Lübeck

erhielt seinen Namen von der im Jahr 819 von Slawen gegründeten Siedlung Luibice (Alt Lübeck), die an der Mündung der Schwarte in die Trasse lag. Die Siedlung wurde jedoch zerstört. Bereits im Jahr 1138 wurde die Stadt in ihrer heutigen Lage auf dem Hügel Buku 1143 durch Adolf II., Graf von Schauenburg und Holstein als erste deutsche Hafenstadt an der Ostsee neu gegründet.

Lübeck wird die „Stadt der Sieben Türme“oder das „Tor zum Norden“ genannt. Die sieben Türme sind bei den Kirchen St. Jakobi, St. Marien mit zwei Türmen, St. Petri, St. Aegidien und dem Lübecker Dom, auch mit zwei Türmen.

Die Stadt gilt durch seine Lage und Geschichte als „Königin“ und „Mutter der Hanse“. Lübeck war von Anfang an Herz und Hirn der Städte in der Hanse. Der Begriff „Hanse“ stammt im übrigen aus dem althochdeutschen Wort „Hansa“, und steht für „Schar“ oder „Gefolge“. Er bezeichnete den Zusammenschluss deutscher Kaufleute des Mittelalters zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert.

Im Jahr 1249 überfiel Lübeck die Stadt Stralsund, einen ernstzunehmenden Konkurrenten im Heringsgeschäft und behauptete damit seine Machtposition im Ostseeraum. Nach dem Sieg über Stralsund schlossen sich die Städte Lübeck, Wismar und Rostock im Jahr 1259 zu einem Bündnis für sicheres Handeln zu Lande und zu Wasser zusammen.

Bereits 1241 hatten Lübeck und Hamburg einen ähnlichen Vertrag unterschrieben, in dem die Städtefreundschaft und die gegenseitige Unterstützung bekräftigt wurden. Demnach verpflichteten sich die beiden Städte, auf gemeinsame Kosten „Strassenräuber“ und „andre Uebelthäter“ zu bekämpfen. Zusätzlich vereinbarten sie, dass Gerechtigkeit gegenüber ihren Bürgern, auch außerhalb der Stadtgrenzen, geübt werden solle und auch diese die Kosten von beiden Städten gemeinsam zu tragen sind.

Lübeck hatte im 12. Jahrhundert ein großes Bevölkerungswachstum. Es herrschte eine hohe Nachfrage nach Salz und Hering. Dies war auch bedingt durch das christliche Fischgebot an Frei- und Feiertagen. Um diese Nachfrage zu bedienen wurde Lübeck ein zentraler Handelsplatz des Landhandels und des Handels für Hering und Salz für die Ost- und West-Tangente.

Kaiser Ludwig der Bayer verlieh Lübeck 1340 das Goldmünzrecht. 1356 fand der erste allgemeine Hansetag in Lübeck statt. Mit dem Frieden von Stralsund erreichte Lübeck den Höhepunkt seiner Macht im Ostseeraum. Im 14. Jahrhundert war Lübeck neben Köln und Magdeburg eine der größten Städte des Reiches.

Die Stadt Visby in Gotland war der erste Hauptort der Hanse. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde Lübeck zum Hauptort und entwickelte sich zur wichtigsten Handelsstadt im nördlichen Europa.

Wir übernachten auf dem Wohnmobilstellplatz Lastadie, der sehr zentral liegt.

Von unserem Fenster aus haben wir einen schönen Blick auf die Trave

mit ihren Lastkähnen

und die Innenstadt von Lübeck. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung.

Wir müssen über eine Brücke und sehen am Ufer Boote, die eine Stadtkanal- und Hafenrundfahrt anbieten. Spontan entscheiden wir uns für die Rundfahrt mit einer Barkasse auf der Trave.

Mit dem Boot kommen vorbei am

Lübecker Marzipan-Speicher, den wir auf unserem Rückweg natürlich persönlich aufsuchen werden.

Wir sehen den Hafenschuppen Nr. 6,

eine 1906 errichtete, zweischiffige Lagerhalle in Ziegelbauweise, die heute für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Der Hafenschuppen Nr. 9, rechts unten auf dem Foto,

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steht ebenfalls für Veranstaltungen zur Verfügung.

Die Hafenschuppen 10/11 stehen unter Denkmalschutz.

Die zusammenhängenden Bauten waren bis in die 2000er Jahre Verwaltungs- und Lagergebäude. Von 2010 bis 2012 wurde der Komplex zur Büronutzung umgebaut.

