bambergischer, fränkischer und kölnischer Malerei. 

Die Barock Abteilung zeigt Werke von Johann Michael Bretschneider und Otto van Feen, dem Lehrer Rubens. Weiter zu sehen sind Gemälde von Jan Lievers, einem Zeitgenossen von Rembrandt. Ein Raum mit 40 Kunstwerken ist Bamberger Fürstbischöfen gewidmet. 

Lesen konnten wir, dass „Die Sintflut“ von Hans Baldung Griens aus dem Jahr 1516 das berühmteste Gemälden der Galerie ist.

Die Beschreibung der Staatsgalerie klingt sehr interessant. Für eine Besichtigung waren wir leider zu spät. Das holen wir vielleicht bei einem weiteren Besuch in Bamberg nach. Besucht haben wir die

Staatsbibliothek.

Es handelt sich um eine wissenschaftliche Bibliothek mit geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt. Sie befindet sich auch im Ostflügel der Neuen Residenz. Hier war einst die Bischöfliche Verwaltung. Eine Führung geht durch Archivräume, in denen die Originale von Archivtruhen und Regalen aus dieser Zeit ausgestellt sind.

Der Rundgang geht auch in die Dominikaner Räume. Hier werden ca. 11.000 Bände des Herzogs Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken aufbewahrt. Die einheitlichen Rokoko-Einbände repräsentieren eine Fürstenbibliothek des 18. Jahrhunderts. Die Regale in den Räumen stammen aus dem ehemaligen Bamberger Dominikanerkloster.

Der Repräsentationsraum des Archivs entstand unter Fürstbischof Franz Konrad von Stadion und Thannhausen mit einer Rokoko-Balustrade. 

Der Vierzehnheiligensaal befindet sich in der dritten Etage. Es war der Bibliothekssaal des Fürstbischofs. Die Wände wurden im Jahr 1843 mit Scheinmalereien im pompeianischen Stil verziert.

Für jedermann zugänglich ist die Eingangshalle und der Lesesaal der Staatsbibliothek. Im 18. Jahrhundert war es der Audienz- und Sommersaal der Bamberger Fürstbischöfe. Im Lesesaal befand sich die Hofkapelle. Unter dem Lesesaal war der Weinkeller. Heute ist im Weinkeller das Magazin der Bibliothek.

Eingangshalle

Bei Ausstellungen in der Staatsbibliothek kann das Sterngewölbe (das ehemalige Bad) und der Scagliolasaal (ursprünglich Gartensaal, später Sakristei) besichtigt werden. Scagliola nennt sich die Technik, mit der die Wände im Raum verziert sind. Mit den Dekorelementen aus Stuckmarmor zählt der Saal zu den schönsten Räumen der Neuen Residenz.

Der Lesesaal ist mit moderner Technik ausgestattet. Dem Besucher stehen Buchscanner und Bibliothekscomputer zur Verfügung. In der Freihandbibliothek kann man auf circa 10.000 Bände zugreifen.

Schön ist der Blick von der Bibliothek in den

Rosengarten.

Wir lesen, dass an dieser Stelle im 16. Jahrhundert ein Renaissancegarten angepflanzt war. Zum Garten gehörte eine Muschelgrotte, ein Sommerhaus und zwei Springbrunnen.

Im Jahr 1733 wurde unter Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn der Garten in eine barocke Anlage umgestaltet. Die Pläne stammten von Balthasar Neumann. Er hat die Anlage erhöht und um eine Terrasse erweitert. 

Die Struktur des Gartens, mit dem zentralen Brunnen, geht auf das Jahr 1755 zurück. Aus dem Jahr 1756 stammt der Rokoko-Gartenpavillon, in dem sich heute ein Café befindet. In den Beeten sind rund 4500 Rosen in 50 verschiedenen Sorten angepflanzt. 

Von der Balustrade des Rosengartens hat man einen schönen Blick auf die Altstadt von Bamberg.

Auch der Michelsberg mit dem ehemaligen Benediktinerkloster ist gut zu sehen. Wir gehen weiter zur 

Alten Hofhaltung am Domplatz.

