Tag 1 – 2: Ulm-Ellwangen-Fulda

Reise in den Norden Europas

Tag 1

Gestartet sind wir am Montagmittag Richtung Ulm. Um einen Besuch bei WMF in den Fischhallen kamen wir nicht herum. Anschliessend fuhren wir nach Ellwangen auf den Campingplatz zum Übernachten. Es war super, dass wir von hier aus ein tolles Feuerwerk, das am Ellwanger Volksfest stattfand, sehen konnten.

Tag 2

Heute haben wir es nach Fulda geschafft. Haben uns den Dom angesehen

und sind in der Altstadt

spazieren gegangen.

 

Tag 3 – 8: Hardenberg-Hannover-Padenstedt-Arnumer See-Schleswig – Flensburg

Tag 3

Nach unserer Übernachtung in Hardenberg ( bekannt als eine grosse Schnapsmarke) fuhren wir nach Hannover um einen Zahnarzt aufzusuchen. Mimi hatte starke Schmerzen. Ein ganz neues Erlebnis für mich war, dass ich  mit ins topp moderne Sprechzimmer konnte, in dem ein wunderschönes Salzwasseraquarium zur Beruhigung der Patienten in der Wand eingelassen war. Zur Übernachtung sind wir auf den Campingplatz Arnumer See gefahren, da morgen noch ein Termin bei einem Kieferchirurgen in Hannover ansteht. Ein sehr schöner Platz, Natur pur und eine herrliche Ruhe.

Tag 4

Den Besuch beim Arzt erledigt, nun haben wir die Hoffnung, dass die Schmerzen vorbei sind. Von Hannover sind wir weiter Richtung Hamburg und hatten das „große Glück“ den Pfingstreiseverkehr in HH und Umgebung voll mitzumachen. Übernachtung war am Forellensee in Padenstedt. Hier war es ganz gemütlich, so dass wir 2 Tage hier verbringen wollten, doch der Regen veranlasste uns, am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Tag 5

Unser Ziel war nun der Ostseefjord Schleswig. Mit Glück ergatterten wir den letzten freien Platz. Gleich in der Nähe ist ein kleines Lokal.  Mimi bekam ihre heiss geliebten Kibbelings und ich eine super Fischsuppe.

Tag 6

Wir besichtigen die kleine, sehr nette Wikinger-Stadt Schleswig.   Hervorzuheben ist der Dom, der mit seinem 112 m hohen Turm ins Auge sticht und in dem ein Altar zu sehen ist, der zu den bedeutendsten in Nordeuropa zählt.

Der 12,6 m hohe Bordesholmer Altar aus dem 16. Jahrhundert besteht aus 400 Eiche-Figuren

das nachfolgende grosse Bild ist aus der Mitte der untersten Reihe des oberen Bilds

Tag 7

Kurz entschlossen bleiben wir einen weiteren Tag hier, um dem Pfingstverkehr auszuweichen. Bei der Aussicht fällt es uns auch nicht schwer, denn wir stehen direkt am Ufer der Schlei

Tag 8

und weil’s hier so schön ist, hängen wir noch einen Tag dran. Bei Sonnenschein  gehen wir im 16 ha großen Stadtpark, den Königswiesen, spazieren.

Dänemark ist nur noch 60 km entfernt, deshalb steht Morgen noch der letzte Einkauf in Deutschland an. Bei der Gelegenheit werden wir in Flensburg auch gleich unsere evtl.  aufgelaufenen „Punkte“ einsammeln.

 

Tag 9 – 12: Dänemark

Tag 9

Das Auto ist voll getankt, der Wassertank aufgefüllt und natürlich mit reichlich Proviant eingedeckt, so dass wir wahrscheinlich erst in Russland wieder einkaufen müssen. Um 15.38 Uhr haben wir die Grenze ins Königreich Dänemark überschritten. Wie man dänisch lesen und aussprechen muss, habe ich auf dem Campingplatz Dancamps in Kolding auch schon gelernt. Å = O,  Ø = Ö,  ae = Ä kann ich jetzt zwar lesen, von Verstehen kann jedoch keine Rede sein.