Die nächste Hafenschuppen ist leider eingerüstet doch

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das Feuerschiff Fehmarnbelt ist auch sehr fotogen. Es ist nur noch als Museumsschiff in Fahrt. Das Schiff wurde von 1906 bis 1908 auf der Thyen-Werft in Brake an der Weser als Dreimastschoner mit Notbesegelung gebaut und 1908 als Feuerschiff Außeneider in Dienst gestellt.

Die Hubbrücke heisst eigentlich Marstallbrücke. Es handelt sich um eine bewegliche Brücke mit je einem eigenen Tragwerk für die Eisenbahn, Straßenfahrzeuge und Fußgänger. Gebaut wurde die Brücke aus Stahl zwischen 1896 und 1900. Die Brückentürme wurden im neugotischen Stil errichtet. Sie ist eine von mehr als 200 Brücken in Lübeck und steht als Technisches Denkmal seit dem unter Denkmalschutz.

Anschliessend schippern wir ein bisschen

im Grünen bevor wir zu den

Salzspeichern kommen. Es sind mehrere Lagerhäuser an der Lübecker Obertrave direkt neben dem Holstentor. Sie wurden im Stil der Backsteinrenaissance und des Backsteinbarock zwischen 1579 und 1745 erbaut. Die Speicher dienten der Lagerung des, über die Alte Salzstraße gelieferten und aus der Saline Oldesloe gewonnenen Salzes. Es wurde nach ganz Skandinavien ausgeführt. Dort wurde es zum konservieren von Fisch benötigt.

In den Speichern wurde später auch Tuch, Korn oder Holz gelagert. Im Dritten Reich wurde einer der Speicher zu einem HJ-Heim umgebaut. Heute werden die Gebäude von einem Textilkaufhaus genutzt.

Wir verlassen unseren Schiff und sind am Holstentor. Hier sehen wir die Salzspeicher von der anderen Seite.

Das ……..

Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung und ist, neben dem Burgtor, das einzige, erhaltene Stadttor Lübecks.

Das Holstentor besteht aus einem Süd- und Nordturm sowie einem Mittelbau. Es hat eine Feld- und eine Stadtseite, die nach ihrer Funktion total unterschiedlich gebaut sind.

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Die nach Westen, stadtauswärts zeigende Seite, ist die Feldseite, die nach stadteinwärts zeigende, die Stadtseite. Während die Stadtseite reich mit Fenstern geschmückt ist, sind an der Feldseite angesichts der zu erwartenden Gefechte nur wenige, kleine Fenster eingebaut. Unterschiede sieht man auch bei den Mauern. Während die Mauern zur Feldseite mit Schiessscharten durchsetzt und 3,5 Metern dick sind, haben die Mauern zur Stadtseite nur unter einem Meter. In jedem Turm waren im ersten und im zweiten Obergeschoss je drei Geschützkammern.

Auf der Feldseite über dem Torbogen befindet sich die Inschrift „Concordia domi foris pax“ – Eintracht innen, draußen Friede.

Um das Holstentor ist eine Grünanlage. Hier sind zwei liegende Löwen von 1823 aus Eisenguss aufgestellt. Einer der beiden Löwen schläft,

der andere richtet seinen Blick aufmerksam auf den schlafenden Löwen.

Wer kennt sie nicht/noch

die Rückseite unseres 50-DM-Scheins?

Wir sind in der Altstadt von Lübeck, einer von der Trave, der Wakenitz und dem Elbe-Lübeck-Kanal umflossenen Insel. Am Rathausplatz stehen vor dem prächtigen Rathaus, das auch als „steinernes Märchen“ benannt wird.

Mit dem Bau des Rathauses begannen die Lübecker 1230 an der Breiten Straße, dem späteren Hauptbau. In den folgenden Jahrhun­derten wurde das Gebäude ständig verändert und erweitert. Zusammengefasst wurden die Bauten durch mächtige Schildwände. Später erhielten diese Wände Achtecktürmchen und kreisrunde Öffnungen. Durch diese wurde der Winddruck von den hohen Mauern genommen.

Heute gilt das Lübecker Rathaus trotz seiner sehr verschieden­artigen Teile und Baustile als eines der schönsten, ältesten und größten in Deutschlands.

Wir sehen die Renaissancelaube ohne gotische Schildwand ( ist eingerüstet)

gehen vorbei am Renaissanceerker an der Breiten Straße,

dem Neuen Gemach mit Renaissancetreppe

und sehen, daß der Turm am Rathaus eine Sonnenuhr hat.

Dann kommen wir zum Kanzleigebäude, das ab 1483 zunächst mit nur fünf der heute 22 Joche, errichtet wurde.