Hier befinden sich die Wohn- und Wirtschaftsgebäude vom fürstbischöflichen Hof. Bereits vor der Alten Hofhaltung war an diesem Platz die „Pfalz“ von Kaiser Heinrich II. Im Mittelalter heisst der Verwaltungssitz des Kaisers „Pfalz“. Hier machte der Kaiser Station, wenn er durch sein Land reiste.

Mit der Gründung des Bistums im Jahr 1007 wurde die Pfalz zum Wohnsitz des Bischofs. Aus dieser Zeit ist noch ein Saalbau sowie die Katharinenkapelle erhalten. Nach dem Umzug des Fürstbischofs in die Neue Residenz nutzte man die Gebäude als Kanzlei, Bibliothek und Ratsstube.

Unter Fürstbischof Veit II von Würzburg wurden Teile des Gebäudes abgerissen. Das Renaissancegebäude, wie es heute zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1570. Am Erker sind unterhalb der Fenster Wappen von Adelsgeschlechtern eingemeißelt. 

Beeindruckend ist die „Schöne Pforte“ von Bildhauer Pankras Wagner. Sie zeigt in einem Relief die Muttergottes sowie die Heiligen Petrus, Georg, Kunigunde und Heinrich. Die Flüsse Main und Regnitz hat er als Person dargestellt. 

Im Innenhof befindet sich das Historische Museum und die Katharinenkapelle. Die Kapelle steht für Trauungen zur Verfügung. In der Dombauhütte kann man die traditionellen Handwerkstechniken der Steinmetze kennenlernen. 

Calderón-Festspiele in der Alten Hofhaltung

Im Sommer finden im Innenhof der Alten Hofhaltung die Calderón-Festspiele statt. Natürlich wollen wir wissen, was die Calderón-Festspiele“ sind. Wir erfahren, dass Bamberg 1973 zum tausendjährigen Bestehen dem Publikum etwas Besonderes bieten wollte. Durch den Musikdirektor des Theaters am Schillerplatz, E.T.A. Hoffmann war Petro Calderón de la Barca in Bamberg bekannt. Calderón war ein berühmter spanischer Dramatiker. Zum tausendjährigen Geburtstag von Bamberg entschied man sich, Werke von Calderón aufzuführen. Das war die Geburtsstunde der Calderón-Festspiele. 

Zur Erklärung: E.T.A. sind die Vornamen des Musikdirektors Hoffmann. Sie lauten Ernst Theodor Amadeus. Da ist doch verständlich, dass der Name abgekürzt wird. 

Es gibt auch noch eine nette Geschichte zum Schriftsteller Hoffmann. Es soll in seiner Studienzeit einer alten Apfelhändlerin -Apfelweibla- den Korb umgestossen haben. Anstatt ihr zu helfen, flüchtete er. Als er später einmal wieder an dem Haus Eisgrube 14 vorbei kommt, erscheint ihm die Frau im Türgriff. Vor Schreck soll in Ohnmacht gefallen sein.

In diesem nur 3,5 m breiten „Haus“ hat E.T.A. Hoffmann in den beiden oberen Stockwerken von 1809 bis 1813 gewohnt. Heute befindet sich hier ein Museum in dem Erstausgaben, Graphiken, Fotos und Autographe zu sehen sind.

Der Bamberger Dom St. Peter und St. Georg

ist die letzte Sehenswürdigkeit, die wir auf dem Domberg besuchen. Der romanische Dom zählt zu den Kaiserdomen und gehört mit seinen vier Türmen zum Unesco Kulturerbe der Bamberger Altstadt. 

Geschichte vom Dom

Im Mittelalter stand am Platz des Bamberger Doms der Heinrichsdom. Er wurde im Jahr 1004 von Kaiser Heinrich II., dem Gründer des Bistums Bamberg in Auftrag gegeben. Gebaut wurde der Dom über den Fundamenten einer Kapelle und dem Friedhof von Babenburg. Kaiser Heinrich II. hatte den Grund von seinem Vater Heinrich dem Zänker geerbt. An seinem Geburtstag, dem 6. Mai 1012 wurde der Dom zu Ehren des Apostels Petrus, der Muttergottes Maria und des Heiligen Georg geweiht. Bei der Domweihe waren 45 Bischöfe und viele weitere Würdenträger anwesend. Im Mittelalter waren bei keiner anderen Domweihe so viele Würdenträger anwesend. 