Tag 10 

Wir fahren zum Campingplatz Krakær in der Nähe von Ebeltoft

Von hier aus startet die gebuchte Reise. Petrus hat heute die Schleusen aufgemacht und putzt unser Auto. Dass er dazu den ganzen Tag braucht, war nicht abgemacht. Vom Land selbst können wir nur sagen, dass es sehr, sehr grün ist, entweder Wald oder Wiesen. Der einzig größere Ort, an dem wir vorbeigekommen sind, war Århus, den wir wetterbedingt nicht angeschaut haben. Gegen 20.00 Uhr stellte Petrus dann doch noch den Wasserhahnen ab. Morgen um 10.00 Uhr ist das erste Treffen der ganzen Gruppe. Wir sind schon gespannt, mit wem wir die nächsten 6 Wochen verbringen werden.

Die Reiseroute

Tag 11

Pünktlich im 10.00 Uhr sind alle im Aufenthaltsraum anwesend – manche mögen es nicht für möglich halten – auch wir.  Es scheint die Sonne und ist gleich angenehm warm. Abends folgt die ausführliche Routenbesprechung durch unseren Reiseleiter Marinus und seiner Frau Ria. Dabei wurden auch die allgemeinen Regeln erklärt. Zum Abschluss des Tages  gab es ein sehr gutes, dreigängiges Abendessen bei anschliessendem geselligen Beisammensein. Die Mehrzahl unserer Mitreisenden sind Schweizer, zwei Holländer,  die restlichen sind Germanen. Insgesamt sind wir 37 Personen.

Tag 12

Um ca. 11.00 Uhr bei bedecktem Himmel brechen wir zum Fährhafen in Gränna auf. Erst noch den Tank vollmachen, denn in Schweden ist  Diesel deutlich teurer. Die Überfahrt von Dänemark nach Schweden mit der Nautic von Stena Line dauert 4 1/2 Stunden.

 

Tag 12 – 18: Schweden

Tag 12 – abends

Um 19.00 Uhr sind wir am Fährhafen in Varberg

angekommen, es war eine

angenehme Überfahrt

Zum Camping Apelvikens sind nur ein paar Kilometer zu fahren. Es ist ein schöner, großer Platz direkt an der Ostsee gelegen. Nach Varberg kommt man auch zu Fuss.

Tag 13

Weil wir ja schon sooo gefordert sind, haben wir heute den ersten Tag zur freien Verfügung. Bei herrlichem Sonnenschein ist es auch Heinz nicht schwergefallen, dass wir (gleich 2 Stunden) am Meer spazieren gingen.

Es war auch noch ein bisschen über Felsen klettern angesagt, denn auf einer Anhöhe ist ein Leuchtturm, zu dem wir unbedingt hochsteigen wollten.

Heute Abend ist noch Routenbesprechung, denn morgen ist  wieder Reisetag

Tag 14

und der führt uns auf die erste grosse Strecke von Varberg nach Gränna, das sind  215 km auf durchweg topp Strassen. Für heute war Regen angesagt und wieder einmal stimmte der Wetterbericht zu 100%. Wir machten an einer Imbissbude Halt und kauften uns einen Hamburger. Er schmeckte wirklich super, nur der Preis von € 6,30 drückte die Euphorie etwas. Nachdem wir bereits 10 km von der Imbissbude entfernt waren, stellten wir fest, dass wir unsere Kamera am Tisch vergessen hatten. Schnell wieder zurück gefahren und siehe da,  kam uns der Koch schon mit unserer Kamera entgegen.

unser „Glücksimbiss“ von innen

und von aussen

Unser Ziel  ist Grännastrandens Camping. Auf dem Weg dorthin fahren wir an der größeren Stadt Jönköping vorbei. Ansonsten war es wieder eine  Wald-und Wiesenfahrt