Unser Fussmarsch geht nun zur St.-Marien-Kirche, der drittgrößten Kirche in Deutschland.

Zuvor müssen wir jedoch an einem Teufel vorbei

der vor der Kirche sitzt. Die Legende besagt, dass er beim Bau der Kirche wissen wollte, was das wird. Man sagte ihm, es werde ein Weinhaus und so half er eifrig beim Bau mit. Irgendwann erfuhr er, das das Gebäude eine Kirche wird und war sauer. Er nahm einen Felsblock und wollte damit den Bau zerstören. Als der Fels bereits geflogen ist versprach ihm ein Arbeiter, dass neben der Kirche ein Weinhaus entsteht. Dem Teufel schien das die bessere Lösung und liess den Steinbrocken kurz vor der Kirchenmauer auf den Boden fallen. Dort liegt er noch heute und er sitzt drauf. Das Versprechen wurde eingelöst und der Ratsweinkeller wurde erbaut.

Doch jetzt geht’s in die Kirche. St. Marien wurde zur Blütezeit der Hanse in den Jahren 1250-1350 errichtet. Die dreischiffige gotische Basilika steht auf dem höchsten Punkt der Lübecker Altstadtinsel unmittelbar neben dem Markt und dem Rathaus. Die westlichen Doppeltürme sind jeweils knapp 125 m hoch. Damit überragt St. Marien den Lübecker Dom um gut 10 m.

Die Kaufleute und Ratsherren wollten mit der Erbauung ihrer Kirche in ihrem Viertel ein Symbol der weltlichen Macht und Freiheit gegenüber der etwa 100 Jahre älteren Bischofskirche setzen.

Gotische Kathedralen in Frankreich und Flandern waren Vorbilder der dreischiffigen Lübecker Basilika. Mit ihrem 38,5 Meter hohen Mittelschiff ist es das höchste Backsteingewölbe der Welt – Notre Dame in Paris hat nur eine Mittel­schiff­höhe von 35 Metern. Somit wurde St. Marien das Vorbild für zahlreiche gotische Backsteinkirchen im gesamten Ostseeraum.

Der Hauptaltar mit

Triumphkreuz aus dem Jahr 1477

die Orgel der Marienkirche wurde 1968 von der Firma Kemper geschaffen, es ist die größte Orgel der Welt mit mechanischer Traktur.

Während des durch den Bombenangriff ausgelösten Brandes am Palmsonntag 1942 sollen die Glocken durch den Luftzug noch einmal geläutet haben, bevor sie herabstürzten. Die Reste zweier Glocken, der ältesten Glocke von 1508, der Sonntagsglocke und der Pulsglocke wurden als Mahnmal in der ehemaligen Schinkel-Kapelle unter dem Süderturm erhalten.

Das Antwerpen Rentabel, ein doppelflügeliger Altaraufsatz stammt aus dem Jahr 1518.

Er zeigt in 26 gemalten und geschnitzten Szenen das Leben der Maria. Die gemalte Wandlung ist nur in der Karwoche zu sehen, denn da ist der Altar geschlossen.

Die gemalte zweite Wandlung (zu sehen in der Fastenzeit) zeigt Szenen aus dem Leben Jesu

Die erste, 1405 fertiggestellte astronomische Uhr der Marienkirche muß damals als eine Art High Tech Produkt gewirkt haben.


Die zweite astronomische Kunstuhr in der Kirche wurde an Stelle der älteren von dem Uhrmacher Matthias von Ost in der Zeit von 1561 bis 1565 hergestellt und zuletzt im Jahre 1860 bedeutend verbessert. Ein Finger zeigt das Datum. In der Mitte sind die Sonnen-und Mondfinsternisse bis 1999 angegeben, oben ist der Stundenzirkel, der Tierkreis, Stunden- und Planetenweiser angebracht. Weiter oben ein Glockenspiel mit einer Figur (die Zeit), welche die Stunden schlägt und einer anderen (die Vergänglichkeit), welche bei jedem Schlage sich abwendet; auf den Schlag 12 treten der Kaiser und die Kurfürsten aus einer Tür, verbeugen sich vor dem Heiland, der sie segnet und gehen durch die andere Tür ab, wobei sich Engel mit Posaunen und Lübeck’sche Ratsdiener tätig erweisen.