Im Jahr 1081 fiel der Dom einem Großfeuer zum Opfer. 1087 wurde er provisorisch wieder aufgebaut. 1185 brach erneut ein Großfeuer aus. Der Dom mußte abgerissen werden. 

Vermutlich um 1190 wurde mit dem Bau des heutigen Doms begonnen. Am 21. Juni 1208 wurde Philipp von Schwaben kurz vor seiner Kaiserwahl in der Alten Hofhaltung vom bayerischen Pfalzgrafen ermordet. Der Königsmord hat die Bauarbeiten für einige Jahre unterbrochen.

Im Jahr 1220 wurde der Bau unter dem Bamberger Bischof Ekbert von Andechs-Meranien im Stil der Frühgotik wieder aufgenommen. Der größere Ekbert Dom wurde am 6. Mai 1237 feierlich eingeweiht. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Dom unter Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg im Stil des Barock weitergebaut. 

Im Jahr 1611 beschloß das Domkapitel, daß die Farbe an den Wänden entfernt aber nicht gestrichen werden sollte. Auch die farbigen Glasfenster wurden ausgetauscht. Ab 1626 wurden die Wände dann doch geweißelt. Die Pfeiler setzte man im Kontrast dazu dunkelfarbig ab. Unter dem bayerischen König Ludwig I. wurde der Dom wieder in den romanischen Stil zurückversetzt.

Der Ostchor

Der Hauptaltar befindet sich im romanisch gebauten Ostchor. Er ist ist der Georgenchor. Nachdem der Altar höher liegt als das Mittelschiff, konnten die Gläubigen bei der Messe nicht zusehen. Das Zentrum einer Messe betonte man deshalb durch das Fresko in der Halbkugel über der Apsis. 

Es stellt Christus als der Wiederkommende mit ausgebreiteten Armen dar. Über seinem Kopf ist die Hand Gottes. Zu seinen Füssen sind zwei Hirsche, die aus einer Quelle trinken. Link und rechts sind Symbole der vier Evangelisten gemalt. Matthäus wird als Mensch, Markus als Löwe, Lukas als Stier und Johannes als Adler dargestellt. Auch Schutzpatrone des Doms sind in dem Gemälde verewigt. Petrus wird mit einem Schlüssel und dem Modell des Doms und Georg in einer Rüstung mit Speer und Schuld dargestellt.

Das Chorgestühl im Ost- und Westchor gehört zur ältesten Ausstattung des Doms und sind aus dunklem Holz geschnitzt. Das östliche Chorgestühl ist um 1300 entstanden. Im Jahr 1370 wurde es erweitert und 1572 umgestaltet. Die Schnitzarbeiten beim Chorgestühl des Ostchors sollen das Überwinden des Bösen symbolisieren.

An einem Pfeiler beim Aufgang zum Ostchor befindet sich die Skulptur des Bamberger Reiters, einem bedeutenden Wahrzeichen von Bamberg. Der Bamberger Reiter trägt eine Krone und soll das mittelalterliche Schönheitsideal verkörpern. Die aus Sandsteinblöcken gearbeitete Skulptur wurde zwischen 1225 und 1237 angefertigt. Sie war ursprünglich farbig gefasst. Bis heute ist unklar, wen die Skulptur darstellt. Aufgrund der Positionierung im Hauptschiff soll es sich um eine bedeutende Persönlichkeit handeln. Im 20. Jahrhundert wurde der Bamberger Reiter als „Deutsches Idealbild“ instrumentalisiert.

Im Mittelschiff

steht das Hochgrab vom Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde. Geschaffen wurde das Grab 1513 von Tielmann Riemenschneider. Auf der Deckplatte ist das Kaiserpaar abgebildet. An den Seiten befinden sich Reliefs die Legenden aus dem Leben des Kaiserpaares erzählen.

Jahrhundertelang wurden an den, bis zu 28 Altären vom Dom täglich Gottesdienste zu Ehren vom Herrscherpaar Heinrich und Kunigunde abgehalten. Das Volk wurde nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Der Dom war jedoch grundsätzlich für Normalsterbliche nicht gedacht. 

Der Westchor

Beim Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1865 wurde dann beschlossen, dass die Messe nur noch an einem Altar, dem Volksaltar, abgehalten werden sollte. 1970 baute man hierfür eine Altar-Insel vor den Westchor. Am „Volksaltar“ sind 12 Bronzetafeln angebracht. Daneben steht das Ambo, ein erhöhtes Pult, für biblische Lesungen.