Tag 15

Zur Abwechslung regnet es mal wieder. Trotzdem geht Mimi die Umgebung inspizieren. Vom Campingplatz führt ein Steg zum Fährhafen vom Vätternsee und von dort in ein sehr nett angelegtes, kleines Dorf um den Hafen mit verschiedenen Lokalen und Geschäften. Heinz schaut lieber einem Fussballspiel an Sportplatz nebenan aus Womo-Fenster zu.

das große Dorfgasthaus

Fährhafen am Vätternsee von Gränna

Tag 16

Auf geht’s Richtung Stockholm.  Wir weichen von der direkten Route ab, denn Heinz möchte den wohl bekanntesten Runenstein in Ödeshög anschauen, auf dem eine der frühesten Literaturniederschriften in Schweden zu sehen sind

´

hier sieht man wie gross er – oder wie klein sie ist

Danach fahren wir zum Camping Bredäng in Skärholmen.

Tag 17

Mit der Metro geht es nach Stockholm zur Stadtführung. Wir treffen den deutschsprachigen Stadtführer, der uns zuerst durch die künstlerisch bearbeiteten  U-Bahnstationen führt

jedes Stockwerk hat ein anderes Motto

Erster Schock nach dem Verlassen der U-Bahn, Mimis Geldbeutel wurde aus dem Rucksack gestohlen. Für uns war das Sperren der Karten angesagt. Danach konnten auch wir wieder an der Führung, die zum Stadshused (Rathaus) und weiteren Sehenswürdigkeiten ging, teilnehmen.

Der rasende Stadtführer erzählt, dass sich Stockholm über 14 Inseln erstreckt, die durch 53 Brücken verbunden sind.

Es hat natürlich geregnet, so dass alles im Schnelldurchgang angeschaut wurde. Um 12.00 Uhr gab es den Wachwechsel am Schloss auf der Insel Stadsholmen

der wegen der grossen Baustelle am und um das Schloss nicht besonders fotogen war. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung.

Wir fanden ein überraschend günstiges Lokal in einem historischen, sehr schönen Kellergewölbe

Auf Empfehlung der Bedienung haben wir uns für eine leckere schwedische Spezialität mit Lachs entschieden.

Schade, es war kein guter Tag für weitere Erkundungen der Stadt, deshalb haben wir uns frühzeitig auf den Nachhauseweg gemacht. Abends ist für die folgenden Tage noch Routenbesprechung und wir erfahren (siehe Tag 18)

Tag 18

dass wir bereits um 4.00 Uhr aufstehen müssen, da die späteste Abfahrt vom Campingplatz um 5.15 Uhr sein muss, denn unsere Fähre nach Turku in Finnland legt bereits um 7.10 Uhr ab. Wir werden jedoch belohnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Die Überfahrt dauert incl. einer Stunde Zeitverschiebung mit der Baltic Princess 12 Stunden. Es ist schön an einigen der 25.000 zu Schweden gehörenden Inseln vorbeizufahren.

Auf der Baltic Princess konnten wir am Mittagsbüfett teilnehmen das, zum für Finnland günstigen Preis von € 27,00 inclusive aller Getränke angeboten wurde. Unsere finnischen Mitreisenden nutzten dieses Angebot besonders bei Bier und Wein, denn sie wussten, dass der Zauber nach 90 Minuten wieder vorbei ist. Auf dem Schiff wurde viel geboten von Shopping über verschiedene Bar’s mit Livemusik oder Roulett, eine Showbühne und natürlich eine Sonnenterrasse, so dass die Zeit schnell verging.

schnell ein Selfie auf der Baltic Princess

Tag 18 – 32: Finnland

Tag 18

Die Fahrt zum Camping Naantali geht ruck zuck

Blick aus unserem Womo-Fenster

Tag 19 

Tag zur freien Verfügung. Die Sonne hat sich für sagenhafte 15 Stunden angemeldet und wir werden sie voll ausnützen. Erst zum Faulenzen dann für einen Spaziergang in Naantali. Die Stadt ist in ganz Finnland als „Sonne von Naantali“ bekannt und liegt im Südwesten von Finnland.