Bis 1942 konnte man die Uhr hinter dem Hochaltar im Chorumgang sehen. 1942 wurde sie während eines Luftangriffes vollständig zerstört. Nur ein Zifferblatt, das bei einer früheren Restaurierung ersetzt worden war, blieb im St.-Annen-Museum erhalten. Der Lübecker Uhrmachermeister Paul Behrens rekonstruktierte die Glockenspiel-Mechanik und fertigte die neue (dritte) Astronomische Uhr. 1967 konnte er diese Uhr der Kirche übergeben.

Genug geschrieben über St. Marienkirche, die wirklich sehr interessant ist. Doch Lübeck hat ja noch mehr Sehenswürdigkeiten, so ca. 1800 haben wir irgendwo gelesen.

Das Buddenbrookhaus hat eine schöne Barockfassade und war einst im Besitz der Familie des Schriftstellers Thomas Mann.

Ein paar Schritte weiter ist das 1280 von Lübecker Kaufleuten

gestiftete Heilig-Geist-Hospital, eine Herberge für Arme und Kranke.

Die Schiffergesellschaft in Lübeck bezeichnet einen seit der frühen Neuzeit existierenden Seefahrer-Verband und gleichzeitig ein historisches Backsteingebäude, in dem heute eine Gaststätte ist.

Die Schiffergesellschaft Lübeck wurde 1401 als St.-Nikolaus-Bruderschaft gegründet. Sinn und Zweck dieser Vereinigung ist aus folgenden Worten der Gründungsurkunde zu entnehmen: „Zu Hilfe und Trost der Lebenden und Toten und aller, die ihren ehrlichen Unterhalt in der Schifffahrt suchen.“ Da sich im Zuge der Reformation fast alle religiösen Bruderschaften auflösten, vereinigte sich die St-Nikolaus-Bruderschaft mit der St.-Annen-Bruderschaft. Man nannte sich die Schippern Selschup und erwarb 1535 für 940 Lübische Mark das im 13. Jahrhundert erbaute Haus gegenüber der St. Jakobikirche.

Wir gehen dann noch in die St. Jakobi Kirche die im Jahr 1334 als Kirche der Fischer und Seefahrer geweiht wurde.

Ihr Patron ist der Heilige Jakobus. Die Kirche, das Heiligen-Geist-Hospital und die benachbarte Gertrudenherberge sind Stationen auf einem Zweig des norddeutschen Jakobswegs.

Das ist das Modell des Schulsegelschiff „Pamir“ das am 21. September 1957 nach einem Hurrikan im Atlantik bei den Azoren unter ging. Es war die größte deutsche Schiffskatastrophe in der Nachkriegszeit. Von den 86 Besatzungsmitgliedern überlebten nur 6 das Unglück.

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Hier das nach dem Unglück gefundene Rettungsboot Nr. 2 der Pamir.

Seit September 2007 ist die nördliche Turmkapelle der Kirche als Pamir-Kapelle Nationale Gedenkstätte für die zivile Seefahrt.

Das ist die Große Orgel an der Westwand.

Sie zählt zu den bedeutendsten Orgeln Europas.

Jetzt noch das Zöllnerhaus, ein Backsteingebäude der Renaissance aus dem Jahr 1571, das zum Burgtor gehört.

Es ist in die anschließende Lübecker Stadtbefestigung mit den erhaltenen Resten der Stadtmauer eingebunden.

Auf dem Weg zum Stellplatz machen wir noch Halt im Lübecker Marzipan-Speicher und kaufen 1-2-3, nein viele Betthupferl.

Dann essen wir eine Kleinigkeit beim Duckstein-Festival

und trinken das eine oder andere Duckstein, bevor es dann endgültig

irgendwann in die Koje geht.

Am nächsten Tag geht’s weiter, wir sehen noch den

Skandinavienkai.

Wir kommen wieder, es gibt noch viel zu sehen.

Scharbeutz

ist eine Gemeinde in Schleswig-Holstein.

Der Ort war früher landwirtschaftlich geprägt und entwickelte sich zu einem Ostseeheilbad, dessen Übernachtungszahlen 2002 zu den zehn höchsten Schleswig-Holsteins gehörten.

Es wimmelt hier von Touristen und es gibt nicht viel zu sehen. Wir fahren weiter zum

Timmendorf Strand

ebenfalls eine Gemeinde in Schleswig-Holstein. Als deutsches Seebad hat Timmendorfer Strand heute etwa 1.500.000 Übernachtungen pro Jahr und gilt als eines der mondänsten Ostseebäder mit großem touristischen Angebot.