Die Kreuzigungsgruppe, die sich am Altar hinter dem „Volksaltar“ befindet, wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts vom Bildhauer Justus Glesker geschaffen.

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Das Chorgestühl im Westchor wurde 1380 aus Eichenholz geschnitzt und mit Reliefs verziert. Die 66 Einzelsitze sind seit Jahrhunderten für das Domkapitel, also die Geistlichen die alle Angelegenheiten um den Dom leiten, reserviert. Noch heute nehmen die Domkapitulare an den ausklappbaren Sitzbänken. Bemerkenswert ist, dass jede Figur im Chorgestühl eine Bezug zur Bibel oder zum christlichen Glauben verkörpert.

Der beeindruckende Radleuchter stammt aus dem Jahr 1909. Er stellt das Himmlische Jerusalem dar. Das mittelalterliche Vorbild hängt in der Aachener Pfalzkapelle.

Weiter sehen wir im Westchor, der dem heiligen Petrus geweiht ist, das Papstgrab von Clemens II., der als zweiter Bischof regierte.

Der Bischofsthron, die Kathedra, stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Das Wort Kathedra kommt von Kathedrale, Bischofskirche. Die Kathedra vom Bamberger Dom wurde Erzbischof Joseph von Schork im Jahr 1899 anlässlich seines 70. Geburtstags geschenkt. Er benutzte sie erst bei seinem goldenen Priesterjubiläum im Jahr 1904.

Die Kanzel im Bamberger Dom entstand 1835. Die Reliefs zeigen Christus und die vier Evangelisten. Heute hat die Kanzel keine Funktion mehr. Die Verkündung findet heute in der Ambo im Westchor statt.

Bereits um das Jahr 1415 gab es eine Orgel im Bamberger Dom. Schon zu dieser Zeit war Orgelmusik das das Kennzeichen festlicher Gottesdienste. Die Orgel wurde hoch oben an der Nordwand des Hauptschiffes angebracht. Die heutige Orgel ist aus dem Jahr 1976.

Seitenschiffe im Dom

Im Nördlichen Seitenschiff befindet sich der Mühlhauser Marienaltar aus dem Jahr 1500. Der Altar stammt aus der evangelischen Pfarrkirche Mühlhausen bei Pommersfelden. Erzbischof von Schorck erhielt ihn geschenkt. Er stiftete den Altar 1904 dem Dom. Im Mittelschrein steht die Statue von Maria auf einer Mondsichel. Auf dem Arm hält sie das Jesuskind. Die Seitenflügel zeigen Geschichten aus dem Leben von Maria und Jesus.

Auch der Georgsaltar ist in diesem Seitenschiff. Der ehemalige Hochalter des Ostchors zeigt die Legende des Heiligen Georg. Der Altar wurde Ende des 16. Jahrhunderts vom Hofmaler Jakob Ziegler im Auftrag von Fürstbischof Veit II. von Bamberg geschaffen. 

Im Südlichen Seitenschiff ist der Marien Altar den der berühmte Nürnberger Bildschnitzer Veit Stoß von 1520 bis 1523 geschaffen hat. In der Mitte ist die Geburt Christi zu sehen. Die rechte obere Tafel zeigt die Geburt Marien, darunter sieht man Jesus im Tempel. Auf der linken oberen Tafel sind die Flucht nach Ägypten und darunter die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige dargestellt.

Veit Stoß hat vorgeschrieben, der Altar nur an besonderen Festtagen aufgeklappt werden soll. Die Festtage sind Weihnachten, Epiphanias, Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Trinitatis, Allerheiligen und an Marienfesten. Außerdem darf der Altar nur mit zwei Kerzen beleuchtet werden, um Verschmutzungen durch Ruß zu vermeiden.

Von hier kommt man zur Nagelkapelle aus dem 13. Jahrhundert. Hier sind viele Domherren bestattet. Ihren Namen hat sie von der Reliquie des Heiligen Nagels, der hier aufbewahrt wird. Kaiser Heinrich II. soll dem Bamberger Domstift den Nagel vom Kreuz Christi geschenkt haben. In der Kapelle wird auch das Allerheiligste aufbewahrt. Sie ist Besuchern für ein Gebet vorbehalten.