Sonnenuntergang um 23.40 Uhr Ortszeit

Tag 20

Powertag ist angesagt. Früh um 9.30 Uhr ist die Busabfahrt nach Turku, das in Südwestfinnland liegt. Turku ist die ehemalige Landeshauptstadt von Finnland. Wir besichtigen

das Schloss

den Dom, den jeder Finne einmal besucht haben sollte

und die Markthallen

mit einer deutschsprachigen Stadtführerin.

Anschliessend erkunden wir die Stadt alleine, in der derzeit ein Marktfestival stattfindet. Mehr als 100 Marktbuden aus allen Ecken der Welt bieten ihre Waren und Spezialitäten an.

Nachmittags geht es in das Freilichtmuseum Handicraf, das aus den restlichen Holzhäusern besteht, die 1827 vom Großbrand der Stadt Turku verschont geblieben sind. Seinerzeit sind fünf Sechstel der Stadt vernichtet worden.

der Weg zu den Handwerkshäusern

Besuch beim Maler

Um 16.00 Uhr sind wir im Museumscafe von acsi zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Auf dem Rückweg haben wir in eine ganz tolle Kneipe entdeckt, die im letzten Jahrhundert die Uusi Apteekki  war.

Das gesamte Inventar der Apotheke ist noch wie seinerzeit aufgebaut und im Originalzustand. Der Wirt zeigte ein Buch über die Apotheke und das Lokal aus dem wir ersehen konnten, dass  0,4 l Bier 2007 nur € 3,30 gekostet hat. Der Preis hat sich „unmerklich“ in jetzt € 5,80 geändert.

Zum Tagesabschluss gab es noch einen gemeinschaftlichen Grillabend am Campingplatz

mit meinem persönlichen Grillmeister

und einen kleinen Umtrunk

Tag 21

Vormittags machen wir uns auf den 153 km langen Weg nach Pori, das auch in Südwestfinnland liegt, zum Top Camping Yyteri mit der „einfachen“ Adressbezeichnung Yyterinsantojentie 1. In Finnland gibt es keine Straßennamen sondern alle Häuser haben einen Namen. Für uns natürlich schwierig zu lesen und unmöglich auszusprechen.

Mimi hat Geburtstag. Ihr Geburtstagswunsch, am schönsten Sandstrand von Finnland bei herrlichem Sonnenschein am Ufer spazieren zu gehen, konnte problemlos erfüllt werden. Vom Reiseunternehmen acsi sowie von den Reiseleitern Ria und Marinus erhielt sie einen Geschenkkorb mit holländischen Spezialitäten

ob im Wasser oder hinter den Dünen

hier ist es wunderschön

Tag 22

Morgens noch schnell eine Maschine Wäsche gewaschen und schon  geht es weiter auf unserem Weg in den Norden von Finnland, der uns nach Keuruu in Mittelfinnland zum Camping Nyyssänniemi  führt.  Es sind nur ca. 200 km zu fahren, doch durch die einsamen, kerzengeraden Straßen, an denen links und rechts meterhohe Bäume stehen und die Höchstgeschwindigkeit von meistens nur 80 km ist,  wird man schnell müde, so dass wir gleich zweimal eine Pause einlegen mussten. Schneller fahren geht auch nicht, da alle 10-15 km ein Blitzer steht.

Um 19.00 Uhr lädt der Reiseveranstalter acsi noch zu einem gemeinsamen

Pizza-Essen ein.

ich kann es nicht aussprechen – du?