Bereits zwischen 1888 und 1900 wurden entlang des Strandes Hotels und Pensionen gebaut. Am Timmendorf Platz wurde 1896 das „Olgaheim“ als Erholungsstätte für „unbemittelte und schwächliche Kinder“ erbaut. Ab 1946 war es der Sitz des Rathauses, das 1997 abgerissen und nach den alten Plänen wieder errichtet wurde. Heute findet man hier die Kurverwaltung und die Bibliothek

Wir gehen am Strand spazieren

sehen die

Seebrücke mit dem Teehaus und gehen dann zur Strandallee mit den vielen Restaurants. Hier stellen wir dann fest, dass wir „Timmendorfer Strand ungeeignet“ sind.

Unser Hunger lässt uns noch in ein Fischlokal gehen. Danach machen wir uns auf den Weg zum Wohnmobil, damit wir morgens fit für die Weiterfahrt nach Lübeck sind.

Laboe

liegt am Ostufer der Kieler Förde in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde ist ein Wohn- und Urlaubsort. Laboe schmückt sich mit dem Slogan „Die Sonnenseite der Kieler Förde“ und darf sich seit 1875 „Ostseebad“ nennen.

Um 1226 wurde Laboe als Rundangerdorf angelegt. Bei dieser Siedlungsform werden Bauernhäuser kreisförmig um einen inneren Platz mit Dorfteich gebaut.

Laboe hat mehrere Ortsteile. Wesentlich ist das Ober- und Unterdorf. Im Unterdorf findet man die Verwaltung, zahlreiche Geschäfte sowie viele Hotels und den Hafen. Im Oberdorf hat Laboe sein altes, dörfliches Zentrum bewahrt. Es ist deshalb in seiner Grundstruktur als Anlage eines Runddorfes fast erhalten.

Unser Ziel war das

Marine-Ehrenmal, das wir mit seiner Höhe von 85 Metern schon von weitem sehen konnten. Das Ehrenmal wurde zum Gedächtnis an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine errichtet.

Die Widmung des Ehrenmals bei der Grundsteinlegung 1927 spiegelt deutlich die Hoffnung auf Rache wider, die durch die Niederlage der Deutschen im Krieg und den Bedingungen des Versailler Vertrages empfunden wurden. Sie lautet: “ Für deutsche Seemanns Ehr – Für Deutschlands schwimmende Wehr -Für beider Wiederkehr“.

Der Geist der Revanche, den diese Widmung in sich trägt, wurde auch bei der feierlichen Eröffnung des Ehrenmal-Komplexes 1936 durch die Nationalsozialisten aufgegriffen und für die NS-Ideologie vereinnahmt.

Mit der der Rückgabe des Ehrenmals 1954 an den Deutschen Marinebund erhielt der Turm eine neue Widmung. Sie steht im Sinne der Versöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern und soll Respekt gegenüber anderen Nationen zum Ausdruck bringen. Diese lautet: „Dem Gedenken aller toten deutschen Seefahrer beider Weltkriege und unserer toten Gegner“.

1966 fand erneut eine Umwidmung statt und heisst jetzt: „Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen aller Nationen, Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren“.

Kriegsschiffe vieler Nationen bezeugen beim Passieren des Ehrenmals ihre Ehrerweisung. Die Schiffe der Deutschen Marine mit der Ehrerweisung „Front“.

Neben dem Turm gehört eine unterirdisch angelegte Gedenkstätte und eine Historische Halle zur Anlage. In der historischen Halle befindet sich heute eine Ausstellung zur deutschen Marinegeschichte bis in die Gegenwart, mit vielen Marine-Exponaten und Schiffsmodellen. In der 7000 Quadratmeter großen, mit Sandstein aus der Weser belegten Freifläche, ist die

Schiffsschraube des Kreuzers Prinz Eugen zu sehen, der seine Besatzung unversehrt durch den Zweiten Weltkrieg gebracht hat.

Weitere Sehenswürdigkeit ist das

U 995, fotografiert vom Marine-Ehrenmal Laboe

U 995, ein deutsches U-Boot der ehemaligen Kriegsmarine vom Typ VII C/41, das im September 1943 in den Dienst gestellt wurde. Im Zweiten Weltkrieg absolvierte es neun Feindfahrten. Nach dem Krieg wurde es im Besitz der norwegischen Marine als Test- und Ausbildungsboot Kaura genutzt. 1965 erfolgte die Rückgabe an Deutschland.

Seit dem 13. März 1972 liegt das U-Boot als Museumsschiff am Fuße des Marine-Ehrenmals in Laboe. Der Deutsche Marinebund

ist Betreiber des Technischen Museums U 995.