Geht man weiter kommt man zur Sakramantskapelle. Sie ist auch ausschließlich betenden Besuchern vorbehalten. 

Die Chorschranken

Beim Bamberger Dom gibt es eine nördliche und eine südliche Ostchorschranke. Im Mittelalter wurden Chorschranken gebaut, um den für das Volk zugänglichen Altarraum von dem Teil abzutrennen, der für liturgische Handlungen und den Klerikern vorbehalten war. Beim Bamberger Dom wurden die Chorschranken gemauert. 

An der südlichen Ostchorschranke sieht man Steinreliefs aus der Zeit um 1205. Abgebildet sind die 12 Apostel, die paarweise in einer Nische stehen. 

Auf der nördlichen Ostchorschranke sind Propheten zu sehen. Eine weitere Figur ist der lachende Engel. Der Engel reicht dem heiligen Dionysius, der sein abgeschlagenes Haupt zu seinem Grab tragen soll, die Krone des Martyriums. 

der lachende Engel

der heilige Dionysius

In der Eingangshalle ist das Grab vom Erzbischof Joseph Friedrich Schreiber.

Die südliche Westchorschranke besteht aus Arkadenreihen mit Kleeblattbögen. Die Westchorschranke wurde während der Bauzeit des Ekbertdoms errichtet.

Die Ostkrypta

des Doms stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Sie wurde 1974 umgestaltet. Man nutzt sie für kleinere liturgische Feiern. 

In der Krypta befindet sich ein Ziehbrunnen, in dem heute noch Wasser ist. Er wird bei Tauffeiern genutzt. Im Seitenschiff ist das Hochgrab von König Konrad III. Gegenüber ist der Steinsarg mit den Gebeinen des ersten Bamberger Bischofs Eberhard und vier weiterer Bischöfe.

Pforten am Bamberger Dom

Die Marienpforte

unter dem nordöstlichen Domturm stammt aus dem Jahr 1200. In der Mitte vom Giebelfeld sitzt die Gottesmutter mit Kind. Neben ihr ist Petrus und Georg, die Patronen des Doms. Hinter den Heiligen stehen die Stifter des Doms, Heinrich und Kunigunde. Außen links steht Bischof Tiemo und rechts der damalige Domprobst. Zu ihren Füßen kniet ein Ritter.

Die Adamspforte

unter dem Südostturm ist ein Stufenbild ohne ein geschmücktes Giebelfeld. Die Originalfiguren stehen im Diözesanmusem. Sie zählen zu den bedeutendstem Bildhauerarbeiten des frühen Mittelalters.

Auf der linken Seite sind der Heilige Stephanus, die Heilige Kaiserin Kunigunde und der Heilige Kaiser Heinrich angebracht. Die Figuren auf der rechten Seite stellen Eva, Adam und den Heiligen Petrus dar. Als besondere Auszeichnung wurde der Dom 1923 durch Papst Pius XI. zu einer Basilika minor (päpstliche Basilika) erhoben. Daher ist über der Adamspforte das Wappen des jeweils amtierenden Papstes angebracht.

Das Fürstenportal

ist das Hauptportal des Doms. Im romanischen Stufenportal stehen die Apostel des Neuen Testaments auf den Schultern der Propheten des Alten Testaments. Das Giebelfeld des Fürstenportals wurde 1225 vollendet. Es stellt das Weltgericht dar in dem Jesus der Mittelpunkt ist. Auf der linken Seite von Jesus halten freudig lachende Selige in gefalteten Händen Märtyrerwerkzeuge. Rechts zieht Luzifer mit einer langen Kette die fratzenhaft grinsenden Verdammten von Christus weg. Darunter sieht man einen Papst, Bischof, König und einen Mann mit einem Sack voll Geld. Zu Füssen von Jesus knien Maria und Johannes der Täufer.

Links vom Portal steht die Statue der Ecclesia als Zeichen für den Neuen Bund, die Kirche. Die Darstellung rechts ist die Synagoge. Sie stellt den Alten Bund, das Judentum dar. In den 11 Säulen links und rechts von der Eingangstür tragen 12 Propheten die 12 Apostel auf den Schultern. Rechts von der Ecclesia steht ein Posaunenengel und Abraham.