Tag 23

Ein freier Tag ist wieder angesagt und mittlerweile hat „freier Tag“ auch eine besondere Bedeutung, denn wir können nicht mehr fernsehen, da das Satellitensignal fast waagrecht kommt und die Campingplätze immer von hohen Bäumen umgeben sind. Wifi steht meist auch nur schlecht zur Verfügung. Ich habe mir deshalb eine Wifi-Karte besorgt und einen Hotspot gekauft. Super toll ist, dass in Finnland die Wifi-Karte nur € 5,00 für eine Woche kostet und die Flatrate unbegrenzt ist.

Am Nachmittag stand noch ein Spaziergang bei schönem Wetter am nahegelegenen See

und Inspektion diverser Häuschen an

Nach der Routenbesprechung haben wir mit einigen Mitreisenden noch ein Gläschen Wein getrunken.

Tag 24

Auf geht’s zur Weiterreise nach Kuopio, die größte Stadt in Ostfinnland,  zum Camping Rauhalahti Holiday Centre etwa 205 km entfernt von Keuruu. Vor der Abfahrt haben wir uns ein super Frühstück im Lokal am Campingplatz für nur € 7,50 pro Person genehmigt.

Auf der Route liegt die 1763 erbaute Holzkirche von Petäjävesi. Sie gehört zum Unesco Weltkulturerbe und ist Beispiel für die einzigartige, traditionelle skandinavische Holzkirchen-Bautradition

Alte Kirche von Petäjävesi

die man nur mit Überziehern an den Schuhe betreten darf.

Auf zum Campingplatz. Am riesigen Areal des Campingplatzes Rauhalahti in Kuopio angekommen, wurden wir gleich zu einer Holzflösser Vorführung eingeladen. Spitzenmäßig, welche Körperbeherrschung der Mann auf dem Baumstamm im fliessenden Wasser gezeigt hat.

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Auf dem Programm stand weiter ein grosses finnisches Buffet – pitopöytä – und wir konnten uns an zahlreichen Fisch- Fleisch- und Salatspezialitäten satt essen. Begleitet wurde der Abend mit finnischer Volksmusik, vorgetragen von einer Geigerin und einem Sänger, der ein Schifferklavier spielt

Tag 25

Bereits für uns wieder früh am Morgen um 9.30 Uhr werden wir mit einem Bus abgeholt und von einer Reiseleiterin begleitet. Wir fahren in die Stadt Kuopio. Sie ist die neuntgrößte Stadt in Finnland mit ca. 100.000 Einwohnern und die größte Stadt in Ostfinnland.

Wir „besteigen“ mit dem Aufzug den

Aussichtsturm Puijo

der 224 m über dem See liegt und genießt den einen fantastischen Panoramablick über die

 Stadt Kuopio

sowie die unendlich scheinenden

Wälder und Seen der Umgebung

Nach diesen eindrucksvollen Bildern besuchen wir das orthodoxe Kirchenmuseum von Finnland. Die in Westeuropa einzigartige Institution umfasst wertvolle sakrale Gegenstände u.a. Geschenke des Zaren, Kirchengewänder und Ikonen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Die Bilder geben nur eingeschränkt die Wirklichkeit wider

feinste Goldarbeiten

aufwändigste Stickereien

in zahllosen Vitrinen

Danach haben wir Zeit zur freien Verfügung, die wir in der Stadtmarkthalle

und auf dem Marktplatz verbringen. Bei einigen Imbissbuden konnten wir nicht widerstehen und haben uns verschiedene „Versucherle“ gekauft.

Abends wurde bei einer Temperatur von nur 11 Grad am Lagerfeuer Mittsommer gefeiert

Es wurde viel gegessen, getrunken und gesungen. Um 1.30 Uhr löste sich der „Haufen“ auf.  Es war immer noch taghell – deswegen keine Bilder.