Der Deutsche Marinebund ist der Dachverband von über 300 örtlichen Vereinen, Clubs und Marinekameradschaften, in denen aktive und vor allem ehemalige Angehörige der Marine organisiert sind. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, das maritime Bewusstsein in Deutschland zu fördern. Er ist politisch und weltanschaulich unabhängig.

Wir müssen weiter oder Halt!

Brauchen wir noch ein Andenken, eigentlich nicht. Wir machen ein Foto

von der Ostsee.

Bei unserer Weiterfahrt kommen wir an dem

schön angelegten Kreisverkehr mit einem VW Golf vorbei.

Eckernförde

liegt an der Ostsee am Ende der Eckernförder Bucht, auf halbem Weg von Kiel nach Schleswig. Sie ist eine über 700 Jahre alte Stadt im ehemaligen Herzogtum Schleswig. Woher der Stadtname kommt, ist nicht genau bekannt. Vermutet wird, dass der Namensteil Eckern entweder von Bucheckern oder von Eichhörnchen (im Wappen von Eckernförde) kommt. Der zweite Teil -förde stammt wahrscheinlich von der Furt am Ende der Landzunge.

Ein wirtschaftlicher Aufschwung der Stadt Rendsburg im 15. Jahrhundert verlagerte seinerzeit den Handel in Richtung Eckernförde. Die Stadt wurde zur Hafenstadt und kam so zum eigenen Schiffbau. Im 17. Jahrhundert spielte der Fischfang und das Brauwesen eine bedeutende wirtschaftliche Rolle und Eckernförde erlebte die erste Blütezeit.

Unser erstes Ziel ist der Hafen von Eckernförde, denn da ist heute Markt. Zuerst kommen wir vorbei an der Siegfried-Werft, in der sich heute ein Restaurant befindet und haben bereits einen Blick auf den Hafen.

Weiter gehen wir über die hölzerne Klappbrücke, die im Bedarfsfall für den Schiffsverkehr geöffnet werden kann. Die Brücke verbindet das Stadtzentrum mit dem Stadtteil Borby.

Gleich nach der Brücke sind wir im Pulk

der Marktbesucher und gehen vorbei an vielen Verkaufsständen und Imbisswagen.

Doch es gibt auch

fangfrischen Fisch. Am Hafen ankern

Motor- und Segelboote, Fischerboote und größere Fischkutter und wir sehen

den Sandstrand mit vielen Badenden, die hoffentlich von

Quallen verschont bleiben.

Links im Bild das Ostsee Info Center, ein Naturkundemuseum mit Aquarien, Ausstellungen über die Eckernförder Bucht und einem Café.

Unweit des Hafenbereichs ist die

Bunte Häuser in der Speicherpassage

Speicherpassage mit seinen vielen, bunten und farbenfrohen Häusern im skandinavischen Stil und der

Siemsen Speicher, der seinen Namen vom ehemaligen Besitzer des Gebäudes hat. Dahinter ist

das 1931 errichtete Rundsilo mit einer Kapazität für 3.500 Tonnen Getreide. Er ist ein Wahrzeichen der Stadt und befindet sich in der Frau-Clara-Straße.

Wir gehen durch die Fischerstraße mit

sehenswerten, meist kleinen Häusern mit traditionellen „Utluchten“ (Erkern) in denen überwiegend Fischer gewohnt haben.

Am Rathausmarkt stehen denkmalgeschützte Häuser und es findet einmal wöchentlich der Markt statt. Im Haus mit dem Türmchen ist der Juwelier Jacobsen. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Hier ist das ehemalige Verlagsgebäude der Eckernförder Zeitung,

Am Rathausmarkt ist das alte Rathaus mit Durchgang zum Kirchplatz. Heute ist es ein Museum. Der daneben liegende Bau

KhHoldt_Museum

gehört auch zum Museum. Hier war früher die Stadtverwaltung untergebracht.

Das Kaffeehaus Helft ist wegen der Fassade Denkmal geschützt, es stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert.

In der Fussgängerzone ist die Kirche

St. Nikolai, eine Hallenkirche aus roten Backsteinen. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die romanische Kirche war erst einschiffig und turmlos. Erst im Laufe der Jahrhunderte entstand die dreischiffige, spätgotische Kirche.

Der dreigeschossige Ziegelbau mit den grüne Fensterläden ist der ehemalige Otte-Speicher, der 1723 erbaut wurde. Die Familie Otte war eine bedeutende Kaufmannsfamilie in Eckernförde.

Noch ein Teil des Rathaus mit einem modernen Brunnen. Dann sagen wir

Servus, pass gut auf alles auf!

Am Abend essen wir bei unseren Freunden in Goosefeld selbst geräuchertem Fisch und Aal. Sehr lecker!