Die Veitspforte

ist der am wenigsten geschmückte Eingang zum Dom. Die Pforte befindet sich an der Nordwand des Querschiffs. 

Wir haben auf dem Domhügel sehr viel gesehen und erfahren und nehmen Stadtbus der uns zum Campingplatz fährt.

Kirchen am Kauberg

Unsere Liebe Frau oder Obere Pfarre,

ist eine katholische Pfarrkirche. Die gotische Kirche bekam den Namen „Obere Pfarre“ aufgrund ihrer Lage auf dem Kaulberg. Gegenstück war die 1805 abgerissene Pfarrkirche Alt-St. Martin auf dem Maximiliansplatz. Sie nannte man „Untere Pfarre“.

Der Hochaltar ist eine Stiftung des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn.

Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert. 

Erwähnenswert ist noch die „Brautpforte“. Im Portal sind die klugen und die törichten Jungfrauen abgebildet. Im überdachten, steinernen Portal wurden früher Hochzeiten außerhalb der Kirche abgehalten. Begründung hierfür war, dass nach dem damaligen Rechtsempfinden Rechtsgeschäfte unter freiem Himmel durchgeführt werden mußten. Eine Eheschließung galt seinerzeit als „Rechtsgeschäft“. 

Kloster und Klosterkirche St. Maria und St. Theodor

Das Kloster St. Theodor am Kaulberg gehört zu den ältesten und größten Klöstern des Karmelitenordens weltweit. Nach Überlieferungen soll der erste Bischof von Bamberg, Eberhard I. im Jahr 1030 ein Hospital für Arme und Kranke gegründet haben. Er weihte es dem heiligen Theodor. 

Im Bereich des Hospitals ließ Eberhard der II. im Jahr 1157 das Frauenkloster St. Maria und St. Theodor errichten. Er war der Meinung, daß die „gottgeweihten Jungfrauen“ von Bamberg auch in den Dienst Gottes einbezogen werden sollten. Die Frauen im Kloster waren für die Versorgung von Armen und Fremden zuständig.

Mittelpunkt der Klosteranlage ist die Klosterkirche St. Maria und St. Theodor. 

Kirche St. Maria und St. Theodor

Im Untergrund der Kirche sind romanische Teile der alten Kirche erhalten. Sie war mit zwei Türmen geplant, jedoch nur der heute bestehende wurde vollständig errichtet. Der zweite blieb als Turmstumpf bis 1808 stehen.

Die Klosterkirche im Westen

St. Jakob

liegt auf einem der sieben Hügel von Bamberg, auf dem Jakobsberg oberhalb vom Domberg. Sie ist im Kern eine der ältesten Kirchen von Bamberg. Der Bau der Kirche wurde im Jahr 1073 unter Bischof Hermann begonnen und 1109 durch Bischof Otto vollendet.

Die Gärtnerstadt

liegt am Fernhandelsweg von Lübeck nach Regensburg. Der Stadtteil von Bamberg war bereits im 13. Jahrhundert besiedelt. Ab dem späten Mittelalter wird der Anbau von Wein und Gemüse von den Gärtnern und Kleinbauern betrieben. Sie handelten europaweit mit Sämereien und Süßholz, einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Gärtnerstadt.

Hier kommt man an einigen, zum Teil schönen kleinen Häuschen vorbei.

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In der Siechenstraße ist die Ottokirche, die angeblich die Münchner Frauenkirche als Vorbild hatte. Die Kirche wurde 1914 gebaut. Nachdem der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, konnte der zweite Turm aus Geldmangel nicht mehr gebaut werden.

Übrigens, der Name Siechenstaße stammt noch aus dem 14. Jahrhundert. In dieser Straße standen Krankenhäuser und Heime für unheilbar Kranke. Diese Häuser bezeichnete man als „Siechenhaus“ .

In der Mittelstraße befindet sich das Gärtner- und Häckermuseum, das mit historischer Einrichtung und großem Obst- und Gemüsegarten die Lebensweise der Bamberger Gärtner veranschaulicht.

St. Gangolf im Gärtnerviertel ist die älteste Kirche von Bamberg und die einzige Kirche, die ihre ursprüngliche Bausubstanz behalten hat. 

Die Innenausstattung wurde aus anderen Kirchen zusammengetragen.