Tag 26

ist ein freier Tag. Wir schlafen uns mal richtig aus und gehen am riesigen Campingplatz spazieren

Ausserdem ist Zeit zum Lesen. So erfahren wir, dass es zum guten Ton in Finnland gehört, sich nach Festen, wie z.B. dem Mittsommerfest, am nächsten Tag an nichts mehr zu erinnern. Alkoholische Getränke sind in Bars für Normalverdiener unbezahlbar, deshalb betrinken sie sich zuhause oder auf Privatpartys. Um jedoch den Gastgeber nicht zu ruinieren, bringt jeder soviel Alkohol mit, wie er an dem Abend trinken will.

Nachdem 2004 der Alkohol bei den Todesfällen der arbeitenden Bevölkerung an erster Stelle stand, kann er nur noch in staatlichen Monopolgeschäften erworben werden.

Tag 27

Wir fahren heute zum nördlichsten Punkt unserer Reise von Kuopio nach Ruunaa am 63. Breitengrad. Die Strecke führt auf der Via Karelia durch die Landschaft von Nordkarelien.

Wir kommen vorbei an  Siilinjäri und fahren weiter nach Nurmes im Osten von Finnland. Hier machen wir Halt und besichtigen ein karelisches Dorf. Die Attraktion ist hier das nachgebaute, schwarz angestrichene Bomba-Haus – eigentlich nichts besonderes.

Von Nurmes geht’s nach Lieska, dann Richtung Joensuu und von hier zum Camping Ruunaa Retkeilykeskus, Ruuhikaari 17 in Kouvola in Südfinnland. Die Adresse klingt gigantisch, ist aber nur ein Campingplatz mitten im Wald, der über einen kleinen Waldweg anzufahren ist.

Fuchs und Hase sagen sich ja bekanntlich gute Nacht. Hier nicht, denn der Hase ist ausgewandert, weil es ihm hier zu langweilig war.

Tag 28

Hurra, es wird wärmer, die Sonne scheint.  Wir machen einen Bootsausflug über den reißenden Fluss Ruunaa und hoffen natürlich, dass unsere Bootsführer nach der „langen“ Nacht schon wieder nüchtern sind.

Es ist ein einmaliges Erlebnis in einer grandiosen Landschaft. Fotos von den Stromschnellen konnte ich nicht machen, denn man musste sich vor dem Wasser schützen und gut am Boot festhalten.

Die Fahrt wurde durch ein „Karelisches Wildnis Mittagessen“ unterbrochen, das zum Teil an einem Lagerfeuer zubereitet wurde

oder von einigen zum Klamotten trocknen genutzt wurde

zurück vom karelischen Donnerbalken (Plumpsklo)

Nachdem alle lebend -die Russische Grenze ist nur 10 km entfernt- wieder an Land waren, erhielten wir ein Diplom. Klatschnass doch total beeindruckt stiegen wie wieder in den Bus, der uns zum Fluss gefahren hatte.

Tag 29

Vormittags verlassen wir den Märchen-Mücken-Wald, der sich mitten in der unberührten Natur von Nordkarelien befindet und somit auch den nördlichsten Punkt unserer Finnland-Route. Bemerkenswert ist, dass der Tag nur von einer kurzen Dämmerung um ca. 2.00 „nachts“ unterbrochen wird.

Wir machen uns auf den Weg zum Juva Camping, Poikolanniementie 68 in Juva in Ostfinnland. Er liegt 290 km von Kouvola entfernt und zum Leidwesen von Heinz geht es wieder viele Kilometer die gleiche, endlos öde Strecke, wie schon bei der Herfahrt nach Kouvola vor zwei Tagen.

Unsere Reiseleiter haben einen Abstecher zum Kloster Valamo in Heinävesi empfohlen. Den Vorschlag haben wir gerne aufgegriffen und dort Halt gemacht. Das Neue Kloster Valamo ist ein aktives Zentrum des orthodoxen geistlichen Lebens in Finnland und wir gerne besucht. Bei uns sind es die Exerzitien.