Apropos Essen: Eckernförde hat einige kulinarische Spezialitäten zu bieten.

Da gibt es das Kakabellen-Bier, das bereits im späten Mittelalter ein Exportschlager war. Dänische Könige haben es gern getrunken. Das Bier hat seinen Namen von einem Kardinal, denn es mache, nach seinen Worten, das „Kacken“ leichter. Die „Verdauungsförderung“ war dem seinerzeit schwefelhaltigem Brauwasser zuzuschreiben. Heute wird es natürlich nach dem Reinheitsgesetz gebraut und ist nicht mehr verdauungsanregend.

Zum Trinken musste auch gegessen werden und zwar die Kieler Sprotte, eine Räucherfischspezialität, die ebenfalls aus Eckernförde stammt. Sie erhielt ihren Namen im 19. Jahrhundert, weil bei der Verfrachtung der Frachtstempel des Kieler Bahnhofs aufgedruckt wurde. Die Kieler Sprotte ist eines der Räucherfischprodukte, auf die sich der Spruch bezieht: „In Eckernför, dor hebbt se’t rut, ut Sülver Gold to maken“ (In Eckernförde haben sie’s raus, aus Silber Gold zu machen). Gemeint ist die goldene Farbe, die silberne Fische durch den Räuchervorgang bekommen.

Sollte man zuviel Aal oder Kieler Sprotten gegessen haben, dann greift man heute auf den „Küstennebel“ einen Anisschnaps oder den „Kleinen Feigling“, ein Wodka mit Feigenaroma, die in Eckernförde produziert werden, zurück.

Kiel

wurde im 13. Jahrhundert gegründet und ist die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Kiel ist nördlichste Großstadt Deutschlands, liegt an der Ostsee (Kieler Förde) und ist Endpunkt der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, des Nord-Ostsee-Kanals.

Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Deutschen Marine und bekannt durch die Kieler Woche, sowie den Kieler Sprotten, eine kulinarische Spezialität.

Die Innenstadt von Kiel haben wir nicht besucht. Wir verbummelten einen ganzen Tag in

Kiel-Holtenau

einem Stadtteil von Kiel.

Übernacht haben wir am Wohnmobil-Stellplatz in der Uferstraße, der direkt am Nord-Ostsee-Kanal (ehemals Kaiser-Wilhelm-Kanal) bei den großen Schleusen liegt. Am nächsten Vormittag ging’s an den Kiosk bei der Aussichtsplattform zum Frühstücken. Der Kiosk hat Sitzplätze direkt am Ufer des Kanals und hier blieben wir den ganzen Tag sitzen. Es war einfach toll die großen und kleinen Schiffe bei der Ein- und Ausfahrt in die Schleuse zu beobachten.

Mit einer Fähre der Stena Line sind wir dann auch tatsächlich von Dänemark nach Schweden gefahren.

Um 21.00 Uhr sitzen wir immer noch beeindruckt vor dem Kiosk

und erleben dieses gigantische Abendrot.

Noch ein bisschen Geschichte: der dänische König Christian VII liess den Kanal ab 1777 als Verbindung zwischen der Kieler Förde und dem Fluss Eider angelegt anlegen, um die Ostsee mit der Nordsee zu verbinden. Der 34 km lange Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals begann hier in Holtenau und endete im Lauf der Untereider bei Rendsburg.

Der Kanal hat sechs Schleusen. Am Ufer des Kanals in Kiel-Holtenau, Rendsburg und Tönning wurde damals ein Kanalpackhaus gebaut.

Das Kanalpackhaus in Kiel-Holtenau entstand gleichzeitig mit den Arbeiten am Eiderkanal und diente als Speicher und Verladestation für die Fracht der Schiffe, die den Kanal befuhren.

Kanalpackhaus (Quelle: Julia Fendler)

Wahrzeichen von Kiel-Holtenau ist der Leuchtturm. Er ist am Nordufer der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal und dient seit 1895 als Einfahrtsfeuer. Der Turm ist Seezeichen und Gedenkstätte zugleich und zählt zu den schönsten Leuchttürmen Deutschlands.

Bildergebnis für kiel leuchtturm

Die Innenstadt von Kiel wird selbstverständlich auch irgendwann besucht. Wir sind mit Bekannten in Eckernförde verabredet und fahren deshalb weiter.

Wolfsburg

liegt im Osten des Landes Niedersachsen. Die Stadt wurde 1938 als Sitz des Volkswagenwerkes gegründet und ist die fünftgrößte Stadt Niedersachsens.