Die spätbarocke Kanzel aus dem Jahr 1786 stammt aus der Katharinenspitalkirche.

Spaziergang zur Schleuse 100

Die Schleuse wurde im Zuge der Entstehung des Ludwig-Main-Donau-Kanals zwischen 1836 und 1846 errichtet. Sie ist als einzige, der damals gebauten Schleusen noch funktionstüchtig. Sie wird jährlich von bis zu 400 Schiffen genutzt. Der Höhenunterschied beträgt etwa vier Meter. Die Schleuse muß von jedem Schiffer von Hand betrieben werden. 

Der Zufall wollte es,

dass wir in die Untere Sandstraße gefahren sind. Wir sehen im Haus Nummer 45 das Gasthaus Pelikan und beschließen, hier etwas zu trinken. Bei einer Unterhaltung erfahren wir, daß das Haus aus 16. Jahrhundert stammt und die Hoffront aus dieser Zeit noch erhalten ist. Das Gebäude wurde 1688/89 von Johann Leonhard Dientzenhofer umgebaut. Die Straßenfassade wurde 1839 erneuert. Die Aufteilung vom Obergeschoss stammt aus dem Jahr 1872. Weiter hören wir, daß das Gebäude ein Frauenhaus war. Später wurde es das „Ehehaltenhaus“ und jetzt ist es das Gasthaus „Zum Pelikan“. Stellt sich uns natürlich die Frage: was ist denn ein „Ehehaltenhaus“. Uns wird erklärt, daß das „Ehehaltenhaus“ ein Quarantänehaus im 16. Jahrhundert war. Dienstboten, die vertragsmäßig dienende Hausgenossen waren, nannte man nach einer Verordnung vom 20. Dezember 1654 „Ehehalten“. Sie mußten das Dienstverhältnis „einhalten“ und wurden hier im Alter oder bei Krankheit untergebracht. Ein unscheinbares Haus mit einer tollen Geschichte.

Auf dem Michelsberg

schauen wir uns das Kloster Michelsberg, ein ehemaliges Benediktinerkloster an. Gegründet wurde es im Jahr 1015 von Bischof Eberhard, dem ersten Bischof von Bamberg. Die wirtschaftliche Grundlage des Klosters war der Grundbesitz in 441 Orten des Bistums.

Im Jahr 1435 wurde das Kloster von Bürgern aus Bamberg geplündert. Der Bauernkrieg von 1525, der zweite Markgrafenkrieg und die mehrjährige Besetzung durch die Schweden im Dreißigjährigen richtete großen Schaden im Kloster an. Eine neue Blütezeit erlebte es wieder im 17. Jahrhundert.

Das Kloster wurde 1802 von bayerischen Truppen beschlagnahmt. Die Klosterbibliothek wurde aufgelöst und von der 1803 gegründeten Kurfürstlichen Bibliothek Bamberg (heute Staatsbilitothek) übernommen. Die Mönche mußten das Kloster verlassen. Es kam in den Besitz der Stadt Bamberg. Die alten Spitäler aus der Innenstadt verlegte man auf den Michelsberg. Das Bürgerspital besteht heute noch.

Die Klosterkirche

entstand um das Jahr 1015 und wurde 1117 Opfer eines Erdbebens. Die heutige romanische Kirche wurde 1121 eingeweiht. Im Jahr 1610 wurde die Kirche wieder stark beschädigt mußte neu errichtet werden. Die barocke Außenfassade wurde 1696 von Leonhard Dientzenhofer gestaltet. Im Jahr 1833 ordnete König Ludwig I. an, daß die Grabdenkmale der Bamberger Bischöfe aus dem 16. bis 18. Jahrhundert aus dem Dom entfernt und in der Klosterkirche aufgestellt werden müssen. Die ehemalige Abteikirche ist heute eine Filialkirche der Dompfarrei.

Beim Eintritt waren wir überwältigt. So eine Kirche haben wir noch nie gesehen.