Kloster Valamo, die neue Kirche

die alte Kirche von innen

Tag 30

Pünktlich um 8.30 Uhr (man beachte: um 7.30 Uhr in Deutschland) holt uns der Bus am Campingplatz ab. Auf Natur pur folgt nun die Kultur und das gleich im Mammutprogramm.

Wir fahren zur größten Holzkirche der Welt, nach Kerimäki in Südsavo. Die Kirche wurde im 1900 Jahrhundert mit 3000 Sitzplätzen gebaut, obwohl das Dorf nur 800 Einwohner hatte. Die Legende besagt, dass die Planung der Kirche in Fuss berechnet war, die Schreiner ihre Arbeiten  jedoch in Meter ausführten.

Weiter besichtigen wir mit deutschsprachiger Führung das Lusto Forstmuseum in Punkaharju. Wir erfahren viel über die Bewirtschaftung und Verwertung des finnischen Waldes. Eindrucksvoll  für uns ist die Entwicklung der Forstmaschinen. Viele Künstler stellen hier auch ihre Holzarbeiten au

Künstlerin Eva Ryynänen, Christmas Night

Mittags hatten wir nur kurz Gelegenheit den Markt und die Stadt Savonlinna in Ostfinnland zu besuchen. Um 13.30 Uhr stand bereits die Besichtigung der Festung Olavonlinna in Savonlinna, wieder mit deutschsprachiger Führung, auf dem Programm.

Die Burg wurde im 1500 Jahrhundert von den Schweden als Grenzbollwerk gegen Russland erbaut. Sie wurde von den Russen 1742 erweitert, nachdem Finnland russisch besetzt war. Wir haben den engen, dunklen Burgturm, mit den in Original erhaltenen, sehr hohen Stufen bestiegen und sind den ganzen Wehrgang abgelaufen.

Heute finden die Savonlinna Opernfestspiele im Burghof statt, bei denen Bühnen von Weltrang ihre Gastspiele geben.

Der letzte Programmpunkt war dann noch eine Schifffahrt mit der Paul Wahl durch die wunderschöne Seenlandschaft von Savonlinna.

Japaner haben wir keine gesehen, denn wir waren zu schnell

Tag 31

Abreise bei Juva Camping und 146 km Fahrt zum Camping Huhtiniemi, Kuusimäenkatu 18 in Lappeenranta in der Südkarelischen Landschaft. Wie meistens, wenn kein Programm ansteht, sind wir die letzten, die den Platz verlassen und es regnet.

Einziger Höhepunkt auf unserer Fahrt war, dass ein Vogel todesmutig unseren Weg gekreuzt hat, als wir mit 80 kmh daher gerast kamen.

Rechtzeitig vor Petersburg ist unsere Ersatz-Kreditkarte am Campingplatz angekommen, damit wir uns nicht mit Rubel rumschlagen müssen.

Tag 32

Der Tag heute steht zur freien Verfügung. Leider kann man fast nichts unternehmen, denn im 20 Minuten Takt kommt ein Wolkenbruch oder die Sonne scheint. Also treffen wir die Vorbereitungen für St. Petersburg.

Koffer für 2 Tage packen: Sommersachen, morgen soll es 20 Grad warm werden. Wintersachen, übermorgen soll es 15 Grad und Regen haben. Die Betonung liegt auf soll es, doch niemand weiss es.

In den nächsten 3 Tagen wird es nichts neues im Blog geben. Wir lassen den Schlepptop im Wohnmobil und das bleibt in Finnland, denn es will keinen neuen russischen Besitzer.  Es hat schon jetzt ein bisschen Angst vor Polen. Natürlich Spass. Wir werden in St. Petersburg im Sokos Hotel Vasilievsky übernachten. Jetzt ernsthaft, die Bürokratie, um in Russland ein Wohnmobil/ Wohnwagen einzuführen, ist einfach zu gross. 

 

weiter mit Russland, Lettland, Estland, Litauen, Polen