Bis Mai 1945 hat Wolfsburg Stadt des KdF-Wagens (Kraft durch Freude) bei Fallersleben geheissen. Sie war der Wohnort der Mitarbeiter des Volkswagenwerkes in dem der KdF-Wagen – der spätere Käfer – produziert wurde. Das Auto sollte mit 990 Reichsmark für jedermann erschwinglich sein. Der Urheber des VW-Käfer-Vorläufers war Ferdinand Porsche.

Wir übernachten am Campingplatz Allersee.

Am nächsten Tag geht’s mit dem Fahrrad zur Autostadt. Wir fahren die Aller entlang und

kommen vorbei an der Volkswagen Arena.

Wir sind unserem Ziel schon nahe, denn wir sehen bereits die 4 Schornsteine.

Die Autostadt ist das Auslieferungslager für Neuwagen, ein Museum und ein Freizeitpark in der Nähe des Volkswagenwerkes auf einer Fläche von 28 ha. Sie wird als „Brandland“ bezeichnet. Brandland ist eine, um eine Marke und Produkte geschaffene Erlebniswelt bestehend aus Ausstellung, Museum, Freizeit- und Themenpark und dient der Markenkommunikation eines Unternehmens.

Zu dem Gelände gehört das Fünf-Sterne-Luxushotel The Ritz-Carlton Wolfsburg und die acht Marken-Pavillions für die zum Konzern gehörenden Marken Audi, Lamborghini, Bugatti, Seat, Škoda, Porsche, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Bereits im riesigen Eingangsbereich kommt man ins Staunen

Wir gehen auf dem toll gestalteten „Gehweg“  in die einzelnen Stockwerke

und schauen uns zuerst in der Etage mit den Entwicklungsstufen der Automobilität um. Hier sieht man ein Portal zur Produktion und kann an einem  Design Display sein eigenes Auto konstruieren. Auf dem Foto wird die

Lackierung getestet.

Beeindruckt sind wir von dem exakt in der Mitte durchgeschnittenen Porsche

Im ZeitHaus sieht man klassische Automobile von den Anfängen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts bis heute.

Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 ist das erste von Carl Benz erbaute Automobil mit Verbrennungsmotor und der erste praxistaugliche Kraftwagen. Er läutet die Geburtsstunde des Automobils ein.

Im ZeitHaus sind 250 Modelle der Autogeschichte von über 60 Automarken zu sehen.

Hier die Nachbildung des Bugatti Atlantic von dem weltweit nur 2 Exemplare existieren.

Nachfolgend noch einige Modelle nicht dokumentiert

Nicht fehlen darf natürlich

der Brezl-Käfer

sowie der stärkste und schnellste VW Golf aller Zeiten

der in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt.

Weiter geht unsere Besichtigung bei den Markenpavillons.

Highlight ist für uns der

Bugatti-Pavillon mit einem verspiegeltem Bugatti

sowie der Porsche-Pavillon, bei dem schon der Zugang Klasse ist.

Hier fahren alle jemals gebauten Porsche als Modell eine Rampe herunter

die zu älteren und den neuesten Baureihen von Porsche führt.

Auf dem Freigelände sind moderne Architektur und Landschaftsarchitektur vereint.

Der künstlich angelegte See lädt zum

Tretboot-fahren ein.

Erwähnenswert ist auch das KundenCenter für Neuwagenkäufer, das weltweit größte automobile Auslieferungszentrum. Es besteht aus zwei gläsernen Türmen mit 48 m Höhe, in denen sich jeweils 20 Stockwerke befinden. Pro Turm sind rund 400 Neuwagen zur Auslieferung bereitgestellt.

Holt ein Kunde seinen Neuwagen ab, wird dieser vollautomatisch in das KundenCenter befördert.

Das Kunstwerk des dänischen Künstlers Olafur Eliasson, ein Tunnel von 15 m Länge, einen Durchmesser von 4,5 m hat und 19 Tonnen wiegt,  haben wir aus Zeitgründen nicht besichtigt. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine begehbare Fußgängerbrücke über dem Wasser. Es drehen sich in ihrer Längsachse 2160 mit Blumen bepflanzte, in eine Gitterkonstruktion eingehängte Tontöpfe langsam um den Besucher, so dass er vom Duft der Blumen eingehüllt wird. Die Bepflanzung im Dufttunnel ist auf die Jahres- und Blütezeiten abgestimmt.

Nach dem Essen vom französischen Buffet beginnt bereits die Wasserfontänenshow mit bis zu 70 Meter hohen Fontänen.

Ein absoluter Augen- und Ohrenschmaus