Blick vom Eingang auf den Altar

Die Deckenbemalung entstand zwischen 1610 und 1614. Vollendet wurde sie von vier Malern im Jahr 1617. Es sind fast 600 verschiedene Pflanzen zu sehen. Darunter befinden sich auch exotische Pflanzen wie Ananas, Baumwolle, Granatapfel oder Tabak. Natürlich sind auch einheimische Pflanzen zu sehen. Bemerkenswert ist, daß auch Pflanzen, die erst im 16. Jahrhundert in Deutschland bekannt wurden, auf dem Gewölbe dargestellt sind. Die Einheimischen bezeichneten das Deckengemälde als Kräuter- oder Himmelsgarten. Es wird auch „Herbarium“ genannt.

Kanzel mit Orgel

Die verspielte Engelskanzel im Rokoko Stil hat Georg Adam Reuß erbaut.

Das bis heute erhaltene Orgelprospekt wurde nach dem Brand 1610 errichtet. Es ist ein bedeutendes Werk der Spätrenaissance. 

In der Heilig Grab Kapelle

bewachen Engels- und Soldatenstatuen den Leichnam Jesu. In der Mitte ist die Weltkugel.

In der Krypta, die auch als Museum zum Leben des Bamberger Bischofs Otto I. genutzt wird, steht an der Westseite sein Hochgrab. Es entstand im 15. Jahrhundert. Einzigartig ist, daß es über einen Durchschlupf verfügt. So soll es Pilgern ermöglicht werden, den Reliquien des 1189 heiligen Otto beim Durchschlüpfen möglichst nahe zu kommen. Die gebückte Haltung des Pilgers zeigt die Verehrung des Bischofs. Auch heute noch kommen Gläubige zum Hochgrab. Beim Durchschlüpfen soll man von Rückenleiden befreit werden.

Wir hatten noch das Fränkische Brauereimuseum, das sich hier auf dem Michelsberg befindet, auf unserem Plan. Doch leider hatte es schon geschlossen. Vor unserer Heimfahrt haben wir noch einen Abstecher auf die

Altenburg,

einem weiteren Wahrzeichen von Bamberg gemacht.

Die Altenburg thront auf dem höchsten der sieben Bamberger Hügel.

Sie wurde erstmals im Jahr 1109 erwähnt, als der Bischof Otto von Bamberg die Burganlage dem Kollegiatstift St. Jakob übereignete. Von 1305 bis 1553 war die Burg die zweite Residenz der Bamberger Fürstbischöfe. Im 15. Jahrhundert entstand die Altenburg mit ihren heutigen Ausmaßen.

Das Hauptgebäude der Burg mit Wohn- und Festsaal wurde auf den noch erhaltenen Kellern des ursprünglichen Wohnhauses um 1901 erbaut.

Am Turm der Burg hängt ein Eisenkorb. Der Feuerkorb soll als Signalgeber mit der Giechburg bei Scheßlitz gedient haben. Vermutet wird jedoch auch, daß der Korb erst um 1900 am Turm angebracht wurde und ihn für die bengalische Beleuchtung bei Aufführungen in der Burg nutzte.

Der Schacht vom Burgbrunnen ist 30 m tief.

Aus dem Jahr 1755 stammt die Kreuzigungsgruppe. Die hier stattfindenden Gottesdienste führen die Tradition nach den kirchenrechtlichen Vorschriften von 1124 fort.

Bamberger Spezialitäten

müssen wir natürlich auch unbedingt erwähnen. Außerdem dem Rauchbier ist Bamberg bekannt durch die „Bamberger Hörnla“. Es ist eine kleine, zartschalige Traditionskartoffel mit einem nussigen Aroma. In Butter geschwenkt oder leicht gebräunt werden die Hörnla in der fränkischen Küche zu fränkischem Spargel, Fisch oder Fleisch serviert. Gerne macht man auch einen Kartoffelsalat aus den Hörnla. Die Kartoffelsorte kam vermutlich von den Ziergärten der Bischöfe in die fränkischen Äcker.

Auch ein croissant-ähnliches blättriges Buttergebäck wird „Bamberger Hörnla“ genannt. Der Sage nach stammt das Hörnchen aus Wien. Mit dem halbmondförmigen Gebäck soll es an die Belagerung durch die Türken im Jahr 1683 erinnern. Andere sagen, daß bereits schon 300 Jahre vorher ein Bamberger Hörnchenbäcker die Spezialität gebacken hat.

Es ist unglaublich, wieviele Eindrücke wir von Bamberg mitgenommen haben. Ein ausgiebiger Besuch lohnt auf alle Fälle.